FPÖ beklagt „Eintönigkeit des Speiseplans hinsichtlich Mangel an Schweinefleisch
… und schafft Hetze gegen Ausländer selbst in Penzinger Kindergärten
!



Dass man aus rein gar nichts an Grund oder Ursache ständigen Anlass zu dumpfer Ausländerfeindlichkeit und Hetze finden kann,  zählt mir zu den widerlichsten Erfahrungen mit hiesiger – mittlerweile ganz üblicher - Politk.

Gemeint ist da aber diesmal nicht die ÖVP-Innenministerin Maria Fekter, sondern einmal mehr der Penzinger FPÖ-Klub!

Hatten sich zuletzt die blauen Recken im Vorjahr einmal an Ausländern gestoßen, die angeblich durch das Angeln österreichischer  Fische aus dem Halterbach(!) ihre „Speisezettel aufbessern“ (Mag. Oliver DRAHOSCH), ein anderes Mal (Armin BLIND) aber darüber, dass auf den Steinhofgründen böse Ausländer beim erlaubten (!) Pflücken von Obst hiesiger Bäume beschädigen würden (selbst das blieb fraglich), ist die jüngste xenophobe Erfindung der Freiheitlichen in der Sitzung der Penzinger Bezirksvertretung vom 10.2. aber wiederum einmal deutlich dümmer und perfider gewesen als jene beim letzten Mal!

Denn diesmal verlangte man (Elfriede BLIND) gar über Antrag an den Stadtrat für Jugend und Familie die Vorlage der Speisepläne der städtischen Kindergärten in Penzing, weil sich Eltern in Penzing über die Eintönigkeit des Speiseplans hinsichtlich Mangel an Schweinfleisch“ beschwert hätten.

(Ich beschwere mich ja demnächst über Eintönigkeit des politischen FPÖ-Speiseplans hinsichtlich Mangel an Intelligenz.)

Und da natürlich selbstverständlich klar ist, wer an dem „Schweinfleischmangel Schuld sein müsste, brauchte diesmal nicht einmal das Wort „Ausländer“ in dem Text erwähnt werden. GRÜN-Klubobfrau Elisabeth HOLZER vermutete dennoch in einer Wortmeldung eine „unterschwellige“ Ausländerfeindlichkeit, worauf ich ihr widersprechen musste. Von Unterschwelligkeit kann da natürlich keine Rede sein, - der Verstoß ist eindeutig ausländerfeindlich, und zwar ganz perfid obendrein.

Dafür sorgte die FPÖ in der Sache gleich zusätzlich für unfreiwillige Heiterkeit durch eine zusätzliche Anfrage zum Schweinefleischmangel! Darin wird nämlich Auskunft verlangt, wie oft es pro Woche  in den Kindergärten n Penzing (aufgeschlüsselt auf die einzelnen Kindergärten) Speisen a) aus Schweinefleisch, b)aus Rind- bzw. Kalbfleisch, c) aus Hühnerfleisch, d) aus Putenfleisch, e) aus Fisch oder Meeresfrüchtengibt, - wohlgemerkt „pro Woche“. Als Grund für die Anfrage war jedenfalls nicht öffentliches Interesse glaubhaft zu machen, sondern wohl eher die offensichtliche Unfähigkeit der FPÖ nahe liegend, die vom Stadtrat zur Vorlage beantragten Speisepläne selbst hinsichtlich ihrer Fleischsorten-Spezifikation auszuwerten.



 

In einer Wortmeldung gab ich der FPÖ daher zu bedenken, dass man das Rot- und  Schwarzwild vergessen hätte (ganz unverständlich, schon wegen der politischen Assoziationsmöglichkeiten), das Federwild ferner und sonstiges essbares Getier, dass man aber darüber in den Kindergärten mehrmals tägliches Speisen einführen müsste, um alle Fleischsorten gebührend verdrücken zu können. Auf das ostentativ fehlende Schöpfserne wollte ich allerdings nicht hinweisen, - man weiß ja, was dann der FPÖ gleich in den Sinn käme.

Dass die Anfragestellerin – Mutter zweier erwachsener Kinder – einen derartig verrückten Fleischkonsum überhaupt in Erwägung zieht, scheint mir aber weniger an persönlichen Koch- und Essgewohnheiten zu liegen, die jeder bewussten Ernährung Hohn und Spott sprechen würden, sondern eher daran, dass ihr nach meinem Eindruck der Herr Gemahl (Kurth-Bodo BLIND) als besonders strammer FPÖ-Gemeinderat im Wiener Rathaus wieder einmal eine Möglichkeit zur Ausländerfeindlichkeit aufgezeigt haben dürfte.

DIe FPÖ enthielt sich jedenfalls in der Debatte jeder Wortmeldung! Schlimmer geht’s diesbezüglich  nimmer, - hofft man jedenfalls! Aber zu befürchten ist eher das Gegenteil.  Wenigstens  rechne ich für die allernächste Zeit noch nicht mit der FPÖ-Beschwerde, die Kinder im Kindergarten müssten sich ihre tägliche Zwangs-Hammel-Portion, die sie bei sonstiger Strafe aufessen müssen, auch noch vorher selbst schächten,  - und wenigstens das ist trostvoll, meint

Wolfgang Krisch, 11.2.2010
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