
Empfehlung für ganz Hütteldorf, sollten
Wiens Sparpläne St. Hanappi zur Fußball-Fanmeile werden lassen: Ausreichender
Abstand vom Geschehen!
Paukenschlag für Hütteldorf:
„Fanmeile“ in Hütteldorf für bis zu 40 000 Fans?
Planungschaos wenige Tage vor Beginn der Fußball-EM, weil der Standort
Donauinsel
einfach "sehr
viel Geld kosten" würde!
Ein unglaubliches Planungschaos
kaum 8 Wochen vor Beginn der Fußball-EM könnte für Hütteldorf mit Beginn der
Veranstaltung am 7.Juni verhängnisvolle Konsequenzen in bislang nicht gekannter
Dimension haben!
Wie vor wenigen Tagen aus heiterem Himmel von der Stadt Wien dem Bezirk und Medien mitgeteilt wurde, soll nun nämlich das Hütteldorfer Hanappi-Stadion die zweite Wiener „Fanmeile“ der Fußballeuropameisterschaft werden!
Hütteldorf sei aber, so beruhigte Anja RICHTER, die Sprecherin des Euro-Organisationskomitees dem ORF gegenüber, „keine Fanzone, die jubelnd promotet werden soll“, sondern nur als „Reserve“ für „Public Viewing“ vorgesehen, die eben „bei Bedarf“ geöffnet würde! Infrastruktur, so meint man in jenem Komitee, das da für tatsächliche Organisation eingerichtet ist, also „Toiletten, Gastroeinrichtungen und eine „Umzäunung“ (!!!) gäbe es bereits, eine große „Videowall“ würde „folgen“, - Platz sei somit für 20 000 Fans, die sich auf den Rängen und dem Rasen des Fußballstadions verlustieren sollen!
Dass Tags darauf nächsten
Zeitungsredaktionen die Hütteldorfer „Fanmeile“ als für
40 000 (vierzigtausend!!) Fans geeignet dargestellt und weitere
Raumressourcen für die Fans im Wiener Gasometer als „in
Planung“ angegeben wurden, wäre für den Beweis größtmöglichen
Planungs-Dilettantismusses der Stadt Wien gar nicht mehr nötig gewesen! So
lachhaft plant in ganz Wien keine Volksschule ein vierstündiges Faschingsfest
für zehn Schulklassen im Turnsaal, - sollte Österreichs Team das Wiener
Planungsniveau erreichen, ist ein letzter Platz ohne erzieltes Tor
unausweichlich!
Fanmeile Donauinsel nur
aus finanziellen Gründen gescheitert !
Als Ursache für das plötzliche Chaos sind mehrere Faktoren klar ersichtlich.
Zum Einen wurde nämlich von Seiten der Stadt Wien unverblümt eingeräumt, dass
vom Standort Donauinsel aus finanziellen Gründen vor kurzem abgegangen wurde.
Frau Barbara SCHWARZINGER vom Veranstalter "Stadt-Wien-Marketing"
gegenüber dem STANDARD:
"Es
kostet einfach sehr viel Geld. Aber es ist kein Schaden entstanden durch den
Wegfall der Donauinsel"!
Bald danach vor- bzw. nachgeschobene Sicherheitsbedenken als unfinanzierbarer
Kostenfaktor sind natürlich gänzlich unglaubwürdig, bedenkt man, dass zum
Donauinselfest der SPÖ alljährlich weit mehr als 1 Millionen festesfreudige
Menschen (bei enormer Finanzierungsbeteiligung der SteuerzahlerInnen)
leichthin Platz und Sicherheit für frohes Treiben finden! Da plant aber Wiens
SPÖ für ihr Fest offenbar sorgfältiger als für eine marginale
Europameisterschaft im Fußball!
Vorweg aller weiteren Überlegungen
fordern die Penzinger GRÜNEN daher SPÖ- Sportstadträtin Grete LASKA dringend
auf, die nötige Fanmeile – wie ursprünglich vorgesehen – auf der Donauinsel ganz
rapid doch noch realisieren zu lassen!
