
Aufschlussreiche
Sitzung im Bezirksparlament Penzing am 13.4.2011
Ein „FPÖ-Pamphlet“ nach ÖVP-Befund !
Erstaunlichstes Agieren der ÖVP im
Bezirksparlament am 13.April!
Dass die ÖVP zur Zeit desperat ist, ist ja einzusehen!
SPÖ-Kanzler Faymann lächelt irgendwo als Polit-U-Boot im
Verborgenen, der geschiedene Vizekanzler Josef Pröll muss
sich ausgerechnet vom dauerurlaubenden Spitzenreiter nach
Umfragewerten, Herrn H.C. Strache, nachsagen lassen, er
wäre ein „großes politisches Talent“ (!)
gewesen, - und im Wahlvolk wird von all dem nur in
Erinnerung bleiben, dass ÖVP-BM a.D. Heinrich Strasser,
politischer Ziehsohn des ÖVP-Parteigranden Erwin Pröll,
offenbar genau so agiert hat, wie man sich mancherorts in
der Öffentlichkeit ÖVP-Politik vorstellt! Das alles
frustet natürlich enorm, - aber dagegen hülfe nichts als seriöse
Sachpolitik! In Penzings
Bezirksparlament war zuletzt in einer Sitzung am 14.April 2011
diesbezüglich eine Chance vorhanden, - ob sie genutzt
wurde, ist mir hoch fraglich!
Denn da bemühte sich die ÖVP einmal mehr um ihre bekannten
„Verkehrslösungen“ vor allem am
Wolfersberg! Diesmal hatte man dort ca. 80 Zentimeter
breite Gehsteige entdeckt, auf denen seit Jahrzehnten
Lichtmasten oder sogar Hydranten FußgängerInnen im Weg
stehen, - man sorgte sich also um die Verkehrssicherheit im
Umfeld der Volksschule Mondweg und verlangt von der
zuständigen GRÜNEN- Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou
Abhilfe!
Das soll nun
demnächst in der Verkehrskommission diskutiert
werden, ich wage die Prophezeiung, dass die ÖVP dort in
schweren Erklärungsnotstand geraten wird! Denn
zugleich fordert die ÖVP am Wolfersberg einige
Einbahnregelungen, die nach Stand der Verkehrswissenschaft
stets zu einer Erhöhung (!) der Fahrtgeschwindigkeiten
führen und hat sich zuletzt vergleichsweise im Umfeld jener
Schulen (Volksschulen Märzstraße 178 und 189), wo
keinerlei ÖVP-Klientel wohnt, ein allseits verlangtes Ende
des Gehsteigparkens ausdrücklich verboten! Zwischen
Autoschnauzerln und Hausmauern ist in der Gegend seit
x-Jahren nicht selten deutlich weniger als 50 Zentimeter
Platz für Schulkinder auf Gehsteigen! Das abzustellen
nannte ÖVP-Klubobmann Senator Franz E.LERCH erst im
Jänner „ Legalisierter Parkplatzraub“ , - und die Sicherheit von
Schulkindern auf den verparkten Gehsteigen war ihm für
seine ÖVP gleich bzw. weniger wichtig als Parkplätze auf
Gehsteigen! Am Wolfersberg sind der ÖVP aber Schulkinder
der ÖVP-WählerInnen im Bezirk vermutlich schützenswerter
als in der Märzstraße!
Und ob unsere liebe ÖVP die Lichtmasten und Hydranten von
den Gehsteigen am Wolfersberg lieber auf die Fahrbahn oder
doch in Privatgrundstücke versetzen will oder ob ihren
Verkehrsfachleuten mittlerweile erfolgreich gelungen ist,
die Erdoberfläche zum Verbreitern der Straßenzüge
irgendwie auszudehnen, wird sie von mir gefragt werden! Und
ferner werde ich fragen, ob zu Folge der plötzlichen
ÖVP-Entdeckung die Gehsteige bestens so verbreitert werden,
dass in ganzen Straßenzüge generelles Parkverbot
verfügt werden
muss ! Ich hab jedenfalls vor der jüngsten Sitzung mit
einigen der nachsichtigsten ehemaligen
ÖVP-SympathisantInnen am Wolfersberg über das ÖVP-
Unterfangen nur wenig besprechen müssen! Man zeigte sich
überall milde konsterniert, - man ist ja länger schon von
den Christlichsozialen Einiges gewohnt, und zwar selbst am
Wolfersberg!
