
Wenn Jugendarbeit
„fast schon doppelt so viel“ kostet wie „der
Winterdienst“...
…
kann die FPÖ dem Penzinger Bezirksbudget
schon gar nicht zustimmen !
Wenn zum Jahresende die üblich
Hochzeit der Brauchtumspflege Besinnung verbreitet, ist das
natürlich auch in der Penzinger Bezirkspolitik nicht
anders! Zwar treten in der Bezirksvertretung keineswegs die
alpenländischen Perchtelmütter und Zoderwascheln in den
Raunächten in Erscheinung, dafür aber unweigerlich die
FPÖ zur alljährlichen Abstimmung über das Bezirksbudget!
Und so blieb auch in der heurigen Sitzung der
Bezirksvertretung am 15.12. –
same procedere as every year – dem FPÖ Budgetsprecher
Mag. Bernhard LOIBL vorbehalten, am Rednerpult die
brauchtumsgemäße Ablehnung des Bezirksbudgets
auszuführen! Wie
unsereins weiß, dürften die FPÖ-Bezirksfraktionen durch
Fügung der Parteigranden in allen Wiener Bezirken den
Budgets gar nicht zustimmen, man ist ja die Opposition, aber
das würde der Bezirksbevölkerung natürlich nicht ganz so
leicht verständlich sein und den
Selbstachtungsüberlegungen angeblich freier MandatarInnen
wenig Freude machen!
Daher besteht der Kern des schönen Penzinger FPÖ-Brauches
nun in einer alljährlich pfiffig zu variierenden
Erklärung, was dieses Jahr an der Zustimmung zum
Bezirksbudget hindere, obwohl man das ganze Jahr im
Budgetausschuss so "konstruktiv zusammen gearbeitet
habe und sich „für die gute
Arbeit im Finanzausschuss bedankt“!
Die diesjährige Ausführung
durch den bewährten Wortmelder vermochte aber selbst mich
zu überraschen! Denn
Mag. Bernhard LOIBL ging in seiner Ablehnung des
Bezirkshaushaltes keineswegs nur auf mangelnde Einsparungen
ein, sondern war - penibel vorbereitet - gar geneigt,
die mangelhafte Spargesinnung des Penzinger Budgets mit schlimmen Zahlen zu
belegen.
Und daher nahm er für die FPÖ bedenkenschweren Anstoß
daran, dass die aufsuchende Jugendarbeit in den Parks „fast schon doppelt so viel kostet wie der
Winterdienst“ –
ohne sogar auf
die Erinnerung zu vergessen, dass unsere Bezirk ein „doch
großer“ sei! (Was heißen sollte,
dass im großen Bezirk schon viel winterliche Straßen
betreut werden – natürlich nicht aber, viel mehr
Jugendliche als anderswo!)
Nun bin ich ja von der FPÖ
Schlimmstes gewöhnt, was ihr Engagement für Kinder und
Jugendliche einerseits und das Autofahren andererseits
betrifft! Der Penzinger FPÖ ist seit Jahren jedweder Antrag
für Verbesserungen für Jugendliche im öffentlichen Raum kaum je auch nur eine
Wortmeldung wert! Geht es um irgendeinen Antrag, der auch
nur geringsten Aufwand für Jugendliche kosten würde,
bleiben die Hände der Bezirksblauen verlässlich ungerührt
– und ebenso verlässlich schnellen sie in die Höhe, wenn
es um das einzige wirkliche Anliegen der Freiheitlichen
geht: Den anständigen und fleißigen AutofahrerInnen bei
ihrer schweren Tätigkeit freiheitlich wo immer möglich
bei- oder vorauszuspringen! (Unvergessen
nach wie vor: Kollege LOIBL verlangte im Vorjahr ernsthaft
zu überprüfen, ob man die beiden Schulen am Kinkplatz der
hohen Erhaltungskosten wegen nicht lieber abreißen und die
vielleicht 500 SchülerInnen bis zu einem erschwinglicherem
Neubau in die paar stehen gebliebenen Pavillons im
Geriatriezentrum Baumgarten bestellen sollte! )
Dass man in der FPÖ mittlerweile zu den Kosten für die
eminent wichtige und erfolgreich tätige Aufsuchende Kinder-
und Jugendbetreuung in den Parks eine buchhalterische Bilanz
mit dem ohnehin schon irrwitzigen Aufwand für
Schneeräumung aufmacht, ist unfassbar! Denn einige
Penzinger Blaue haben selbst Kinder und könnten daher
möglicherweise irgendwie eine diesbezügliche soziale
Kompetenz erworben haben!
Ich rätsle jedenfalls nun also seit gestern, ob es
vielleicht daran liegen könnte, dass in den Penzinger Parks
viele Jugendliche betreut werden, deren Eltern aus dem
Ausland stammen! Dann wäre natürlich der Gedanke an
schlichte Fremdenfeindlichkeit naheliegend, aber die könnte
ja niemand gerade der FPÖ nachsagen!
Vielleicht liegt es daher eher daran, dass die aufsuchende
Jugendbetreuung ein seit Jahren neben dem Kfz-Hobby gehegtes
Faible der FPÖ böse behindern könnte: Berittene Polizei
im Park, - eine der Königsideen der FPÖ zur Abwehr alles
Bösen in Penzinger Parks! Denn wenn Streetworker und
SozialarbeiterInnen im Park mit Jugendlichen sinnvoll
arbeiten, wäre ja gleich noch viel weniger Grundlage, über
Kriminalität, Banden, Drogen und sonstige
Widerwärtigkeiten bei allzeitiger Gefahr für Leib und
Leben wie üblich zu klagen, zu deren Verfolgung die FPÖ
Wiens Polizei unbedingt auf Pferderln sehen möchte, - die
natürlich viel billiger wären als die SozialarbeiterInnen!
Oder hat man gar deshalb so partout schwere Bedenken gegen
die hohen Ausgaben für Jugendarbeit in den Parks, weil dort
die Jugendlichen nicht richtig ertüchtigt werden? Das
erwäge ich in eventu nicht grundlos deshalb, weil mir noch
lebhaft die Klage einer FPÖ-Mandatarin in einer heurigen
Ausschusssitzung in Erinnerung ist, in der sie fehlende
Sportanlagen für Jugendliche in Penzing mit scharfen Worten
geißeln musste. „Zum Fechten“
(sic!) müsse jemand ein Kind „ bis in die Südstadt
fahren“ , so ließ die Kollegin erschütternd wissen,
was mich bis heute bewegt! Denn irgendwie hoffe
ich doch stets, dass vom banalsten Sportunterricht unser
agiler Nachwuchs keine Schmisse vorzeitig nach Hause bringt!
(Fehlendes
öffentliches Raumangebot für Fechtunterricht muss einem ja
erst einmal einfallen!)