Denn nur deshalb, weil für irgendwelche „Organisatoren“, "Sponsoren" oder
Unternehmer am Standort Donauinsel jetzt die Kassa nicht genügend klingelt, ganz
Hütteldorf planlos zur Fanmeile zur erklären, wäre wohl ein bislang selbst für
das leidgeprüfte Hütteldorf ultimativer Skandal!
Die zweite Ursache für das nun hektische
Fanmeilen-Suchen der Wiener Stadtverantwortlichen ist ebenso banal – und für die
Planungsqualität noch erhellender! Wie aus Sicherheitskreisen bekannt wurde,
waren vor wenigen Tagen jene deutschen Fachleute zu Besuch in Wien, die vor zwei
Jahren die Berliner Fanmeilen während der Fußball-WM gemanagt hatten! Den Gästen
wird hohe Betroffenheit über das geringe Ausmaß der Fanmeile in der Wiener
Innenstadt nachgesagt! Der Platzmangel lasse hohe Sicherheitsrisiken erwarten,
denn zu beengtes Fantreiben erhöhe das ohnehin hohe Aggressionspotential solcher
Veranstaltungen! Seither wird nun also - so hört man – fieberhaft überlegt! Die
allfällige Ausrede, die Kapazitäten für Fans seien vom Ausgang der Gruppenspiele
und dem Fortkommen der großen Fußballnationen mit deren verschieden großen
Fankolonnen abhängig und daher schwer planbar, ist allerdings ebenfalls
lächerlich! Den Wiener Planungs-StrategInnen sollte ja irgendjemand den
Austragungsmodus der Veranstaltung mit seinen Unabwägbarkeiten erklärt haben,
womit alle Planungsdimensionen selbstverständlich auf ein Worst-Case-Szenario
abzustellen gewesen wären!
Hütteldorfs ganze
"Infrastruktur": Ein ganzer Zaun ums Stadion!
Als Hütteldorfer Infrastruktut für zig-Tausend Fans ist nämlich tatsächlich
gerade einmal der Zaun ums Hanappi-Stadion passend dimensioniert! Weiters
spricht für Hütteldorf nur, dass man absehbares Chaos dort aus Innenstadt-Sicht
nicht so deutlich bemerken würde.
Denn als „Verkehrskonzept“ für die Dimension dieser Fanmassen ist nichts sonst
als die U4, der Halbstunden-/ bzw. Stundentakt der S 50 und die bewährte
Straßenbahnlinie 49 vorgesehen, dazu ganze 400 Kfz-Stellplätze in der
Hanappi-Garage! Für Kfz-Verkehr reicht das weitläufige Stadionumfeld im dicht
verbauten Wohngebiet Hütteldorfs nicht einmal für die schlechtest besuchten
RAPID- Heimspiele! Darüber hinaus verursacht jeder einzige Container für
Fanartikel-Verkauf seit jeher in Hütteldorf Platzprobleme und am Bahnhof
Hütteldorf gibt es nach wie vor weder Rolltreppe noch Aufzug, will man vom
Stadion in der Keißlergasse zum Bahnsteig der U4!
Und wo ferner – noch dazu spontan und je nach dem erklärten „Bedarf“ halt so
gerade jetzt einmal – die paar tausend Fans, freudig oder schwer frustriert, je
nach Spielausgang, in Hütteldorfs Ortskern die nachgefragte Gastronomie und
After-Game-Unterhaltung finden sollten, wird ganz bestimmt auch jemand im
Bereich der Wiener Stadtregierung demnächst den BürgerInnen freundlich erklären
können! (Sollte sich im Wiener Rathaus nämlich jemand ein paar Jahre zurück zu
erinnern vermögen, darf dazu gern an jenes internationale Freundschaftsspiel (!)
im RAPID-Stadion erinnert werden, das infolge weniger hundert serbischer Fans
zu einem beispiellosen Verkehrschaos in ganz Hütteldorf, Hietzing und dem
Wiental geführt hatte, weil nach plötzlichem „Bedarf“ von der Wiener Polizei die
Linzer Straße vor dem Stadion zum abgeriegelten Busparkplatz erklärt
werden musste.)
