Historisches Beispiel für ausländische berittene Guides aus 1929!


FPÖ verlangt „notwendige Schritte zur Einführung berittener Parkguides

… in den Penzinger Parks einzuleiten! Es galt natürlich die gesamte Materie ordentlich abzuwägen!

 

Wie man ja allseits als bekannt voraussetzen darf, liegt das Glück der Erde allemal auf den Rücken der Pferde! Und weil die Penzinger FPÖ bekanntermaßen um Penzings Glück rastlos bemüht ist, hat sie in der Sitzung der Bezirksvertretung am 13.4.2011 beantragt,  die MA 42 (Stadtgartenamt) zu ersuchen,  die notwendigen Schritte zur Einführung von berittenen Parkguides in den Penzinger Parks einzuleiten“!

Der  wunderliche Antrag von FPÖ Bezirksrat Friedrich JIREC - berittene Gesetzeskräfte werden in Penzing von der FPÖ nicht zum ersten Mal verlangt  - veranlasste GRÜNEN-Klubobfrau Elisabeth HOLZER umgehend zu einer Wortmeldung! Sinngemäß erklärte sie, es müsse sich um einen verspäteten Faschingsscherz im April handeln.

Gleich musste ich replizieren, dass ich FPÖ-Kollegen JIREC keineswegs einen unzeitgemäßen Faschingsscherz zutraue, ich hielte eher für wahrscheinlich, dass der FPÖ-Antragsteller Hobbygärtner sei! Als solcher hätte er, wie wir alle, natürlich zu Frühjahrsbeginn sein termingerechtes Augenmerk auf Rossäpfel gerichtet, die man für jedwedes Garteln zur Düngung und Lockerung der bodenständigen Schollen unseres Heimatbodens dringend benötige - und die oft nicht wirklich in guter Qualität aufzufinden seien.  Ich hielte daher den FPÖ-Antrag für eine verdeckte GärtnerInnen-Ambition des Antragstellers, denn guter Dung für Beete und Rabatte sei oft nicht wirklich gleich zur Hand.

Gleich warf SPÖ-Mandatar Walfried ERTL mittels Zwischenruf sehr korrekt und hilfreich ein, die frischen Rossäpfel wären aber nicht umgehend zu gebrauchen, sie seien gartenbautechnisch „zu scharf“, wie der Volksmund formuliert – und weil ich diesen Einwand als richtig erkannte, ergab sich sofort die Nötigkeit der Erwägung, eine richtige Lagerung des Pferdedungs durch die MA 42 mitdenken zu müssen, um dem FPÖ-Antrag in seiner Komplexität richtig zu entsprechen!

Dazu wurde spontan von mir am Rednerpult leider wieder einmal keine Lösung gefunden, weshalb ich in Fortführung meiner Rede nicht auf den Tierschutz zu vergessen Anlass zu appellieren sah! Denn wie ich gewiss in Erinnerung habe, müssen Wiener Fiakerpferde seit 26.April 2004 zur Abwehr der Verschmutzung des Straßenraumes - möglicherweise aber auch zur Einsammlung der beliebten Rossäpfel - so genannte „Pooh-Bags“ unter den  Schweifen fixiert haben, welche zur Aufnahme abgesetzter Rossknödel bestimmt seien! Das Equipment sei natürlich auch für die  FPÖ-„Parkguides-Pferde“ des Mandatars Friedrich JIREC vorzusehen! Ob aber mit derartiger Pooh-bag- Erschwernis beispielsweise über eine Hecke gesprungen werden könne, wenn zur Abwehr von „Verunreinigungen in den Penzinger Parks“ die aufgesessenen Parkguides dazu Anlass sähen, sei mir hoch fragwürdig! Denn der Pooh-Bag würde zumindest gegen die Oberschenkel der Sprungbeine schlagen, das könne bewegungstechnisch unmöglich
gut ausgehen! Wie sollten daher mit dieser Belastung „Akte des Vandalismus sowie Übergriffe auf schwächere Teile der Bevölkerung (zB Pensionisten oder Kinder) hintangehalten“ werden, wie das FPÖ-Bezirksrat Friedrich JIREC wünscht,  wenn bei solch Hintanhaltung unter der Kuppe so ein Bag hinge?
Es scheine mir schon als Tierfreund unerlässlich, dies vorab klären zu können, ansonsten fände ich ja berittene UniformträgerInnen ausgesprochen attraktiv!  In München – die FPÖ hatte z.B. auf berittene bayrische Ordnungshüter verwiesen – vielleicht weniger, aber zweifelsfrei in London, was der FPÖ ebenfalls als beispielhaft vorgeschwebt war! Die dort berittenen royalen Guides mit den Fellmützen beim „Trooping the colours“ – outete ich mich zum Nachteil meiner Reputation aber wahrheitsgemäß - fände ich sogar ausgesprochen glamourös und würde vergleichsweise empfehlen, das englische Geburtstags-Zeremoniell zu Ehren der Queen für Penzing mit massiver Pferdebeteiligung vielleicht aus Anlass des Geburtstags der Frau Bezirksvorsteherin entsprechend adaptiert einzuführen! Und sollte Frau Bezirksvorsteherin nicht wollen, hätte ich persönlich bei noch günstiger Witterung Mitte Oktober Geburtstag – und wenn da hoch zu Ross für mich die Säbel präsentiert würden, wäre ich wirklich keineswegs abgeneigt!

