Planungsdetail Bustankstelle auf dem Gehsteig neben dem Bahnhof Hütteldorf

Bahnhofsvorplatz Hütteldorf: Was lange währt, wird endlich - noch länger währen!
Grotesker "Planungsstand" zum Umbau des Bahnhofsvorplatzes und des Busbahnhofes !

 

Seit mindestens  10 Jahren  ist in Penzings Bezirkspolitik der überfällige Umbau des Bahnhofsvorplatzes und des Busbahnhofs im Bereich in  der Keisslergasse angekündigt, - klare Aufträge an die Stadtregierung liegen auch durch die Ergebnisse des s.g. „Bürgerbeteiligungsverfahrens Verkehrskonzept Hütteldorf – Kernbereich“ vor, die seit 2002 mit hoher Verbindlichkeit verschriftlicht sind, sofern es überhaupt eines solchen Hinweises bedürfen!

Der Bahnhofvorplatz ist nämlich ein besonderes Musterbeispiel völlig verunglückter Verkehrsplanung, und zwar nicht nur hinsichtlich des Komforts für Fahrgäste der Buslinien (am frequenzstärksten Busbahnhof Wiens) sondern auch hinsichtlich zahlreicher Sicherheitsmängel, die in Hütteldorf leidvoll bekannt sind.


Nun stand das gut abgehangene Planungsvorhaben überraschend wieder einmal auf der Tagesordnung der Penzinger Verkehrskommission, - und selbst ein gut gezeichneter Plan war eindeutig zu bestaunen. Die wesentlichen Inhalte daraus sind völlig schlüssig:

 

  1. Erstens wird die Zu- und die Abfahrt der Busse etwa dort errichtet, wo derzeit nur die Zufahrt liegt. (Die völlige aberwitzige, hoch gefährliche und benachrangte Ausfahrt der Busse an der schlecht einsichtigen Kreuzung Keisslergasse- Bahnhofstraße, an der die Busse oft schon beim Ausfahren die ersten Verspätungen erzielen, wird damit endlich der Vergangenheit angehören!)

  2. Zweitens werden die Bahnsteige für die Buslinien in einer taugliche schrägen Anordnung auf dem Platz erfolgen, mehr Übersichtlichkeit für die Fahrgäste – besonders die ortsunkundigen – wird sich vermutlich damit auch erreichen lassen. Darf zumindest einmal gehofft werden!

  3. Drittens wird der primäre fußläufige Zugang zum Bahnhof weiterhin über den zentralen Schutzweg über die Keisslergasse in Richtung zum Bahnhofs-Haupteingang erfolgen, -  über sonstige Zugänge ohne diesen für viele NutzerInnen erheblichen Umweg für ist mir bisher nichts bekannt. (Und schon gar nichts ist dazu über eine jedenfalls nötige Gehsteigverbreiterung auf Seiten des Bahndammes in der Keisslergasse ab dem Schutzweg bei der Brudermanngasse bekannt!)

  4. Viertens wird das Erreichen des Bahnhofes für den motorisierten Individualverkehr nur über eine „Kiss&Ride-Spur“ möglich sein, - reguläre Dauerparkplätze wird es -  wie bisher schon -  nicht geben, was auch nicht nötig ist: Gleich nebenan steht die schlecht ausgelastete  P&R-Garage Hütteldorf (für über 1200 Kfz) zur besten Verfügung.

  5. Fünftens werden Parkplätze für das Kurzparken an der Keisslergasse geschaffen, ebenso Radabstellanlagen (von denen ich hoffe, dass es versperrbare Boxen sein werden.)


Die ÖVP geriet zu diesen Planungsdetails gleich wie üblich in Saft: Gewöhnlicher  Parkplatzraub wurde gemutmaßt, und Bezirksvorsteher-Stellvertreter Franz LERCH höchstpersönlich kündigte nicht geharnischt an, gleich morgen aussez'fahren und zu zählen, wie viele Parkplätze da wieder verloren gingen, und „dann so versprach er, „ könnts davon in der Zeitung lesen“. Die FPÖ goutierte offenbar aus ähnlichen Gründen den Plan ebenso wenig, - der aber jetzt nicht nur wegen dieser so maßgeblichen Einsprüchen weitere Jahre dahinkümmern könnte!


Denn wie der Vorsitzende mitteilte, sei da noch vieles überhaupt ziemlich unklar!  Und was da so „unklar“ ist, stellte sich sogleich als tiefe Einsicht in das öffentliche Wiener Planungswesens heraus:


So sei „noch nicht klar, wo" wo auf dem Bahnhofsvorplatz Grund der Stadt Wien und wo den ÖBB gehören! (Sowas lässt sich ja oft wirklich nicht auf die Gaachn und überhaps so leicht feststellen in bald 10 Jahren Planungsarbeit!)

Weiters sei auch nicht klar, wo die (schon eher historische) Tankstelle der Postbusse hinkomme, die nahe dem Bahnhofseingang auf dem Gehsteig(!) einmalig  positioniert ist und zum Tanken der Busse – die fahren dann gekonnt auf dem Gehsteig zu – irgendwo in der Nähe angeblich benötigt wird.

Ganz klar sei auch nicht, wie es um die Tanks der Tankstelle im Erdreich bestellt sei, - worauf jetzt gleich niemand so genau nachfragen wollte, ob damit ein gewaltiger Umweltschaden zu vermuten im Raum steht!

Gedauert habe das alles so lang wegen der Planer des Busbahnhofes! Die hätten erst nicht recht gewusst, wie lang die Busbahnsteige“ vorzusehen seien, damit sie zu den Bussen und den Fahrgästen richtig dazu passen, auch die geplanten Dächer der geplanten neuen Fahrgastunterstände hätten erst nicht recht mit den Busgrößen so wirklich richtig in der Höhe harmoniert. (Wir kennen das alles bestens von unseren eigenen persönlichen Planungsschwierigkeiten, - wenn z.B. wieder einmal ein Alibert zu groß für das verfügbare Badezimmer ein bissl unüberlegt angeschafft ist!)

Man werde jedenfalls noch lange weiter planen müssen, hieß es in bester Übung der üblichen Praxis, zum Aufschub für nicht wirklich gewollte Geldausgaben wenigstens gut überlegte, dauernd laufende ausgeklügelte Planungen vorschützen zu können, ohne sich gleich Untätigkeit vorwerfen lassen zu müssen!

Sollte ich binnen der nächsten paar Jahrzehnte von Planungsabschlüssen, Finanzierungswillen und Planumsetzungsmaßnahmen in dem Zusammenhang irgendetwas in Erfahrung bringen können, vermelde ich das aber verlässlich, - ich brauche auch keine 10 Jahre dazu!

Wolfgang Krisch, 19.10.09
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