Fundort
des Massengrabes - Fassadenbild genau gegenüber
Massengrab
Flachgasse 7: Konkreter Hinweis auf KZ-Häftlinge
Am Fundort des seit 1997 vertuschten Massengrabes sollen Häftlinge aus einem Konzentrationslager
gearbeitet haben
Auf meine letzten Berichte über
ein Massengrab in der Flachgasse 7, das nach meiner Ansicht zweifelsohne auf ein
bislang ungeklärtes NS-Verbrecher zurück geht und seit 1997 von Wiener und
Bundesbehörden vertuscht wird (hier
dazu mehr), hat sich telefonisch eine Penzingerin bei mir gemeldet.
Wie berichtet waren im November 1997 bei
Bauarbeiten auf dem Grundstück Überreste von mindestens 10 Personen, darunter
Frauen und Kinder, gefunden worden, die nackt beerdigt und danach mit einer
dicken Schicht Kalk bedeckt wurden. An einigen Skeletten waren Einschußlöcher
festzustellen.
Die
Dame berichtete nun, sie habe während des Krieges in der Meiselstraße gewohnt
und manchmal ihre Mutter in Wiener Neudorf besucht, die dort in den
Motorenwerken gearbeitet habe. In dieser Fabrik seien auch Häftlinge aus einem
KZ beschäftigt gewesen, von denen einmal sechs in die Flachgasse gefahren
wurden, um dort in einem Betrieb zu arbeiten, der Bodenwachs und Schuhpasta
hergestellt habe. Sie wisse das deshalb, weil sie bei einer solchen Fahrt mit
den Häftlingen nach Wien mitfahren durfte, worüber sie sich sehr gewundert
habe.
Damit
ist erstmals zwischen dem Fundort des Massengrabes und möglichen NS-Verbrechen
ein klarer Konnex zu erkennen. (Zu meiner Frage in einer Anfrage in der
Bezirksvertretung Penzing, wie das Grundstück während der Kriegszeit genutzt
wurde, konnte die Stadt Wien keinerlei Angaben machen!)
Dennoch
ist nach wie vor nicht einmal noch geklärt, ob nicht weitere Leichen auf dem
Grundstück begraben liegen. Die Stadt Wien vertritt nach wie vor die Ansicht,
der Bund – konkret, das Innenministerium - habe die Angelegenheit an sich
gezogen, man wisse überhaupt nichts Genaueres. Auch besteht offensichtlich bei
der Wiener Stadtregierung seit 1997 keinerlei Interesse nach Aufklärung dieses
Leichenfundes !
Ich bin jedenfalls völlig überzeugt, daß die Stadt Wien die Bundesbehörden,
zuständig war damals Innenminister Karl SCHLÖGL, SPÖ, bei der Vertuschung
eines NS-Verbrechen aktiv unterstützt hat und daß auch aus dem
Justizministerium zu eruieren sein wird, wieso offensichtlich keinerlei Aktivitäten
zur Klärung des Verbrechens gesetzt wurden.
Selbstverständlich
werde ich diese Angelegenheit nicht auf sich beruhen lassen, bis sämtliche
offenen Fragen in dieser Angelegenheit geklärt werden. Es kann jedenfalls nicht
angehen, daß in Wien die Auffindung von mindestens 10 Mordopfern niemand
wirklich interessiert.
Wolfgang
Krisch, 5.5.2002
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