Allerdings – man muss sich ja oft die schönsten Vorstellungen selbst schon einmal  schnöde zunichte machen – gab ich FPÖ-Kollege Friedrich JIREC doch zu bedenken, wie schwer es beispielsweise im Gustav-Klimt-Park sei, so ein Pferd nur ordentlich umzudrehen, wenn das nötig sei, es gäbe keinen Retourgang  für das Manöver und es sei halt schon reichlich wenig Platz dort! Und dabei wäre die FPÖ-Idee ja schon einmal historisch relevant: Denn selbst Kaiser FRANZ JOSEPH selig hatte ja - ohne die FPÖ kennengelernt haben zu müssen - den Gebrauch eines Automobils grundsätzlich mit dem korrekten Hinweis lange verweigert, dass ein derartiges Fahrzeug nicht über eine Hecke setzen könne, wenn das denn nötig wäre und beliebt hätte!

Wie aber sollte man z.B. im Gustav-Klimt-Park FPÖ-gemäß über eine Hecke setzen? Ich empfahl Kollegen Friedrich JIREC daher vielleicht doch daran zu denken, statt Pferden für Parkguides an Mountainbikes für Wiens Polizei zu denken, - das Gerät stünde ebenso zur Verfügung wie die Ausrüstung und das Umdrehen wäre viel leichter, von der günstigen Futterbilanz ganz zu schweigen!

Zuletzt bat ich die FPÖ um Verständnis, dass das Berittene im öffentlichen Raum historisch halt auch leider schon ein ein für alle Mal stark diskreditiert sei! Schon bei der von der FPÖ so geliebten 1848er-Revolution habe Erzherzog Albrecht seine berittenen Reiter mit dem Säbel auf Demonstranten schlagen lassen, - das hätte dem Herrscherhaus keinen schlanken Fuß gemacht, man mag seither dergleichen nicht wirklich im Lande! ( Das 1927er-Jahr brachte ich gleich gar nicht in Erinnerung, - denn um den Brand des Justizpalastes mit all seinen Folgen zu erklären, reichte leider meine Redezeit nicht, - oft muss man ja im Bezirksparlament zu einer Erhellung wahnsinnig weit zeitraubend ausholen!).

FPÖ-Kollege Friedrich JIREC zeigte sich allerdings unbeeindruckt und bestand auf Pferdln für Penzings Parks! Wieherndes Gelächter im hohen Bezirksparlament blieb aber selbstverständlich freundlich aus, weil man in eben sehr kultiviert miteinander diskutiert, - und zwar selbst dann, wenn jemand nicht weiß, wie groß Penzinger Parks sind und wie viele Pferde zu deren alles hintanhaltender Bestreifung dort hineinpassen könnten!

Jedenfalls wurde der Antrag bei der folgenden Abstimmung abgelehnt! Nicht auszudenken, es wäre anders gekommen! Stadträtin Uli SIMA hätte wegen der FPÖ ganze Herden von Füllen zureiten und die Parkoberflächen weiträumig aufpumpen lassen müssen, - denn die FPÖ ist unerbitterlich, wenn es um Hintanhaltung von Verunreinigungen und Vandalismus geht - weiß mit langjähriger Erfahrung

Wolfgang Krisch, 18.4.2011
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