In jeder Beziehung gut aussagekräftige aktuelle Tafel auf der Rückseite des Baumgartner Casinos.


Baumgartner Casino: Eigentümer SPÖ nimmt Stellung

Keinerlei Pläne für Abriss vermeldet – dafür Investitionen von 200 000 € (!) in den vergangen Jahren für Erhalt und Sanierung !

 

Eine erfreuliche und derart prompt nicht erwartete Wendung hat die Debatte um die befürchtete Gefährdung des Baumgartner Casinos genommen (hier mein Darstellung dazu).  Mit gestrigem Schreiben an den Mieterbeirat des Hugo-Breitner-Hofes, der sich ebenfalls vehement gegen einen Verlust des, für die Öffentlichkeit vielfach wichtigen Veranstaltungszentrums und Baudenkmals ausgesprochen hat, heißt es von Eigentümerseite wörtlich:



Sehr geehrter Herr Schreiber,

als Vertreter des Eigentümers des Baumgartner Casinos, des Verbandes Wiener Arbeiterheime, darf ich Ihnen folgende Stellungnahme zu den von Ihnen geäußerten Gerüchten zur Kenntnis bringen:

1. Das Baumgartner Casino ist nicht in seinem Bestand gefährdet. Im Gegenteil: Es werden laufend Instandhaltungs- und Sanierungsarbeiten durchgeführt. In den vergangenen Jahren wurden etwa 200.000 Euro für diese Arbeiten investiert.

2. Es gibt keinerlei Pläne, das Baumgartner Casino abzureißen

3. Entgegen den von Ihnen erwähnten Gerüchten ist der Nachmieter für den Veranstaltungssaal nicht abgesprungen. Der Nachmieter, der bereits Mieter im Baumgartner Casino ist, hat ein Konzept zur Nutzung des von ihm angemieteten Veranstaltungssaals vorgelegt. Demnach sind auch künftig Kulturveranstaltungen und Einmietungen vorgesehen.

3. Im Zuge der Neuvermietung der Räumlichkeiten werden selbstverständlich notwendige Reparaturen in diesem Objekt durchgeführt.

Mit freundlichen Grüßen

Gernot Schild

VWA-Immobilienverwaltung, 1070 Wien, Lindengasse 55
Tel.: +43/1/5260222, Fax: +43/1/5260222-20 ZVR-Nr. 847786809
e-mail:office@vwa-aphrodite.at, web:http://www.vwa-aphrodite.at

 

Damit ist die Debatte vorweg klug vom Tisch, die Antwort lässt (sieht man vom genannten Sanierungsaufwand ab) nichts an Klarheit zu wünschen übrig. Dass dieses Schreiben auch politisch und in Anbetracht der nächsten Gemeinderatswahl 2010 die einzig sinnvolle Reaktion ist, weiß der Eigentümer, der Verband der  Wiener Arbeiterheime offenbar nur zu gut.  


Der gehört nämlich in einer äußerst beachtlichen Personal- und Realunion mit dem börsennotierten Wohnbauträger Aphrodite AG niemand anderem als der SPÖ, wie Helmut LASKA, Ehemann der damaligen SPÖ-Vizebürgermeisterin Grete LASKA auf Anfrage in einer ganz anderen (Subventions-) Sache 2005 dem Wirtschaftmagazin „Trend“ verriet. Herr Laska wörtlich: Der Verband (Anm. Verband der Wiener Arbeiterheime) hat die Aufgabe, die Partei (Anm., SPÖ) zu unterstützen." Und: Eigentümer ist letztlich die Partei ". Der in dem Schreiben unterfertigte Herr Gernot SCHILD fungiert im Übrigen nicht nur als Vertreter des Verbandes der Wiener Arbeiterheime, als der er so klar schreibt,  sondern auch Vorstandsmitglied der APHRODITE Bauträger AG.

Herrn Gernot Schild ist wie auch immer ausdrücklich zu seiner Entscheidung oder der von gegebenenfalls sonstwem im Bereich der SPÖ zu gratulieren, dass somit das Baumgartner Casino erhalten bleiben soll. Ob zum Erfolg seiner Investitionen von bezifferten 200 000 €  (ehemals gut 2,8 Millionen ATS) für die langjährige Sanierung und Erhalt allerdings auch wirklich gratuliert werden kann, bleibt aber eher  fraglich, für alle, die so wie ich, den Zustand des Gebäudes langjährig kennen.  


Mit so viel Geld scheint selten wo so wenig an erkennbarer Sanierung gelungen! Allerdings  muss man sich auch nicht wirklich um Details aller Bilanzen im hiesigen Bau- und Verbandswesen kümmern wollen!


Für Penzing und den Bezirksteil Baumgarten darf also weiterhin bestes Sanieren gewünscht werden, gut ersichtlich wird es sein, das Haus ist öffentlich und steht an der Straße!


Wolfgang Krisch, 12.8.09
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