BUWOG-WOhnhausanlage in der Keißlergasse tagsüber und nachts!



BUWOG glücklich wohnen - auf Penzinger Dächern!


Aus einem beträchtlichen Ortsbildschaden ist ein brauchbares Mahnmal für die Kompetenzen der ÖVP-FPÖ-Regierung unter Kanzler Schüssel geworden !




Wie man auf mehreren Dächern von BUWOG-Wohnhausanlagen auch in Penzing seit geraumer Zeit lesen kann, hat der nun private Eigentümer der ehemaligen Bundeswohnungen Anlass zu Werbebotschaften gesehen, die da unisono lauten: „BUWOG glücklich wohnen“.  

Ausgeführt sind die Werbeanlagen in riesigen dreidimensionalen Lettern, die tagsüber schon einen erheblichen Beitrag zu optischer Umweltverschmutzung leisten. Nächtlich strahlt die Botschaft auch noch im hellsten Licht – denn so ganz richtige Ortsbildschäden müssen schließlich rund um die Uhr wirken!

Die MA 19 ließ mich allerdings auf meine Anfrage zur Ortsbildverträglichkeit schon vor geraumer Zeit wissen, die Anlage (in der Keißlergasse) entspreche dem, was man auf Wiener Dachlandschaften als Maximalgröße für Derartiges erlaube, - somit sei alles in bester Ordnung! Zum sinnlosen Energieverbrauch für das aufdringliche nächtliche Lichtspiel  (mir waren da entfernt hiesige Debatten über den örtlichen und globalen Energieverbrauch in dunkler Erinnerung, - schließlich werden sogar Glühlampen in Privathaushalten abgeschafft) beschied man mir, man wisse in Wien rein gar nichts von technischen Daten der Anlage, die seien sozusagen BUWOG-Privatsache!



Mittlerweile hat sich aber zur BUWOG-Privatsache noch ganz anderer Schaden herausgestellt: Die 54 000 Wohnungen sind ganz offensichtlich weit unter Wert und zu enormen Schaden für die SteuerzahlerInnen an die IMMOFINANZ um bloß 961 Millionen € verkauft worden, - und zwar so intelligent, dass man diesmal - anders als bei der Eurofighter-Beschaffung - Malversationen nicht mehr abstreiten kann!


Zwei Freunde  von Ex-Starminister Karl-Heinz-GRASSER (FPÖ, später BZÖ, dann parteifrei und auf ÖVP-Ticket Minister) erhielten – nicht einmal von wem, ist derzeit  gesichert – für s.g. Beratungen und sonst nichts weiter 1 % der Kaufsumme, also rund 9,6 Millionen € unversteuert auf ein zypriotisches Konto, was schließlich nachträglich dem Fiskus zu melden aus Gründen des Strafrechtes tunlich erschien. Dass die Grasser-Freunde in dem Ausschreibungsverfahren Informationen aus dem Finanzministerium an den knapp obsiegenden Bestbieter in dem Privatisierungsverfahren vermitteln konnten, ist natürlich undenkbar, - wenn auch nur für Karl Heinz Grasser!


Der ist nämlich seither rechtschaffen empört über das ihm unbekannte Abkassieren eines persönlichen Freundes und Geschäftspartners sowie seines ehemaligen Trauzeugen und Kollegen aus der FPÖ-Buberlpartie (deren Mitglieder es im Dunstkreis der ehemaligen ÖVPFPÖ-Kompetenzregierung allesamt irgendwie auf kürzestem Weg dank Jörg Haiders Geschmack zu wundersamen Einfluss, Wohlstand und Posten schafften, - gern auch trotz fehlender Kompetenzen).


Aktueller Stand in Sachen BUWOG somit: Die FPÖ distanziert sich von dem betroffenen ehemaligen Buberl ihrer Partie und ließ es sogleich von ihrer Heimseite verschwinden, während SPÖ und ÖVP das Sittendrama rund um die Malversationen keineswegs in einem Untersuchungsausschuss behandelt wissen wollen! Das sei nämlich „zu früh“, so die ÖVP, der es nicht einmal zu peinlich war, gleich auch lautstark und öffentlich eine Lanze für ihren Beinahe- Spitzenkandidat Karl-Heinz GRASSER zu brechen. Der sei nämlich, so ÖVP - Pensionistenhäuptling Andreas KOHL nach (!) Bekanntwerden der Malversationen „ jederzeit in der ÖVP willkommen! (Kohl hatte sich seinerzeit getraut, im ÖVP-Parteivorstand als Einziger Kanzler Wolfgang SCHÜSSEL zu widersprechen, der seinen kongenialen Finanzminister zum ÖVP-Spitzenkandidat vorgesehen wissen wollte! Kohls Einspruch erfolgte aber nur deshalb, weil Grassers hochöffentliches Privatleben der christlichen ÖVP-Klientel damals nicht zumutbar schien! Mittlerweile dürfte sein Image aber wieder passen – christlich betrachtet, ist ja schließlich alles entschuldbar!)


Mein Ärger über die riesigen Buchstabenklötze auf den Penzinger BUWOG-Dächern ist jedenfalls mittlerweile gänzlich verraucht, denn der aufdringliche Ortsbildschaden ist wenigstens als äußerst taugliches Mahnmal zur Erinnerung an die schwarzblaue Kompetenzregierung unter Kanzler Wolfgang SCHÜSSEL zu allen Tag- und Nachtzeiten bestens brauchbar. Kreative Vorschläge zur anachrostischen Umdeutung von BUWOG liegen mir auch schon vor:
Billigst Und Wahnsinnig Ordentlich Gekauft“  oder „ Blendend umverteilt wie oftmals gelungen“ scheinen mir derzeit unter anderen Deutungen die aufschlussreichsten.




Aufschlussreiche Gerichtsverfahren stehen dagegen bis auf Weiteres nicht zu befürchten, denn nicht nur SPÖ und ÖVP wollen ausdrücklich rein gar nichts von einem Untersuchungsausschuss wissen und haben einen diesbezüglichen GRÜNEN Antrag im Nationalrat abgelehnt! Auch Justizministerin Claudia BANDION-ORTNER sah bislang keine Notwendigkeit, Karl Heinz GRASSERS Rolle bei der BUWOG-Privatisierung einer gerichtlichen Klärung zuzuführen und ein Ermittlungsverfahren eröffnen zu lassen, was aber auch wieder einsichtig ist! Frau Minister hat seit jüngstens reichlich zu tun, um Erklärungen zu versuchen, weshalb weisungsgebundene Staatsanwälte zuletzt nur gegen die Opposition - aber keineswegs gegen die Regierung ermittelten und z.B. eine Anzeige gegen ÖVP-Innenminister STRASSER bis zur Verjährung „vergaßen“.

Ich fürchte somit, es wird noch mehr Mahnmale hierzulande brauchen – Dachflächen in Penzing  sind aber zum Glück zuhauf frei und gut geeignet!


Wolfgang Krisch, 26.10.09

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