
Paradies, Hüttelbergstraße
22 (historisches Bild): Das Pferd hatte zum Glück niemals
etwas von Sleipnir an sich, sondern stand dort nur Jahre
lang aus sonstigen Gründen so herum!
Zum Gendern eines Wikingerschiffes
im Paradies!
...
sprang die
FPÖ auf
die Wallstatt der
Penzinger Kommission für Bezirksentwicklung!
Was genau man sich in der Öffentlichkeit unter Materien der
Bezirksentwicklung in Penzing vorstellt, kann ich
natürlich nur mutmaßen, - was jedoch wahrlich und
wahrhaftig als Gegenstand der Bezirksentwicklung auf
Tagesordnungen geraten kann, vermag ich als Mitglied dieser
Kommission immerhin zweifelsfrei nachzulesen.
Am 22.3. stand z.B. ein s.g.
„Wikingerschiff“ zur Debatte, das als hölzernes
Spielgerät der MA 49 auf sehr geeignetem Platz auf der
Liegenschaft Hütteldorf 22 („Paradiesgründe“)
für die Zielgruppe der 5 - 12jährigen BesucherInnen Spaß
und Spiel ermöglichen soll! Die Idee (der Begriff
"Wikingerschiff" war ohnehin nur als Arbeitstitel
erkennbar) ist für dort gut und völlig richtig –
denn das Lärmen und Toben von Kindern und Jugendlichen kann
dort, anders als sonst überall im Bezirk, niemand wirklich
stören und sollte den üblich „kinderfreundlichen“
ZeitgenossInnen auch keinen Anlass für Sabotage und
Beschädigung bieten! (Im Casinopark, so ist zu hören, war
kürzlich schon einmal ein Haufen Menschenkot im dem Inneren
eines vergleichbaren „Schiffs“ zu registrieren, den dort
vermutlich ein erwachsener Mensch aus seinem goldenen
Wienerherz abgesetzt haben dürfte!)
Erstaunlicher Weise trug aber der
Wikingerschiff-Tagesordnungspunkt vielfältige
Einspruchsansätze in sich, die hier zu Lande auch keinem
/keiner unsere begabtesten
Kabarettisten&Kabarettistinnen jemals einfallen würden!
FPÖ-Mandatarin Barbara Drahosch
stieß sich nämlich - mir
war das leider wieder einmal nicht selber eingefallen - am
fehlenden Gendergehalt des Planungsvorhabens! Die
FPÖ-Mandatarin dürfte offenbar irgendwie Veranlassung
gesehen haben, die Wikinger in toto als unzeitgemäße
Männerbande anzusehen und das Schiff des Haufens daher
natürlich als deren protziges Transportmittel
dementsprechend genderwidrig per se ! Diesbezüglich hatte
die FPÖ-Kollegin historisch wieder einmal völlig Recht,
denn die Wikinger blieben ja schließlich bis zum rezenten
Nachmittagsfernsehen Groß und Klein auch als „Normannen“
bekannt und nicht etwa als „Norfrauen“. Und wer aus dem
Zeichentrickfernsehen die Frühgeschichte des europäischen
Abendlandes bis in Detail erschlossen hat, wird auch nicht
abstreiten, dass Wicki und die starken Männer auch stets
ohne Frauen ausrückten und daher aber wirklich keiner
Erinnerung würdig sein sollten, - es sei denn als
unzivilisierte Brandschatzer, Räuber und Mörder! So waren
sie eben - und zwar bis weit ins 9.Jahrhundert von
Neufundland bis tief nach Osteuropa hinein.
Ich behalf mir daher fürs Erste ziemlich hilflos, in einem
Zwischenruf eine "Wikingerschiffin" vorzuschlagen
oder eine „Wikingerfähre“, die ich zumindest vom
grammatischen Geschlecht her bombenfest als gegendert kenne.
Nebsbei erwog ich persönlich insgeheim fieberhaft, wie
unzumutbar oder gar schädlich das Spielen, Klettern,
Rutschen und Turnen auf einem Schiff aus Holz den Mädchen
in der Altersgruppe sein müsste!