Wesentlich überraschender war in der jüngsten Sitzung des
Bezirksparlaments allerdings eine ÖVP-Wortmeldung zu meinem
Antrag, die Stadt möge prüfen, wie Wien mittels eigener
Maßnahmen jenen Zuständen entgegen wirken könnte, die
Anrainer des Straßenstrichs in der Linzer Straße
zunehmend beklagen!
Die ÖVP war zu diesem Zeitpunkt in der Sitzung leider schon
ganz schlecht drauf, denn zuvor hatte sie heftig die
Weigerung der GRÜNEN erzürnt, auf ÖVP-Antrag hin,
Graffitis im Inneren der Ruine der Orangerie im Dehnpark
durch die MA 49 übermalen zu lassen! Ich persönlich hatte
es für nicht vertretbar gehalten, für das unsanierbare (!)
und stark ruinöse Bauwerk laufende Erhaltungskosten
finanzieren zu wollen und musste daher natürlich gegen den
Antrag stimmen, obwohl ich Graffitis auf fremden Eigentum
selbstverständlich ablehne! Ebenso selbstverständlich
lehne ich aber natürlich auch Vergeudung von Steuermittel
ab!
Die ÖVP war jedenfalls gleich hoch empört und daraufhin
völlig durch den Wind! Zu
Fragen von Menschenhandel und Sklaverei am Straßenstrich
Linzer Straße meldete sich also kregel Bezirksrat Mag.
Markus KROIHER zu Wort: Es sei ja nicht zu verstehen, so
der ÖVP-Jungstar, dass die GRÜNEN rein gar nichts gegen
die Beschmierung der Baulichkeit im Dehnpark hätten, dafür
aber da ein „FPÖ-Pamphlet“ vorlegen
würden , das gar „wissenschaftliche Fetzen“
in der Begründung enthielt! (Hier der Antrag im Volltext).
Das verlangte jetzt natürlich eine milde Erklärung
meinerseits, denn Herr Mag. Kroiher ist ja nicht irgendwer
in der ÖVP! „Unter
der Führung“ des langjährigen Obmanns der
ÖVP-Jugend – wie es bei der ÖVP deutlich zu lesen und
prächtig bebildert heißt – sei die Junge ÖVP in den
letzten 6 Jahren zu einer „ernstzunehmenden
politischen Kraft gewachsen“, und Herr Magister
Kroiher wurde dafür zuletzt gar mit dem „goldenen
Ehrenzeichen der Jungen ÖVP“ ausgezeichnet! In
Penzings Bezirksparlament zeichnete sich der eben dem
politischen Jugendalter Entwachsene langjährig vor allem
durch die religiöse Verehrung des aus Penzing gebürtigen
Paters Jakob Kern aus! Mehrfach konnte Kollege Kroiher in in
der Bezirksvertretung auch an ein offenbar vorbildhaftes „Keuschheitsgelübte“
erinnern, welches der selig gesprochene Kleriker schon als
Jugendlicher abgelegt haben soll, ehe er als persönliche
Buße für den Abfall eines ihm fremden böhmischen Mönches
in das Waldviertler Stift Geras eintrat! Pater Kern, der in
jungen Jahren verstarb, wurde daher von Papst Johannes Paul
II. selig gesprochen, - Herr Kroiher ist in Penzing um die
Erinnerung an ihn bemüht!
Warum aber jetzt ausgerechnet Herr Mag. Markus Kroiher daran
Anstoß nimmt, dass ich in der Linzer Straße alle
möglichen Aspekte von Menschenhandel und Sklaverei der
zeitgeistigen Sexarbeit nicht tolerieren möchte, ist
mir ein unlösbares christlichsoziales Rätsel! Ich unterstelle
nämlich Herrn Kroiher keineswegs, dass ihm die Anliegen
allfälliger Rotlicht-Barone schützenswert erscheinen, und
ich vermute irgendwie hoffnungsvoll, dass die ÖVP auch
nicht über Gebühr die ordnungsgemäße Glücksspielbranche
besonders gefördert wissen möchte, die – auch in der
Linzer Straße – mit dem üblichen Straßenstrich
scheinbar symbiotisch einher geht! (Allerdings weiß ich
natürlich über christliche Sexualmoral zur Zeit rein gar
nichts Präzises und möchte in Anbetracht der Erkenntnisse
der s.g. „Klasnik-Kommission“ auch nicht wirklich sehr
viel Genaues darüber wissen müssen. )
Ich musste allerdings doch schon in meiner Wortmeldung
erstens einmal festhalten, dass selbst über EU-Erkenntnisse
kein Zweifel daran bestehen kann, wie sehr auch hiesige
Prostitution unter aller Augen der Öffentlichkeit vielfach
auf Menschenhandel und Sklaverei basiert und dass davon
nachweislich selbst Minderjährige betroffen sein können!
