Fluglärm:
Beschlossene Verkehrsverteilung wird ab April nicht umgesetzt!
Den
ganzen Sommer über nicht weniger, sondern mehr (!) Flugbewegungen über der
Stadt!
Die
im vorigen Frühjahr für den heurigen April im s.g. „Teilvertrag“ des
Mediationsverfahrens langfristig vereinbarte neue Verteilung des Flugverkehrs
mit einer Entlastung für Penzing wird nun doch nicht vor Oktober umgesetzt!
Viel mehr wird es im heurigen Sommer zu einer deutlichen Mehrbelastung für
Penzing kommen!
Mit
diesem Knalleffekt überrascht nun der jüngste „ Newsletter" (08 /2004)
des Mediationsverfahrens trotz großen Bemühens um Verschleierung. In
einem Artikel mit der Überschrift „Teilvertrag wird umgesetzt“ und
dem Untertitel „
Im Jahr 2004 wird eine Reihe von Maßnahmen, wie sie im Teilvertrag
festgelegt wurden, wirksam“ ist den diskreten folgenden Zeilen jedoch
eindeutig das glatte Gegenteil zu entnehmen. „
Aufgrund von Bauarbeiten auf dem Flughafenbahnhof“
werde die Piste 16/34 im März gesperrt und dann „
bis Oktober “ verkürzt, weshalb „die
vereinbarte Verkehrsverteilung ... erst ab Oktober in vollem Ausmaß wirksam“
wird.
Für
Penzing und weite Teile der Stadt Wien bedeutet dies einen weiteren Fluglärm-Sommer
und die neuerliche Einsicht, was von den s.g. „Vereinbarungen“ des seltsamen
Mediationsverfahrens zu halten ist, für deren Umsetzung dem Flughafen ohnehin
fast ein dreiviertel Jahr Zeit gegeben worden war. Dass der Flughafen Wien bei
Abschluss des „ Teilvertrages“ im vorigen Jahr noch nichts von seinen
eigenen Bauarbeiten im heurigen Frühjahr gewusst haben konnte, wird man dem
Allerdümmsten nicht glaubhaft machen können. Dieser allerdings wird
hinsichtlich der Seriosität und Glaubwürdigkeit des Mediationsverfahrens ohne
jede Schwierigkeit zu ganz zutreffenden Schlüssen kommen! Das Verfahren ist
offensichtlich nur darauf angelegt, auf neue Art zu beschwichtigen und den BürgerInnen
aufwändig Sand in die Augen zu streuen !
Die
GRÜNEN sehen sich jedenfalls einmal mehr in ihrer Skepsis gegen das Verfahren
bestätigt, die dazu geführt hat, dass die Wiener GRÜNEN den „Teilvertrag“
nicht unterschrieben haben. Der Wiener Flughafen sowie die Verantwortlichen
des Mediationsverfahrens sind jedenfalls herzlich um Erklärung gebeten, warum
man die von Fluglärm geplagten WienerInnen hier einmal mehr gepflanzt und
falsch informiert hat ! Und interessant wird zudem sein, wie die Wiener SPÖ,
die ja die Vereinbarungen des Teilvertrages seit dem Vorjahr in höchsten Tönen
preist, auf diese Neuigkeit reagieren wird.
Bis
Sommer, so Thomas PRADER, Vertreter des Mediationsforums, soll übrigens „
einen inhaltlichen Durchbruch“ des Mediationsforums gelingen. Soll heißen,
man möchte bis dahin von den Beteiligten eine Zustimmung zum Ausbau des
Flughafens und der Errichtung einer
3. Piste !
Wolfgang Krisch, 29.2.03