Kollegin Drahosch ließ meine grammatischen Einwürfe aber
unberücksichtigt und warf nun ihrerseits ein, sie ließe ja
über das Schiff „mit sich
reden“, würde man das Gefährt nach den "Walküren" bezeichnen!
Mit ihr über die Walküren zu reden, musste ich jetzt
natürlich harsch mit neuerlichem Zwischenruf strikt von mir
weisen, - auch SPÖ-Kollege Diplom-Pädagoge Wilhelm
HOLZGRUBER legte umgehend ein Zwischenrufs-Veto ein!
Eine Erinnerung an die Schlacht- und Schildjungfern der
nordischen Mythologie, welche Göttervater Wotan einsetzte,
um die toten Recken und Reckinnen von den diversen
Schlachtfeldern gen Walhalla zu geleiten, braucht es –
zumindest nach meinem bescheidenen und sehr unmaßgeblichen
Eindruck - aktuell nicht wirklich sehr in der Penzinger
Hüttelbergstraße 22!
Kollegin Barbara Drahosch
geriet später nach ihrem Wikingerschiff-Lamento zu einem
beachtlichen Furor gegen vermutete SPÖ-Versorgungsposten in
der Agenda 21, gegen
die sie erklärte, „so lange
kämpfen“ zu wollen, so lange sie
Politikerin sei - was
mich fast ein Bisschen an die Kampfesfreude in der
nordischen Mythologie erinnerte!
Zuletzt, das kaum absehbare
Sitzungsende war bereits mit meinem Nachfolgetermin bei
einer Bürgerinitiative in schwere Kollision getreten, kam
selbst noch der an und für sich pazifistische Bezirksrat
Krisch in die Kampfhandlung, weil er sich erkennbar zum
vorzeitigen Aufbruch vom Schlachtfeld rüstete: „Zerscht ziagst uns die Sitzung in d‘ Läng‘, und
jetztn schleichst di?“ , schalt mich in
Unterbrechung ihrer eigenen Rede im Zuge einer Wortmeldung
coram publico nicht Frau Drahosch, sondern - Kampfgetümmel
ist bekanntlich von überall tückisch - Kollegin Elisabeth
HOLZER, meine eigene GRÜNE Klubobfrau!
Fazit somit: Wie die MA 49 jetzt demnächst ein Spielgerät für 5
-12-Jährige in der Hüttelbergstraße gendergerecht
gestalten mag, wird sich erweisen – die
Öffentlichkeit wird es überprüfen können, - ja müssen!
Man weiß ja nie, was oft sonst passieren kann!
Und ich werde wenigstens überprüfen können, ob in der
Penzinger Bezirksentwicklungskommission, deren Schaffung
leider ich persönlich vor Jahren ahnungslos initiiert habe,
weiterhin so dramatisch weitreichende Planungsagenden auf
die Tagesordnung geraten, die uns das hiesig Ewiggestrige
immerhin nicht ganz vergessen lassen! Allerdings ist ja auch
wieder kein ganz schwerer Fehler, ab und an mit strebsamen
Bemühen unter netten Leuten das skandinavische Sagengut und
die Geschichte des Frühmittelalters gesellig zu
wiederholen!
Von
unbesprochenen Entwicklungen und Perspektiven ganzer
Bezirksteile (Raum Auhof, Strich-und Glücksspielmeile
Linzer Straße, Nachnutzung des ÖBB-Frachtenbahnhofes im
Raum Penzing, fehlender Schulraum im ganzen Bezirk usw.usf.
ad inf.) war nämlich in der Penzinger
Bezirksentwicklungskommission beachtlicher Weise noch
niemals substanziell die Rede! Aber vielleicht
war ja gerade deshalb FPÖ-Kollegin Barbara DRAHOSCH so
harsch disponiert, - was aber bei Wotan und allen Nornen der
hiesigen FPÖ natürlich niemand genau wissen kann!
Wolfgang Krisch, 26.3.11
zurück