
Hauptanliegen der Penzinger Verkehrspolitik wie gehabt: Flüssiger
fahren - und mehr Parkplätze!
„Effizienterer Verkehrsabfluss“, „Schaltreserven“, und die Querungshilfe „Schrägparker“
Drei SPÖ-Anträge – und doch nur ein einziges Anliegen !
Seit BILLA hoch erfolgreich unser herkömmliches Gehirn als „Hausverstand“ bzw. Niederösterreichs SPÖ gar „das Herz“ deutlich werbend zu uns sprechen lässt, bin ich ja wenigstens hoch zufrieden, vorerst noch nichts Öffentliches von den Organen Leber, Pförtner oder Darm zur Kenntnis nehmen zu müssen! Allerdings mutmaße ich schlüssig, dass längst unterschwellig ohnehin ganz andere Körperteile den Takt vorgeben! Und zwar im Fall der Penzinger Verkehrspolitik natürlich nach wie vor maßgeblich der Gasfuß, - wenn auch ab und an ziemlich diskret und äußerst schlau!
Drei (üblich ideologische) Anträge brachte da nämlich die SPÖ zur letzten Sitzung der Bezirksvertretung am 6.2. ein, - alle drei aus dem herkömmlichsten Verdruss der AutolenkerInnen erwachsen!
Zum einen über „vermehrte Staubildung“ in der Linzer Straße zwischen Bergmillergasse/Hüttelbergstraße und Bahnhofstraße stadteinwärts „seit der Erneuerung bzw. Schaltungsänderung der Verkehrslichtsignalanlage Linzer Straße/ Hüttelbergstraße/ Bergmillergasse“, wie geklagt wird! Die MA 33 ist also nun ersucht, die „Schaltungsfolge“ (sic!) der Ampel zu überprüfen, - ich hoffe natürlich das Beste für die FußgängerInnen dabei und dass es ansonsten bei der üblichen Rot-Gelb-Grün-Schaltungsfolge bleibt, man ist ja einiger Maßen daran gewohnt.
Eine weitere Überprüfung soll nach SPÖ-Wunsch – Achtung jetzt ! - die
„Schaltreserven“ der
Verkehrslichtsignalanlage (VLSA) Guldengasse- Hadikgasse betreffen, um dort den
„Verkehrsabfluss“ von der Guldenbrücke in
den Hietzinger Kai „effizienter“
zu gestalten“. Wow, - was sagt man dazu?
Allein der semantische Genuss durch die „Schaltreserven“
war mir eine Zustimmung Wert, durch die ich jetzt endlich auch obendrein zu
erfahren erhoffe, wo in Wien die zentralen „Schaltreserven“
gelagert oder sonst wie angeschafft werden! Möglicherweise hat Wiens SPÖ schon
längst eine Ausdehnung der Zeit an und für sich erarbeitet, die bei allen Staus
vor Ampeln jedwede Behinderung abschafft, wenn nur genug „Reserve“ bereit
steht?!
Andernfalls wären die „Reserven“ natürlich nur weiterhin von jenen Sekündchen
abzuzwacken, die in Wien den FußgängerInnen gerade noch geboten werden, um über
die Fahrbahnen zu hirschen! ( Diesfalls noch dazu dort, wo der einzige „Abfluss“
einer neu entstandenen „Einkaufsmeile“ (Hackinger
Straße, Ford, Obi, Sports Experts) über die Wien möglich ist, - zu der
keinerlei verkehrlichen Probleme vorab erkennbar gewesen waren! Dabei hatte die
SPÖ zuletzt ohnehin schon durch schlichte Entfernung einer Leitlinie auf
der Fahrbahn der Guldenbrücke die Kapazität für das KfZ-Aufstellen vor der Ampel
mirakulös zu erhöhen versucht!)
Um Erhöhung der anderen lebenswichtigen Kapazität für
AutofahrerInnen – jener bei Parkplätzen - dürfte es jedoch in einem weiteren
Prüfantrag extrem listenreich gegangen sein! Im Bereich der Kreuzung
Hütteldorfer Straße – Matznergasse, so wurde beantragt, seien Massnahmen zu
prüfen, „um vor allem den Fussgängern das Queren
der Matznergasse sicherer zu ermöglichen“, - was ja sehr gefreut
hätte!
Wäre nicht ein „Gegebenenfalls“
gefolgt ! Denn dieses beachtend, schlug die SPÖ vor, sei ein
„Andenken einer Änderung der Organisation des
ruhenden Verkehrs (Schrägparker) in Betracht zu ziehen“
!
Ich habe natürlich nach langjähriger Kenntnis der
SPÖ-Verkehrspolitik eher in Betracht gezogen, dass es da schlicht um ein
übliches Parkplatzplus gehen soll, das durch Schrägparkordnung im letzten
Jahrzehnt nirgendwo exzessiver ins Wiens Bezirken erreicht wurde als in Penzing!
Schrägparkordnungungen, die besonders für Kinder extrem gefährlich sind, weil
diese zwischen den Autos unbemerkt auf die nun enge Fahrbahn steigen müssen,
sind in Penzing selbst vor Volksschulen ungeniert eingerichtet – von einer
Anhebung der Sicherheit dadurch kann keine Rede sein, das Gegenteil ist der
Fall.
Ein Mehr an Sicherheit am gegenständlichen Ort wäre natürlich nur durch bauliche
Maßnahmen zu erreichen, die den aufgeweiteten Kreuzungsbereich der Matznergasse
bei der Hütteldorfer Straße verengen müssten, was ins Geld ginge und natürlich
keine neuen Parkplätze brächte!
Ich habe das jedenfalls den KollegInnen der SPÖ in einer Wortmeldung klar gesagt und keinen Zweifel, dass Wiens Fachabteilung für Verkehrssicherheit meine Ansicht teilen wird, die allerdings in der SPÖ ohnehin bei ihren veritablen Fachleuten ebenso klar ersichtlich wäre, würde man halt dem Gasfuß hie und da etwas weniger den Takt vorgeben lassen!
Den Prüfergebnissen durch die MA 33 und MA 46 harrt jedenfalls – stets hoch fasziniert, wenn in Wiens Stadtpolitik Prioritäten versucht werden – langjährig begeistert einmal mehr
Wolfgang Krisch, 18.2.2008