
Baumgartner Casino- historisches
Baujuwel, Veranstaltungszentrum und Wahrzeichen des Bezirks; Fassadendetail
rechts: Für die Erhaltung des Gebäudes scheinen bald tragende politische
Säulen nötig zu werden!
Ist das
Baumgartner Casino
in seinem Bestand bedroht?
Triftige Hinweise geben Anlass zu
Sorgen um ein Veranstaltungszentrum,
historisch bedeutsames Baudenkmal und
Wahrzeichen des Bezirks!
In Baumgarten läuten
die sprichwörtlichen Alarmglocken nach sehr schlüssigen Spekulationen ,
die aus der Bevölkerung rund um das Baumgartner
Casino zuletzt an die Penzinger GRÜNEN herangetragen wurden! Tenor der
Überlegungen: Das s.g. "Baumgartner Casino"
in der Linzer Straße 297 könnte in seinem Bestand gefährdet sein, - eine übliche
„Nachnutzung“ durch ein üblichen Bauprojekt wird befürchtet!
Nun soll es ja tatsächlich gelegentlich vorkommen, dass in der Öffentlichkeit
da und dort jemand das Gras wachsen hört, - gelegentlich soll es aber auch
vorkommen, dass es in der Bezirkspolitik nicht schaden kann, solche Hinweise
nicht in Bausch und Bogen gleich vorweg dem Bereich der grundlosen blühenden
Phantasie zuzurechnen!
Faktum ist nämlich u.A. Folgendes:
1. Der Pachtvertrag für die bis dato betriebene Gaststätte in dem
geschichtsträchtigen Gebäude, der ohnehin seit jeher nur auf sehr kurzfristige
Dauer ausgelegt war, ist zuletzt nicht erneuert worden, das Restaurant ist
mit 30.7.2009 Geschichte! Von einem neuen Vertrag und einen neuen Betreiber
ist nichts bekannt!
2. Dafür ist bestens bekannt, dass seit längerem
schon erhebliche Baumängel bzw.
ansehlicher Reparaturbedarf in dem Wahrzeichen Penzings keinesfalls
entsprochen wurde! Zu den seit Jahren bekannten Reparaturbedürfnissen im
Inneren des Gebäudes werden seit Jahren Baufälligkeiten registriert , die u.a.
auch zu Wassereintritten über das Dach
und die Decke geführt haben sollen. Insgesamt, so wird dargestellt, dürften
seit sehr geraumer Zeit erhebliche Renovierungsarbeiten anstehen, sofern das
Haus zukunftssicher erhalten werden soll.
Genau das aber ziehen Personen, die mit dem Gebäude vertraut sind, sehr heftig
in Zweifel und klagen beredt, dass man die Baulichkeit bewusst verfallen lässt,
um einen Abriss zu erzwingen! Ihre Forderung nach einem vollständigen Erhalt
der Baulichkeit wird mit guten Gründen erklärt, die allerdings ohnehin
allgemein bekannt sind!
Ob aber die eminente historische
Bedeutung des Baumgartner Casinos (errichtet 1892) in Wien oder dem
Bundesdenkmalamt noch irgendjemand wirklich interessiert, wird sich erst zeigen!
Auf das Wiener Engagement kann ich persönlich leider nicht im Geringsten
vertrauen, wenn ich nur die allerjüngsten vergleichbaren Fälle Revue passieren
lasse (Stadt des Kindes, Penzinger Ortsrichterhaus).
Und "Nachnutzungen" durch
Bauprojekte, weil sich alter Baubestand „leider,
leider nicht mehr erhalten lässt“, sind in Wien ganz übliche
Erfahrungen! Und ebenso üblich ist dabei die Praxis, dem nicht reparablen
Verfall zuvor ganz bewusst jahrelang zugesehen zu haben, um bald einmal ein
lukratives Wohnprojekt versuchsweise anzuleiern (z.B. Kinderheim Paradies)!
