
Devise
Wiens zu den berechtigten Klagen über Fluglärm und seine Folgen? Und ist Wien
seinen BürgerInnen oder dem obersten Ziel des Flughafen verpflichtet?
Medizinische Folgen von
Fluglärm über Wien weiterhin unbeurteilt!
Wiens Umweltstadträtin Uli SIMA räumt
„Beurteilungsfähigkeit“ ein, meint aber offenbar, nicht beurteilen zu dürfen!
Rätselhafteste Vorgänge um den zunehmenden Fluglärm
über Wien macht Umweltstadträtin Maga. Uli SIMA bekannt!
Während Herbert Kaufmann, Vorstandssprecher des Flughafen Wien und ehedem
SPÖ-Nationalrat, für den angestrengten Bau einer 3.Piste am Flughafen zu noch
größerer Geschäftserweiterung die nötige UVP (Umweltverträglichkeitsprüfung)
vorbereitet und sich zuletzt von einem „extrem
guten Jahr für den
Flughafen durch massives Marketing“
von sich selbst begeistert zeigte, zeigen sich Wiens Fluglärm-Opfer weit weniger
begeistert! Und zwar von der vollständigen Tatenlosigkeit der Wiener
SPÖ-Regierung, die den ungezügelten Ausbau des Flughafens in aller Stille aber
unzweifelhaft massiv unterstützt!
Also ersuchte ich über
Anfrage in der Penzinger Bezirksvertretung – Penzing ist vom Fluglärm-Terror
entschieden betroffen – wie Wien die in der Fachwelt unstrittig negativen
medizinischen Folgen, insbesondere für Kinder, beurteilt. (Nach einer Schweizer
Studie kommt es bei schlafenden Kindern selbst dann zur Ausschüttung von
Stresshormonen durch Fluglärm, wenn die Kinder nicht einmal vom Schlaf
aufwachen!)
Stadträtin Sima gab sich erklärungslos kurz angebunden: Wiens Umweltressort
könne medizinische Folgen von Fluglärm „nicht
beurteilen“! Weil ich dies für betrüblich hielte – auf Penzings
Einflugschneise sind die Daueranflüge über dichtem Wohngebiet, zahlreichen
Spitälern, Altersheimen, Schulen und Kindergärten gebündelt und erfolgen
tageweise in Minutentakt – war ich notgedrungen um nähere Auskunft bemüht! Ich
fragte, „welche
Arten von Verkehrslärm Wiens Verwaltung überhaupt registriert und hinsichtlich
der medizinischen Folgen bis dato schon beurteilen kann“.
Ferner regte ich an, so lange hiesige fehlen, externe Fachleute, eventuell aus
dem Ausland, für fachliche Unterstützung Wiens in dieser Frage zu gewinnen.
Frau Stadträtin blieb hartnäckig: Am „Faktum“,
medizinische Folgen von Fluglärm „nicht
beurteilen“ zu können, habe sich „nichts
geändert“, teilte sie mit, „ergänzte“
aber, dass „dieser Umstand nicht mit mangelnder
Beurteilungsfähigkeit der Experten“
ihres Ressorts „ zusammen hängt sondern
ausschließlich mit der Ressortzuständigkeit verbunden ist“.
Was sagt man also zu solch einem semantischen Kleinkunstwerk nebuloser Beantwortungverweigerung?
Vermutlich soll mit der komplett inhaltsleeren Formulierung der Eindruck
vermittelt sein, Frau Umweltstadträtin habe ein Problem mit irgendeiner
verbundenen „Ressortzuständigkeit“,
die mit irgendwas zusammenhängt. Dann hätte Frau
Umweltstadträtin im letzten Umweltbericht der Stadt Wien zum Thema Fluglärm
somit völlig kompetenzlos - vorgeblich positive - Maßnahmen des Flughafens
prächtig hervor gehoben und den Bericht obendrein auch vermutlich ohne Kompetenz
mit einer Werbeeinschaltung (!) des Flughafens stimmig bereichert!
Zu meiner Detailfrage, ob es Wien nur deshalb an Beurteilungsfähigkeit
von medizinischen Folgen von Fluglärm so kläglich mangle, weil Wiens
SPÖ-Regierung „den Bau einer 3.Piste für den
Flughafen Wien leider bedingungslos unterstütze“ (man ist ja zu
20 % an den Renditen des Flughafens beteiligt) verschlug es Frau Stadträtin
völlig die Sprache. ( Die fehlende Antwort könnte natürlich aber ebenso
„ausschließlich mit Ressortzuständigkeit
verbunden“ sein. )
Natürlich ist ungewiss, ob eine Wiener
Umweltstadträtin zur Zeit über Hundegackerlsackerln hinaus mit erheblichen
Umweltproblemen befasst ist, - offen bleibt aber eindeutig die Frage, wer zu
medizinischen Folgen von Dauerfluglärm über Wien aus Simas Sicht
„ressortzuständig verbunden“ sein
könnte oder sollte! UNO, NATO, EFTA, OECD, Wladimir Putin, der Papst oder ein
Naturgesetz? Man wird zu fragen haben und von Antworten (oder den jeweils
weiteren Ausflüchten) berichten können!
Wolfgang Krisch, 24.5.07
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