Wiens Forderung: Alle Flugbewegungen auf strikter Linie nur über Penzing! (Bildmontage von Andreas Jurdak )

Weiterer unglaublicher Affront gegen Penzing durch die SPÖ-Landesregierung in Sachen Fluglärm !

Weil der Flughafen Wien offenbar nun ganz rasch eine 3.Piste am Fughafen bauen will, wird eine anstehende Stellungnahme des schwer betroffenen Penzing nicht einmal mehr formal abgewartet !
 

Nichts könnte besser zeigen, wie selbstherrlich autoritär und ohne die geringsten  demokratischen Mindeststandards die Stadt Wien neuerlich über Penzinger Bedürfnisse hinweg geht, als eine jüngste Einladung aus der Magistratsdirektion (Stadtbaudirektion !) zur Fluglärmproblematik!

Am 1.Oktober, so wurde dem GRÜNEN Klub im Wiener Rathaus angekündigt, soll eine Grundlage zur Aushandlung konsensualer Maßnahmen zur Verbesserung der derzeitigen und künftigen Fluglärmsituation geschaffen werden. Dies sei dann möglich, da ein Arbeitsausschußdes Mediationsverfahrens am 3. September 2002 einen Forderungskataloggenehmigt habe, also Maßnahmen, die von den Verfahrenspartein im Mediationsverfahren zum Ausbau des Flughafens verlangt wurden! (Nebsbei völlig grotesk: Forderungen zum Fluglärm sind in dem seltsamen Mediationsverfahren durch einen „ Ausschuß “ offenbar genehmigungspflichtig !)

Der Skandal liegt nun primär schon allein darin begründet, daß der Wiener Bezirk Penzing zwar als „Verfahrenspartei“ gilt und der Penzinger Vertreter im Mediationsverfahren, Bezirksvorsteherstellvertreter Robert PSCHIRER sich sogar unterschriftlich an die „Regeln“ des Mediationsverfahrens binden mußte , - daß aber die Stadt Wien nun auf eine Penzinger Stellungnahme offenbar gänzlich verzichten will ! Penzings MandtarInnen werden nämlich erst am kommenden Dienstag eine offizielle demokratisch abgestimmte Position des Bezirkes beschließen , - Flughafen und Stadt Wien haben aber, wie sich jetzt nachweisen läßt, schon mit 3. September einen Strich unter das Verfahren gezogen.

Das verwundert natürlich nicht: Wie ich berichtet habe, hat die SPÖ- Stadtregierung tatsächlich schon seit Mai des Jahres in einem 8-Punkte-Programm gefordert, allen Flugverkehr exakt nur mehr über Penzinger Wohngebiete zu führen, um die sonstigen Wiener Bezirke zu entlasten!

Das hat selbstverständlich meinen entschiedenen prompten Widerspruch in der Penzinger Bezirksvertretung ausgelöst, den alle anderen Fraktionen in der Öffentlichkeit nunmehr teilen !
( Tatsächlich wünscht aber die ÖVP völlig offen den Ausbau des Flughafens – und die SPÖ hatte zuletzt versucht, öffentliche Debatten zum Fluglärm in Penzings Bezirksvertretung zu verhindern!)

Mit Penzinger Widerspruch wollen sich also die Wiener SPÖ, die Niederösterreichische ÖVP und der Flughafen Wien -  alle forcieren den raschen Bau einer 3.Piste am Flughafen Wien trotz der enormen Mehrbelastung für die Wiener Wohnbevölkerung -  nun nicht einmal mehr formal beschäftigen !


Was Penzings Umweltausschuß am 25.9. für eine Verbesserung der Fluglärmsituation fordert, ist der Wiener SPÖ-Regierung beweisbar gleichgültig! Denn die Wiener „Forderungsmappe“ ist seit 3.9. - wie nun glatt zugegeben ist – schlicht geschlossen worden !

 

Ich darf der Wiener SPÖ und dem Flughafen mit dieser Strategie viel Glück wünschen, aber eines definitiv vorher sagen: Dieser Affront wird nicht nur ein gewaltiges Wahlkampfthema sondern auch eines, das weit darüber hinaus gehen wird. Dafür werde ich zumindest in Penzing in einem Ausmaß sorgen, das man bislang nicht gekannt hat !

 

Wolfgang Krisch, am 22.9.2002,
.... an dem seit früh morgens der übliche sonntägliche Flugverkehr über dem Bezirk dröhnt!


P. S.
Im übrigen ist selbst die
Wiener Umweltanwaltschaft von dem abrupten Durchpeitschen der Flughafen-Ausbaupläne überfordert ! An der Veranstaltung am 1.Oktober, so ließ das Amt mitteilen, könne man nicht teilnehmen, weil man außerhalb Wiens eine lang vorbereitete Klausur abhalte. Das wird wohl die Wiener SPÖ auch nicht sehr bekümmern:  Wenn man schon ohne Rücksicht auf die Bevölkerung den Flughafen vergrößern möchte, braucht man ja ohnehin nicht wirklich eine Umweltanwaltschaft dazu...

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