Fassadenkunstwerk an einer Wohnhausanlage gegenüber Flachgasse 7!
„...Schußwirkung mit Einschuß über der Nasenwurzel...“

Ergebnisse von Anfragebeantwortungen aus drei Ministerien zum Massengrab Flachgasse 7: Vollständige und haarsträubende (!) Unfähigkeit einer Tatortgruppe der Wiener Sicherheitsdirektion oder wunderliche Ermittlungen zu NS-Verbrechen !


Zu den Skelettfunden in der Flachgasse 7 aus 1997 (ich habe vermutet, daß dort Opfer von NS-Morden gefunden wurden und habe mehrfach berichtet) liegen seit Juli Antwortungen auf GRÜNE Anfragen im Nationalrat aus drei(!) Ministerien vor, die uns einen Sommer lang enorm aufwendige Recherchen (unter anderen auch an mehreren Universität, so in Arizona, Wien und Israel ) abnötigten. Grundtenor jedenfalls der höchst kargen ministeriellen Auskunftsbereitschaft:
Die gefundenen Knochen seien gänzlich historisch, wobei Altersangaben auffallend  differieren. BM Elisabeth Gehrer, ÖVP, nennt „ mindestens 100“, BM Dieter Böhmdorfer, FPÖ, 270 bis 350 “ Jahre“ !

Binnen Tagen verhalf ich jedenfalls der - in die Ermittlungen einbezogenen - Israelitischen Kultusgemeinde zur Einsicht, daß entgegen der Darstellung von BM Ernst STRASSER, ÖVP, die Altersbestimmung ( über die C14-Methode) von in Israel untersuchten „Fragmenten“ der Knochen keineswegs so erfolgt sein konnte! Rasch ging mir briefliche Korrektur zu: Untersucht habe man an Israels bester Adresse nur die „Knochenstruktur“ ! Das Alter der „Knochenprobe“: „ Wohl mehr als hundert Jahre“ !


Völlig ungeklärt blieb bisher allerdings die Auswahl und Verbringung jener Knochen, die hierzulande akkurat im Bundesinstitut für Lebensmitteluntersuchung (!) untersucht wurden. Ergebnis der Lebensmitteluntersucher : Uralte Knochen, an „ keinem ....waren Schußdefekte nachweisbar“.

Womit man endgültig an die gänzliche Unfähigkeit oder an Halluzinationen einer Tatortgruppe der Wiener Polizei sowie eines Neurochirurgen der Universität Wien glauben könnte, zu deren Ermittlungen am Fundort ich in einem ( selbst eingesehenen) Akt wie folgt lesen mußte: 

„ .. fand binnen kurzem auf einer Fläche von 2,5 mal 1 Meter sieben weitere Schädel, vier davon mit gleichartigen Beschädigungen im parietalen (zum Scheitelbein gehörend, Anm. Krisch) Bereich (Einschußlöcher ?)....“ 

Die Tatortgruppe nahm eine kriminaltechnische Untersuchung vor und bestätigte die Ansicht, daß die Beschädigungen in den Schädelkalotten von Einschüssen stammen dürften"... und stellte " noch eine weitere Schußwirkung mit Einschuß über der Nasenwurzel" und "Austritt des Schosses okzipital
fest" (okzipital = „ am Hinterhaupt “). 

Ausdrücklich daher:  .... nicht artifizielle postmortale Beschädigung sondern wahrscheinlich ... Einschuß aus kurzer Entfernung ...".


Selbstverständlich fehlen genau diese Aktennotizen in der parlamentarischen Antwort von ÖVP -Innenminister Ernst  STRASSER
, dem auch partout nicht die Existenz einer vorliegenden „Tatortmappe“ samt „Tatortfotos“ eingefallen war

Exakt damit aber wird sich nachweisen lassen, weshalb irgendwelche unklar beigebrachten Knochen nach allen Regeln der Kunst untersucht wurden - nicht aber genau jene zahlreichen Schädel, in denen ein universitärer Neurochirurg ebenso Spuren von Einschüssen festhalten ließ, wie Tatortspezialisten der Wiener Polizei. Diese gaben prima vista zu den Löchern selbst Hinweise auf die Kaliber der Geschoße (Wehrmachtskarabiners , Pistole )!

Vermerkt wurde lediglich, warum dem Innenministerium (Ministerialrätin Mag. Helga Wagner) zur Untersuchung der Fundstelle eine so genannte „ Sondage “, also ein winziges Loch ( 70 mal 90 Zentimeter!!)  - nur unwesentlich größer als ein Kanaldeckel -  als ausreichend genügte :  "... Im Sinne der Totenruhe sollten keine stärkeren Eingriffe in den Boden erfolgen.

Womit klar scheint, daß im Fall des seit 1997 bekannten Massengrabes weniger die Ruhe der Toten im Vordergrund stand als jene in diversen Bundesdienstellen, - vor allem im Innen- und Justizministerium. (Aber auch BM Gehrer hat ausführliche Berichte, die ihr zu einer seriösen Anfragebeantwortung im Nationalrat vorlagen, in größter Mißachtung des Volksvertreters, der die Anfrage eingebracht hat, mit geringsten Informationsinteresse zusammen kürzen und endlich völlig unzureichende Zeilen übermitteln lassen ! )

 Keine stärkeren Eingriffe in die belegbare Aktenlage werden wir den betroffenen Ministerien zweifellos für eine restlose Klärung nicht ersparen können, versichert ernsthaft

Wolfgang Krisch, 16.10.02,

P.S.  Sollte übrigens jemand der Verdacht kommen, GRÜN - Mandatar Krisch würde in dieser Frage lediglich schwarze und blaue PolitikerInnen in die Pflicht nehmen wollen , läge selbstverständlich ein Irrtum vor!  Für eine  rasche Klärung der Knochenfunde war 1997 niemand anderer als der damalige SPÖ-Innenminister Karl SCHLÖGL politisch verantwortlich.... 
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