
Anschlagtafel im Gemeindebau:
Cumberlandstraße
Gemeindebau-Sanierungen
in Penzing:
Hochspannung um „Liste“
…. und um eine „neue Wohnbau-Gruppe"
- eine Wahlkampf-Innovation !
Völlig
unerwartet bot die heutige kurze Sitzung des Penzinger Bauausschusses einen
echten Knalleffekt – und Hochspannung für alle Penzing
Gemeindebau-MieterInnen zumindest einmal bis Juni!
Anlass der echten Sensation war der gut begründete Antrag von Elisabeth
KUCHLING, GRÜNE, die städtische Wohnhausanlage Breitenseer Straße 68 – 74
„ehestbaldig“ zu sanieren, - was zu beraten in der letzten
Sitzung der Bezirksvertretung am 13.4.2010 dem Penzinger Bauausschuss zugewiesen
wurde.
Nun
ist dies Wohnhausanlage in der Breitenseer Straße seit geraumer Zeit durch alle
Facetten des unsanierten, kaum gehemmten aber stark fortgeschrittenen Verfalles
nicht nur durch GRÜNEN Stadtrat David
ELLENSOHN in die Schlagzeilen geraten. Verzweifelte MiterInnen der
Anlage hatten sich schon vor längerem an die Öffentlichkeit
gewandt, was zuletzt zu anschaulichen Darstellungen der Misere im KURIER geführt
hatte: Desolate Wasserleitungen, Risse in Balkonen, Dehnfugen zwischen
Mauerteilen, durch die Kälte und Feuchtigkeit in Mauerwerk und Wohnungen
dringen, explodierende Heizkosten durch den Baumangel –
nicht zuletzt: Schimmelpilz en masse - wie in viel zu vielen städtischen
Wohnungen! Zu allem Überdruss war die Baupolizei in Anbetracht von abbröckelnden
Fassadenteilen samt Gefährdung von Passanten allen Ernstes zum dreisten Scherz
geneigt, das Amt könne Wiener Wohnen halt einfach nichts verbindlich zur
Sanierung auftragen!
Für
den Antrag der GRÜNEN Kollegin – so viel ließ sich schon mit Erstaunen
feststellen – bedankte sich Wiener Wohnen aber keineswegs für den peinlicher
Weise sehr zweckdienlichen Hinweis aus der Bezirksvertretung, um sogleich die überfällige
Sanierung hoch blamiert aber raschest in Angriff zu nehmen, - sondern ließ
sinngemäß Folgendes der Antragstellerin und dem versammelten Bauausschuss
ausrichten:
Zu den Sanierungsvorhaben von Wiener Wohnen gäbe es eine „Liste“,
die bis 2013 abgearbeitet werde ehe eine neue Liste
wirksam würde, - nur
stehe halt einmal die Wohnhausanlage Breitenseer Straße 68-74 nicht auf
dieser Liste!
Worauf – bis auf die SPÖ – alle anderen Fraktionen gewisse Anzeichen von
Konsternierung zeigten! Tatsächlich wurden und sind nämlich jetzt viele gute
Fragen aufgeworfen, die in der nächsten Sitzung des Bauauschusses zu einer Klärung
anstehen!
Zum
einen: Wie müssen jene Gemeindebauten in Penzing ausschauen, die eher saniert
werden müssen als die hoch desolate Anlage in der Breitenseer Straße, von der
selbst Passanten schon vor geraumer durch abstürzende Fassadenteile gefährdet
waren?
Und
wer überhaupt hätte schon jemals in Penzing die plötzlich dargestellte
Sanierungs-Liste von Gemeindebauten zu Gesicht bekommen, von der Wiener Wohnen ja
unmöglich geflunkert haben wird, um der SPÖ zu helfen, einen unliebsamen
Antrag der GRÜNEN abzuschmettern? Die
Liste ist mir als sehr penibles Mitglied des Penzinger Bauausschusses noch
niemals bekannt geworden,
- ja es war noch niemals auch nur die Rede von einer solchen!
Und
wieso müssen MieterInnen von Gemeindewohnungen Bau- und Sicherheitsmängel ihrer
keinesweg zu billigen Wohnungen einfach so zur Kenntnis nehmen, obwohl das
bestehende Mietenrechtsgesetz
– eine Gesetzesnorm des Bundes – jedem Hausherr und somit auch
Wiener Wohnen zweifelsfrei vorschreibt, derartige
Ausstattungs- und Sicherheitsmängel selbstverständlich gar nicht einreißen zu
lassen?
Will
Wiener Wohnen aus irgendeinem, bislang nicht bekannt gemachten, Grund vielleicht
gar schon das Mietenrechtsgesetz einfach nicht zur Kenntnis nehmen, nur weil
Wiener Wohnen angeblich eine Liste führt, auf der drauf stehen soll, wer wo
ganz geheim und ausgeklügelt bis in ferne Jahre von (beispielsweise) schwerem
Schimmelpilz in seiner Wohnung befreit werden soll und wer ein wenig länger auf
diese Befreiung zu warten habe?
Fragen über Fragen taten sich da auf, - und beschlossen wurde zuletzt, den GRÜNEN
Antrag bis zu einer nächsten Sitzung des Bauausschusses im Juni zurück zu
stellen. Für
diese soll ein Fachmann/eine Fachfrau von Wiener Wohnen mit der fabelhafte Liste
kommen, um endlich bekannt zu machen, wann oder bis wann welche Penzinger
Wohnhausanlage saniert wird!
Die
Sitzung wird also im Juni sein – und ich wage jetzt schon eine Wette, obwohl
ich Wetten grundsätzlich hoch abgeneigt bin: Die heiße Liste wird bis Juni
wohl nicht aufzutreiben sein und dem Penzinger Bauausschuss – wie ich die
Wiener Zustände kenne – für weitere Beratungen und Beschlussfassungen
keineswegs vorliegen!
Dafür soll es – so viel wurde zur weiteren Überraschung aus dem Büro der
Frau Bezirksvorsteherin bekannt gemacht – seit Neuestem folgende Innovation in
Wien geben: Zuständig und Ansprechpartner für Gemeindebau-Sanierung sei eine „neue
Wohnbaugruppe“(!!!), die man für solche Probleme einfach fragen
müsste! Ich enthielt mich natürlich schallenden Gelächters über diese
offensichtliche Wahlkampf-Neuerung, hätte allerdings gar nichts dagegen, wenn
von mir aus auch eine „neue Wohnbau-Gruppe“ vor den neuen Gemeinderatswahlen
im Oktober mit der Gemeindebau-Sanierungsliste im Penzinger Bauausschuss
erschiene, damit man betroffene MieterInnen informieren kann, bis
/ab wann ihre Wohnungen wieder dem entsprechen, was dafür zu zahlen verlangt
ist!
Jedenfalls ist Hochspannung angesagt – Penzings Gemeindebau-MieterInnnen werden
ebenso ungeduldig auf „die
Liste“ der „neuen Wohnbau-Gruppe“
warten, wie selbstverständlich mit höchster Aufmerksamkeit einmal mehr
Wolfgang
Krisch, 5.5.2010
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