OVS Hauptstraße 70: Raum- und  Ressourcenmängel nicht nur zur Betreuung in der Ferienzeit!


Ein Abend voller kommunaler Rätsel !

…für Hadersdorfer Eltern - und weit darüber hinaus!  Qualitätsstandards in diversen Bildungs- und Betreuungsfragen stehen in Penzing zur Diskussion!

 

Ein gänzlich banales – wie man meinen sollte – und harmloses Anliegen des Elternvereins der Offenen Volksschule Hadersdorf (Hauptstraße 70) machte dieser Woche (5.5.2011) im Bierlokal Hawei nicht weniger als eine ganze Podiumsdiskussion mit BezirkspolitikerInnen nötig, - die schließlich dennoch ohne jedes konkrete Ergebnis verlief! 

Für berufstätige Eltern von Kindern der OVS Hadersdorf ist nämlich bis dato - gezählte 33 Schultage vor Beginn der Sommerferien - noch immer ungeklärt, wo die Kinder nötige Betreuung in den Ferien finden werden! Ein Formular, das den Eltern letzten Dezember zugegangen und bis 28.Feber als Anmeldung abzugeben gewesen war, hatte nämlich keinerlei Aufschluss darüber geboten, wo die Betreuung stattfinden würde! Durchgesickert war nur höchst diffus, dass der nächst der Schule gelegene und gut taugliche Hort dafür nicht zur Verfügung stehen soll, - reelle Aussichten für Ersatz bestünde für Hadersdorfer Kinder am ehesten in der VS Linzerstraße 419 oder gar erst in der VS Hochsatzengasse!

Warum das so sein muss, wer so etwas entscheidet, warum man dazu keine Auskunft erhält, obwohl Telefonnummern für solche angeboten werden, wieso allenfalls Auskünfte heute A versprechen und morgen als B hätten verstanden werden sollen, warum versprochene Rückrufe aus dem Stadtratsbüro niemals eintreffen und viel Rätselhaftes mehr, waren natürlich nur die geringsten Fragen, die ungeklärt blieben!

Zu deren Beantwortung war nämlich aus dem allein zuständigen Büro von SPÖ-Schulstadtrat Christian OXONITSCH genau niemand der Einladung gefolgt, und mehrfach vertretene Mitarbeiterinnen der MA 10 (Kindertagesheime) konnten den Abend lang nur beteuern, zu allen Fragen nicht selbst entscheiden zu können, alle Wünsche und Anregungen aber gerne „mitzunehmen“.
Ähnlich angelegt und gelungen verlief auch der Auftritt eines Vertreters des Wiener Stadtschulrates, der – wie er erklärte - seit drei Tagen seine Funktion dort inne habe und bis zu Beginn der Woche als Wiener Pflichtschullehrer Schuldienst getan habe. Er sei für all die Probleme nicht zuständig, werde aber gerne „mitnehmen“, wofür er Kompetenz des SSR erkenne, z.B., also, warum in der Nachmittagsbetreuung irgendwo eine Türe zu einem Raum der Schule versperrt sei! (Man merkte: Probleme können nicht klein genug sein, um ordentlich erkannt zu werden!)


Die Eltern erkannten allerdings grundsätzlich und umgehend, dass man in Kontakt mit Wiens bester Verwaltung entweder gerne und prompt mit freundlichen Menschen zu tun bekommt, die leider in der Frage nur jemand anderen berichten können, weil sie selbst nicht zuständig wären – oder aber, dass man von sicher ebenso freundlichen Menschen, welche möglicherweise schon zuständig wären, die Nachricht erhält, diese seien allerdings gerade heute Abend leider für eine Auskunft persönlich dringend verhindert !

SPÖ-Stadtrat Christian OXONITSCH war jedenfalls verhindert, sein komplettes vielköpfiges Büro allerdings gleich ebenfalls – und von der SPÖ, die normalerweise bei derart stark besuchten öffentlichen Veranstaltungen geballt auftritt, musste parteimutterseelenallein Bezirksrätin Bettina Schwarzmayr jedenfalls tapfer die Stellung halten. Sie konnte also immerhin redlich versprechen, den EntscheidungsträgerInnen der Wiener SPÖ von den Problemen zu berichten! Somit wird sie Herrn Stadtrat weit mehr als bloße Sommerbertreuungsprobleme der Hadersdorfer Eltern referieren können, nachdem an dem Abend ganz generell auch zahlreiche sonstige,  gravierende Schul- und Betreuungsprobleme in Hadersdorf zur Sprache kamen, die mir persönlich wiederum aus ganz Penzing und weit darüber hinaus als Alltagsrealität bestens bekannt sind!

Wieso beispielsweise für eine 1.Klasse der OVS Hadersdorf keine Wiener Volksschulllehrerin aufzutreiben sein soll, die eine auf Dauer fehlende Lehrerin längst erwartbar ersetzen sollte, blieb ungeklärt und unerklärlich!

