Unglaublich: Penzinger Umweltausschuss bewilligt Waldrodung für "gärtnerische Außenbereiche" eines bislang unbekannten  Bauprojektes (das Bild zeigt die historische Mauer der Liegenschaft in der Mühlberggasse)


545 m² da
uernde Waldrodung  am Mühlberg bewilligt – aber keinerlei Flächen für Ersatzaufforstung vorgesehen

…für "gärtnerische Außenbereiche" des noch unbekannten Bauprojekts auf dem Areal der ehemaligen Stadt des Kindes!




Wo immer man zur Privatisierung des Areals der ehemaligen Stadt des Kindes auf Details in Planung und Verwaltung stößt, -  sind die kaum zu glauben! Das aktuelle Detail: Ein eindeutiger Umweltskandal!


Da war bereits am 29.Juni (das Protokoll ist aber erst kürzlich zugegangen) der Penzinger Umweltausschuss auf Antrag der Firma ARWAG um Bewilligung einer Waldrodung eingeladen!


Die Kleinigkeit von hochwertigen (!) 545 (fünhundertfündundvierzig) m² Wienerwald sollen demnach im Bereich Hofjägerstraße 2/Mühlbergstraße 7-11 dauernd gerodet werden! Und zwar – man glaubt es ja nicht, wäre es nicht schwarz auf weiß zu lesen – zur Gestaltung des gärtnerischen Außenbereiches zu einer erst zu errichtenden Wohnhausanlage“.


Für dieses seit Jahren völlig unklare Bauprojekt, das nach Vorgabe der Privatisierung einer „hohen Dienstbarkeit für die Öffentlichkeit“ (sic!) verpflichtet ist (bzw. wäre, wie mittlerweile schon zu formulieren ist!), gibt es seit Jahren trotz vielfacher Pläne nichts Konkretes zur Realisierung, obwohl selbst die Flächenwidmung schon nach einem ersten, nicht realisierten Bauplan in größtmöglicher Vorauseilung geändert worden war und der Baubestand der ehemaligen Stadt des Kindes großteils demoliert ist.



Die Liegenschaft ist also baureif gemacht, die Projektanten erklären aber aktuell, im Moment gäbe es „nur Entwurfspläne, und man  laden Interessenten zu Vorinformationsgesprächen, um die Wünsche und Anliegen der zukünftigen Kunden in die Planung einfließen zu lassen.“
Vorgegebenermaßen eingeflossen ist aber offensichtlich, dass die Interessenten statt einen gesunden Wald lieber gärtnerische Außenbereiche“ zu wünschen haben!


Und daher haben SPÖ, ÖVP und FPÖ im Penzinger Umweltausschuss gleich einmal mit Verve die Erlaubnis zur Waldrodung erteilt! (Ebenso erteilt wurde im Übrigen seinerzeit ebenso hoch vorauseilend und letztlich gänzlich sinnlos  Waldrodung für das nie realisierte Bauprojekt „Paradieso“ in Hütteldorf !)

Zu der Verrücktheit kommt aber gleich noch hinzu, dass man für die – im Forstgesetz zwingend vorgeschriebene Ersatzaufforstung auch noch gar keine nötigen Flächen aufgetrieben hat oder nur gesucht hätte! Im Protokoll des Umweltausschusses ist unter vielen Windungen im Konjunktiv auf ein angrenzendes unbewaldetes Areal (Wiese)“ vage hingedeutet, das die Landesforstinspektion für geeignet hält.


Vor der Rodungsbewilligung gelang dazu aber nicht einmal eine nötige Kontaktaufnahme des Rodungswerbers mit der Stadt Wien, - Hauptsache, man darf einmal mit den Kettensägen los! (Ich werde daher jedenfalls anregen, dass vor Beschlussfassungen derartiger Bewilligungen im Umweltausschuss grundsätzlich jene Flächen bekannt sein müssen, auf denen die Ersatzaufforstungen verlässlich erfolgen werden!)


Denn was darüber hinaus nämlich – und damit es dem Fass endgültig den Boden ausschlägt – tatsächlich geplant scheint, steht auch schon brav im Protokoll des Penzinger Umweltausschusses wie folgt: Falls eine Ersatzaufforstungsfläche nicht angeboten werden kann, besteht die Möglichkeit der Vorschreibung einer Ersatzgeldleistung

Diese Möglichkeit sollte die Stadt Wien ganz realpolitisch gesehen, gerade in diesem hoch speziellen Fall ganz schnell einmal vergessen, - rät verlässlich bis auf Weiteres 

Wolfgang Krisch, 20.8.09
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