Ich erlaubte mir das hohe Bezirksparlament daran zu
erinnern, dass die EU demnächst sogar ein
Vertragsverletzungsverfahren gegen die Republik Österreich
eröffnen wird, sollte der Bundesgesetzgeber die Strafrahmen
für Menschenhandel genau aus diesem Grund nicht an
EU-Standards anpassen und dass man in Österreichs Zeitungen
regelmäßig bestens nachlesen könne, wo wiederum einmal
der Polizei gelungen war,
versklavte SexarbeiterInnen aus Bordellen oder
Zuhälter-Kreisen zu
befreien. Zuletzt war die Polizei i nWien erfolgreich
gewesen. Unter zahlreichen befreiten Ungarinnen wurde
diesmal eine Frau gefunden, die über 10 (zehn) Jahre lang
gegen ihren Willen im Wiener Rotlichtmilieu gut beschäftigt
gewesen war!
Ferner versuchte ich bei der lieben ÖVP Einsicht zu
erwecken, dass das schlichte Wohnrecht der Bevölkerung in
der Linzer Straße und weit darüber hinaus – insbesondere
auch das gute Recht ungestörte Nachtruhe zu verbringen –
möglicherweise doch noch - selbst der ÖVP - allgemein
verständlich sein sollte! Wenn ein derartiger Wunsch von
Mandatar Krisch für die ÖVP ein „FPÖ-Pamphlet“
mit „wissenschaftlichen
Fetzen“ sei, werde ich natürlich ganz
untröstlich damit leben können! (Ob Mag. Kroiher
möglicher Weise aber nur die Bedeutung des Wortes „Pamphlet“
– das heißt nämlich „Schmähschrift“
- nicht kennt, ist natürlich auch nicht auszuschließen!
Für Schmähs läge aber im Fall des Wiener Straßenstrichs
leider kein Anlass vor!)
Mein Antrag wurde schließlich zur allgemeinen Erleichterung
einem Ausschuss zugewiesen und wird nicht vor Juni zu einer
endgültigen Abstimmung darüber vorliegen, ob er – im
Falle der Annahme des Antrages – an ein zuständiges
Mitglied im Wiener Stadtsenat heran getragen werden könnte. Kollege Markus Kroiher
meldete sich nicht mehr zu Wort – auch sonst niemand in
der Bezirksvertretung. In der Linzer Straße werden die
Geschäfte der Zuhälter&Glücksspiel-Gesellschaften die
nächsten paar Monate ganz sicher nicht beeinträchtigt
werden! Ich hoffe natürlich, auch die ÖVP bleibt nicht
beeinträchtigt, - Penzing schaden könnte das nämlich
keinesfalls, vermutet
Wolfgang Krisch, 15.4.20
P. S.: Dass sich die ÖVP
(namentlich Bezirksrat Hannes TABORSKY in einer
Wortmeldung) darüber hinaus in der Sitzung auch noch um den
guten Fortbestand der bestehenden Schulsystems bemüht
zeigte und weiterhin Kinder im Alter von 10 Jahren
entweder in die zukunftslose Hauptschule oder in die
überfüllten Gymnasien schicken will, obwohl dort ohnehin
längst Gesamtschulcharakter vorliegt, blieb übrigens zum
Glück immerhin Nebenmaterie
der Sitzung! Ich kündigte der ÖVP dazu nur an, dass
die Bevölkerung – ÖVP hin oder her – eine zeitgemäße
Schulreform durchsetzen werde – und die ÖVP es
hinterher nicht einmal bemerkt haben wird!
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