Die Denkmalbehörden des Bundes wie des Landes Wien sind dabei im gängigsten
Normalfall irgendwie hoch hilflos allenfalls an der Lage, die übelsten Exzesse
der üblichen Gewinnmaximierung durch Nachnutzung von Bauprojekten kaum
wesentlich abzuändern und/oder eigenen Einfluss bei „Nachbesserungen“
von Projekten immerhin zu beteuern!
Im Falle des Baumgartner Casinos kommt aber zur ganz beträchtlichen
historischen Bedeutung (dazu gegebenenfalls demnächst mehr)
für den Bezirk und ganz Wien bis zum heutigen Tag die hochwertige
Nutzung der prachtvollen Räume des Gebäudes hinzu, die – wie seit jeher –
nicht nur für Ball-, Theater- und Musikveranstaltungen aller Art genutzt wurden
und werden, sondern auch bis zuletzt für alle jene sonstigen Veranstaltungen
reichlich Raum boten, der im gesamten Bezirk sonst in dieser Dimension nirgendwo
(!) vorhanden ist. (Der letzte vergleichbare Raum – ein theatertauglicher Saal
in der Stadt des Kindes – ist kürzlich für ein Wohnprojekt demoliert
worden!)
Insbesondere auch die Akustik des größten, prächtig stuckatierten
Saales mit dessen zentralem Baujuwel einer historischen Theaterbühne ist derart
brillant, dass dort nicht nur ungezählte Ton- und Filmaufnahmen mit zahlreichen
Größen der österreichischen Film- und Musikgeschichte (z.B. Hans Moser,
Friedrich Gulda) entstanden sind,
sondern bis heute hohe Nachfrage in der Musikbranche bestehen, den Saal soweit möglich
anzumieten!
Aus dem Gebäude ausgebootet ist mittlerweile allerdings auch schon ein weiterer
sehr stiller Nutzer, der dort seit Jahrzehnten traditionell zu Hause war: Der
einzige noch verbliebene traditionelle Penzinger Schachklub (Flötzersteig-Breitensee)
verlor dort jüngst seine Spielstätte und hat nun sang- und klanglos
in einem viel zu kleinen Lokal außerhalb Penzings eine Bleibe finden müssen!
Ob der ständig vielfach nachgefragte Saal nun aber weiterhin für irgendwelche
Events und Veranstaltungen, welche großflächige Räume benötigen, noch in
Zukunft genutzt werden kann, scheint somit ernsthaft fraglich!
Am Wort wäre dazu jetzt vermutlich vor allem der Verband
der Wiener Arbeiterheime, der
Eigentümer der 4754 m² großen Liegenschaft, - vermutlich wird aber wohl eine
Anfrage in der Penzinger Bezirksvertretung im September ein wenig Licht ins
Planungsdunkel bringen können! Immerhin wird man sich aber mit der Beantwortung
diesfalls kaum schwer tun können: Denn im Baumgartner Casino hat auch die
Penzinger SPÖ seit nunmehr auch schon wieder 63 Jahren ihre Parteizentrale, zur
Zeit unter der Leitung von Staatsekretär
Mag. Andreas SCHIEDER, und sollte davon wissen, müsste sie sich eine
andere suchen oder sollte kurz- bis mittelfristig eine irgendwie geänderte
Nutzungen der Liegenschaft in Aussicht genommen sein. Wir werden also fragen –
und gewiss einmal ganz klare, ehrliche Antworten erhalten!
Bis dahin macht uns aber die Webpräsenz
des Verbands der Wiener Arbeiterheime nicht
gänzlich bedenkenlos: Die präsentiert
sich nämlich in einer offenbaren Sachunion mit jener einer Aphrodite
Bauträger AG und ohne sehr erkennbaren virtuellen oder
unternehmerischen Unterschied zu dieser. Der Verband der Wiener Arbeiterheime dürfte
also irgendwie mit aktienrechtlicher Bauträgertätigkeit nicht ganz unbefasst sein, - man lernt ja nie wirklich aus, was so im Laufe der Zeit Verbände zu
tun kriegen können!
Zur allseitigen Beruhigung der Bevölkerung in Baumgarten scheint das jetzt aber
auch nicht wirklich beitragen zu können, meint einmal
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