
Derzeit:
Jeder türkise Strich eine Anflugrichtung auf Wien vom Westen ,- der dicke rote
Strich skizziert die Wiener Forderung: Bündelung des Flugverkehrs außerhalb
Wiens - Anflug geradewegs und ausschließlich über Penzing!
Fluglärm:
Trichterfunktion
exakt
über Penzing ?
..
wenn es nach einem Wiener „8-Punkte-Programm“ von Umweltstadträtin Isabella
Kossina geht, führt Wiens West-Flugeinfahrt nur mehr über den Bezirk!
Ein
Fluglärm-Knalleffekt der besonderen Güte ging dieser Tage einer Bürgerin am
Wolfersberg „im
Auftrag der Wiener Umweltstadträtin Frau Dipl.-Ing. Isabella Kossina“ über E-Mail zu!
Zu deren Beschwerde über die ständig zunehmenden Überflüge über
Penzing wurde aus dem Büro von Frau Umweltstadträtin sichtbar freudenstrahlend
mitgeteilt, daß in das Mediationsverfahren des Flughafens Wien schon „
die
Interessen der Stadt Wien (8-Punkte-Positionspapier) eingebracht“
seien, „ die eine spürbare Verbesserung für die
WienerInnen bewirken sollen“.
Es sei zwar „aus
heutiger Sicht verfrüht, Ergebnisse für Wien zu verkünden“,
jedenfalls aber „wurde
eine solide und objektive Basis geschaffen, um umweltorientierte und ökonomische
Interessen auszugleichen“.
Neben lächerlichen „Programm“inhalten
( „ Erzeugung eines Lärmbewußtseins bei den
Piloten!“), glatten Placebo-Floskeln ( Überflüge
über Wien „ in Abstimmung mit NÖ zu reduzieren“
) und Falschdarstellungen („ Derzeit keine Flüge
zwischen 23.30 und 06.00 Uhr Nacht“) läuten in Penzing aber spätestens
wegen folgendem Wiener Forderungspunkt 2 nun alle Alarmglocken:
„
Einschwenken
auf den Leitstrahl außerhalb Wiens“ ! Der Sinn läge, so
Wiens Umweltstadträtin, darin, daß „
durch das Einschwenken außerhalb von Wien...
ein
Unterfliegen des Gleitstrahles in Wien vermieden werden“
(könnte), wodurch sich „
ein geordneteres Einfliegen über Wien“
durch
„ höheren, regelmäßigeren und leiseren Anflug“
ergäbe ! ( Unter dem "Leitstrahl" läßt sich in etwa die Ausrichtung
der Instrumentensteuerung für den Anflug auf den Flughafen vorstellen.)
Neben
dem Zugeständnis, daß derzeit unterhalb der vorgesehenen Flughöhe angeflogen
wird, beachte man das Adjektiv „regelmäßig“
in Zusammenschau mit folgender Verdeutlichung:
Sämtliche Flugzeuge, die derzeit
entweder aus dem Nordwesten
( Raum Klosterneuburg, Döbling, Ottakring) oder Südwesten (Liesing,
Hietzing) den Flughafen Leitstrahl in Penzing etwa über Steinhof erreichen, würden
dann - bereits in Niederösterreich auf den
Leitstrahl beordert – schnurgerade über Penzing den einzig möglichen „ Flug-Highway“
benützen ! Über Penzing würden sich somit, wie in einem riesigen Trichter,
sämtliche Luftstraßen für den Anflug über Wien exakt bündeln! Und zwar „ regelmäßiger“
als jetzt, vermutlich, weil sich Penzing ja ganz bestimmt noch viel mehr Fluglärm
wünschen dürfte......
Quelle-Graphik:
BI gegen Einflugschneise Penzing
Die Wiener Absicht hinter der Forderung ist natürlich völlig klar, - selbst
dem, der Frau Stadträtin glauben mag, daß sie regelmäßigerer Verkehr doch
für leiser halten könnte:
Die
Cottagevierteln in den Bezirken Hietzing und Döbling könnten, vom Lärmteppich
deutlich abgerückt, ebenso aufatmen wie
wohl auch Ottakring – wo ( völlig zusammenhanglos ) übrigens BM Häupl zu Hause ist !
( Aber selbst auf die Interessen von Häupls Freund Pröll in Niederösterreich nimmt
Wien in seinem famosen 8-Punkte-Programm ausdrücklich jede Rücksicht, was klar
ist: Häupl
und Pröll hatten zuletzt im stillen Gleichklang die Aktienanteile ihrer Länder
am Flughafen auf je 20% aufgestockt.)
Zu unweigerlichem Dauerschall käme also lediglich Penzing, das traditionelle
politische Leichtgewicht unter Wiens roten Bezirkskaisertümern !
( Daß Penzings SPÖ diese Forderung selbstverständlich ablehnen wird, ist klar
,- fragt sich nur, was Penzings Bevölkerung davon haben wird, wenn einmal mehr
die Bezirksroten parteiergeben ein bißchen mit den Köpfen wackeln...!)
Penzings
Bevölkerung wird also - diesem famosen „ Programm“
der Wiener SPÖ-Stadtregierung ganz und gar nicht ergeben - weit mehr tun müssen
als achselzuckend mit den Köpfen wackeln! Man wird der Wiener SPÖ klar machen
müssen, daß „den
Interessen Wiens“ jene von Penzing nicht seit Jahr und
Tag zu jedem beliebigen Anlaß nachgeordnet sein können !
Und schon gar nicht
in Fragen der verheerenden Fluglärm- und Flugsicherheitsproblematik. (Tatsächlich
zeichnet sich eine sinnvolle Entlastung Wiens lediglich durch die Kooperation
des Flughafens mit dem Airport von Bratislava ab, was auch sonst zahlreiche, höchst
positive Effekte hätte, und allenfalls den Dividenden der Wiener
FlughafenaktionärInnen möglicherweise nicht unmittelbar zugute käme!)
Ob die SPÖ in Penzing (wo ich diese Kooperation beantrage) und Wien (wo
derartige Anträge sicher folgen werden ) zustimmen wird, muß abgewartet
werden. Hinweise darauf gibt es aber nicht !
Dafür gibt es allerdings mehr als Hinweise darauf, daß die seligen Zeiten der
Wiener Stadtpolitik endgültig vorbei sind, in denen man mit freundlichen
E-Mails sachkundigen BürgerInnen ein X für ein U vor machen konnte !
Wiens Stadtregierung will offenbar für den Westen der
Stadt ganz allein Penzing jene (!) Mehrbelastung des Flugverkehrs aufhalsen,
von der Wien zunehmend finanziell profitieren möchte, worüber verläßlich
weiter berichten wird