Darüber hinaus müssen die plötzlichen Planungsüberraschungen - wie verlässlich zu erfahren war - natürlich auch für sämtlichen Bedarf an Sicherheitsvorkehrungen kaum lösbare Probleme aufwerfen. Sicherheitskräfte (Polizei, Rettung, Sanitäter Spitäler und deren Aufwand) sind nämlich personell und materiell keineswegs binnen weniger Wochen auf plötzlich erweiterte Fanmeilen ausdehnbar! Wie man nun für eine Riesen-Fanmeile in Hütteldorf für 20 000 bis 40 000 Fans nötige Sicherheitsvorkehrungen aus dem Hut zaubern sollte, ist bislang natürlich ebenso wenig erkennbar!
Fazit also für Wiens Stadtregierung: Ein
Beharren auf der Fanmeile Hütteldorf wird ohne jeden Zweifel mehr katastrophale
Probleme ergeben als eine rasche Rückkehr zum ursprünglich vorgesehenen Standort
Donauinsel!
Und sollte dies scheitern, nur weil die Stadt
allenfalls notwendigen finanziellen Mehraufwand einfach nicht realisieren
möchte, darf ich Wiens SPÖ viel Spaß bei einer (dann vor allem politisch
bemerkenswerten) Fußball-Euromeisterschaft mit langen Nachspielen ohne
Elfmeterschießen aus der Hütteldorfer Ecke vorhersagen!
Wolfgang Krisch, 19.4.08
P.S
(am 23.4.08). Zu
laufenden weiteren Entwicklungen von Belang darf vorerst hier laufend kurz
berichtet werden, bis ich ein eigenes Tagebuch über die Abwicklung der
EURO 2008 aus Penzinger Sicht hier eingerichtet haben werde. Vorweg daher hier
in Kürze das Nötige über eine heutige
Sitzung des
LASKA-Auschusses im Wiener Rathaus nach Kurznachricht aus dem
Rathausklub der Wiener GRÜNEN!
Demnach hat Frau Vizebürgermeister dargestellt, dass niemand, inklusive der
Botschaften von Polen und Kroatien, angeben könne, wie viel an Fan-Massen aus
diesen Staaten zur EURO 2008 in Wien erwartet werden müssen. Gemeldet sind 10
000 (zehntausend) bis 200 000 (zweihunderttausend) Menschen, alle Schätzversuche
seien unseriös, ungenau und unbrauchbar (gewesen).
Eine Fanmeile auf der Donauinsel sei wiederum deshalb von Wien nicht
realisierbar, weil sich Wien zuletzt nur ein einziger "Interessent "
vorgestellt hätte, der aber "kein Projekt eingereicht" habe. Die
Stadt Wien selbst wolle aber auf der Donauinsel selbst "nichts anbieten",
da die Sicherheitsauflagen der UEFA an diesem Standort äußerst schwierig und mit
sehr hohen Kosten verbunden wären – z. B. die Eingangskontrolle der
schwimmenden Gäste, die die Errichtung eines hohen Zaunes notwendig machen
müssten... !!!
All das versteht man in Hütteldorf (vermutlich sowieso ganz leicht), die Dinge sind offenbar
schwieriger als eine Abseitsstellung beim Kicken, wenn sich in Wien kein
Interessent für ein Event findet, für das man sich beworben hat! Aber wenn dann
auch noch der europäische Fußballbund gegen heranschwimmende Fans Zäune
vorschreibt, damit für das "Public Viewing "auch das geschmalzene Eintrittsgeld
verlässlich kassiert werden kann,
fragt
sich Hütteldorf, was das die Wohnbevölkerung interessieren muss,
um gerade noch ihr ohnehin stets
gestörtes Wohnrecht nicht weiter behelligt zu sehen.
Und: Verlangt
die UEFA von Hütteldorf auch bauliche Eingangskontrollen gegen heran schwimmende
Gäste auf dem Rosenbach oder dem Wienfluss????