Wieso in Hadersdorf – wie im ganzen Bezirk bzw. ganz Wien - für strukturell weithin fehlendes Personal in der Nachmittagsbetreuung des Vereins der Wiener Kinder- und Jugendbetreuung – kein Personal gefunden wird, blieb noch ungeklärter.
Dass daher oft einmal gleich 50 Kinder irgendwie auf einmal von letzten Kräften des dezimierten Aufgebotes betreut bzw. über die Betreuungszeit gebracht werden müssen, weil generell immer die Krankenstände so schlimm seien, ließ sich mangels AnsprechpartnerIn keineswegs erörtern! Hadersdorfer Eltern wissen z.B. zu berichten, dass zuletzt speziell an Freitagen die Arbeit des überforderten Vereins bis nach 17.00 Uhr von der Frau Schuldirektorin bravourös übernommen wurde - weil vom Verein niemand erschienen war und man die Schulkinder nicht auf die Straße setzen könne! Somit herrschte überhaupt größte Ratlosigkeit zur Frage, wer den SPÖ-Verein kontrolliere und hinsichtlich erwartbarer Qualitätsstandards transparent evaluiere, - dessen Ressourcen- und Qualitätsmängel seit jeher bestehen! Dabei sind die Elternwünsche in Hadersdorf ohnehin bescheiden genug: Man würde in der Nachmittagsbetreuung gern vielleicht einmal einen Mann begrüßen dürfen, der den Burschen für ein simpel erwünschtes Fußballspiel im Freien zur Verfügung stehe, - in Zeiten wie diesen offensichtlich ein seltenes Highlight an erträumten Betreuungsangebot!


Zudem war bei der Podiumsdiskussion  – leider, leider – war auch kein zuständiger Mensch zugegen, der erklärt hätte, warum man definitiv viel zu vielen Kindergruppen der OVS Hadersdorf seit Jahren zumutet, binnen Minuten und oft erst weit nach 14.00 Uhr ein Mittagessen in der Nachbarschule hastig einschaufeln und verschlingen zu müssen, weil in dem Schulstandort aus der Lueger-Zeit zwar keinerlei Raumressourcen bestehen – dennoch aber immer mehr angeordnete Ganztagsgruppen die groteske Raumnot dramatisch verschlimmern! Die Eltern klagten jedenfalls beredt über die Folgen der unlösbaren Raumnot, und wie die Folgen derartiger Ausspeisung über vier Schuljahr hindurch auf die Esskultur und das Wohlbefinden der Kinder einzuschätzen sein muss, bedurfte wahrlich keiner tiefschürfenden Erläuterung oder Ausführungen von ErnährungswissenschafterInnen! ( Dass die am Podium vertretene FPÖ- LTAbg. Angela SCHÜTZ, im Wiener Rathaus bisher noch niemals im Entferntesten zu Schulthemen in Erscheinung getreten oder gar zuständig gewesen, als Idee ernsthaft einen mögliche Mittagsausspeisung im Turnsaal (!!) der Schule ins Gespräch brachte, blieb von den Eltern aber erstaunlich milde unkommentiert!) Ich werde mir jedenfalls die traditionell erzwungene „Esskultur“ der OVS Hadersdorfer fürs Erste einmal angelegen sein lassen, - denn nach meinem Eindruck ist selbst in armseligsten Kantinen diesbezüglich wenig ambitionierter Betriebe eine beschaulichere und physiologisch sinnvollere Nahrungsaufnahme möglich als für die Kinder der OVS Hadersdorf!


Generell sah ich persönlich als Vertreter der GRÜNEN am Podium wenig Anlass zur Schönfärberei oder optimistischen Aussichten für die Zukunft, - und zwar ganz ungeachtet der Tatsache, dass meine Fraktion mit der SPÖ eine Koalition unterhält! Die SPÖ verfolgt nämlich – trotz gänzlich konträrer und sehr teurer Mediendarstellung – im Schul- und Betreuungsbereich eindeutig einen drastischen Sparkurs und hat keinerlei Einblick in demnächst noch weit zunehmenden Bedarf an Schul- und Betreuungsplätzen im Bezirk, der schlicht und einfach nicht erwartbar zu decken sein wird!

Selbst für den trivialsten Regelunterricht im mindesten Ausmaß beteuert man im Wiener SSR seit längerem, nicht ausreichend Personal zu finden – der Unterricht ist seit Jahren nur mehr durch reichliche Überstunden überalterter Lehrerkollegien zu leisten, die Krankenstände sind vielfach enorm, der Entfall von Unterricht durch diese nicht selten!
Für den Sonderpädagogischen Bereich sei selbst die Ausbildung von PädagogInnen gestoppt, - Ersatz für fehlendes Personal ist ebenso wenig aufzutreiben und offensichtlich auch gar nicht mehr vorgesehen! Mit dem Zauberwort „Inklusion“ soll nämlich der Unterricht von SchülerInnen mit sonderpädagogischen Bedürfnissen einfach so verstanden sein, dass diesen die dafür nicht ausgebildeten KlassenlehrerInnen zusätzlich leisten, - was öffentlich noch nicht einmal dargestellt ist.
Und für die vielgerühmte und tatsächlich stark nachgefragte Ganztagsschule seien – wie am Beispiel Hadersdorf bestens zu sehen – vielfach nicht die geringsten adäquaten Raumressourcen vorhanden! Dass Kinder am Nachmittag bloß denselben Sessel frequentieren dürfen, der ihnen am Vormittag zur Verfügung steht, sei kläglicher Substandard und könne nicht ohne Widerspruch bleiben, sofern Ganztagsschule mehr darstellen soll als bloße Aufbewahrungs- und Unterbringungseinrichtung!
Noch dazu, wenn die SPÖ ganz augenscheinlich die Ganztagsschulen als Möglichkeit sieht, die außerschulischen Betreuungseinrichtungen gleich drastisch einzukürzen! Diesbezüglich erbrachte nämlich immerhin die Podiumsdiskussion ein klares – zuvor nicht gehörtes – Ergebnis durch die Vertreterin der MA 10: Wer sein Kind derzeit einer Wiener Ganztagsschule anvertraut, hat in der schulfreien Zeit keinerlei Chance auf eine Betreuungseinrichtung in einem städtischen Hort! Sie habe, so die Expertin, „1000 Plätze“ und neuerdings „400 zusätzlich“ – und keinen einzigen mehr! Für ganz Wien, wohlgemerkt! Ob die Zahl 1000, wie ich vermute, auf Grund des mathematischen Glamourfaktors und als besonders schöne runde Zahl etabliert wurde, ließ sich aber nicht eruieren – wozu ein Elternvertreter die Hoffnung äußerte, die Stadt Wien könnte ja einmal den tatsächlichen Bedarf erheben! Hoffentlich erzählt jemand Stadtrat OXONITSCH von der prächtigen Idee, - denn immerhin wurde ersichtlich, dass nirgendwo sonst als beim SPÖ-Stadtrat zu sämtlichen Wiener Schulmängeln die letzte Entscheidungsbefugnis und Verantwortung liegt!


Die zahlreich ausharrenden, ungemein freundlich auftretenden und diskutierenden Eltern äußerten abschließend Betrübnis darüber, dass von Seiten der Stadt Wien auch zu diesem Anlass keinerlei Lösungsvorschläge zur Hadersdorfer Misere angeboten wurden!
Ich bot allerdings an – und darf dies hier gleich veröffentlichen – die Befassung der Penzinger Kommission für Bezirksentwicklung mit all diesen Schul- und Betreuungsprobleme im Bezirk im Vollumfang anhängig zu machen sofern sie die SPÖ-Vorsitzende auf die Tagesordnung setzt. Das obliegt allein ihr bzw. Frau Bezirksvorsteherin ! All diese Schul- und Betreuungsprobleme sind nämlich trotz ihrer enormen Auswirkungen noch niemals auf eine Tagesordnung der Penzinger Kommission für Bezirksentwicklung geraten! Formal deshalb, weil die Bezirksvertretung kaum Kompetenzen in der Frage hat, - was richtig ist! Richtig ist aber noch weit mehr, dass Penzings BezirkspolitikerInnen in ihrer Funktion höchsten Anlass sehen sollten, infrastrukturelle Mängel im Bezirk zu erheben und an Entscheidungsträger heran zu tragen, wenn Missstände nicht erkannt werden oder auf Dauer – wie in Penzing - ohne Lösung bleiben!
Ich appellierte daher an die anwesenden Bezirkspolitiker der SPÖ (BR Bettina SchwarzmayEr) und der ÖVP(Klubobmann Franz LERCH) sowie der FPÖ (Bezirksvorsteher-Stellvertreter Mag. Oliver DRAHOSCh, den LTAbg. Mag. Armin BLIND begleitete) dies zu unterstützen! Von den GRÜNEN war im Publikum nicht nur die Penzinger Klubobfrau Elisabeth HOLZER und ihr Stellvertreter BR Philipp SCHMIDT anwesend, sondern auch der Klubobmann des GRÜNEN Landtagklubs LTAbg. David ELLENSOHN, von dessen Unterstützung in dieser Penzinger Eltern- und Kindersache im Wiener Rathaus ich sicher sein kann.

Die Eltern versicherten jedenfalls in aller Freundlichkeit, ihre berechtigten Forderungen keineswegs fallen zu lassen und in der Öffentlichkeit notfalls hörbar so lange wie nötig zu erneuern. Sie beharren auf ihrer leicht realisierbaren Forderung, den Hadersdorfer Hort für die Sommerferien den Kindern doch noch zugänglich zu machen und erklärten - irgendwie sehr nachvollziehbar - ihre Kinder nicht gerne ungewissen Ortes "einfach nur abgeben" zu wollen. Die Forderung lässt sich durch schlichten Einsatz der nötigen bedarfsgerechten Mehrausgaben realisieren! Von der weiteren Entwicklung berichten und die Eltern in ihrem Anliegen entschieden unterstützen wird jedenfalls

Wolfgang Krisch, 6.5.2011
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