Wien wusste vor dem Baubeginn, dass die Garage zumeist leer stehen muss ! Die Betriebkosten und finanziellen Verluste sind bisher nicht verraten!

 

Tageszeitung „Heute“ berichtet über „Millionengrab Rapid-Garage“

Für die zumeist leer stehende Garage unter dem Hanappi-Stadion muss Wiens Sportstadträtin weiterhin die politische Verantwortung tragen, - für eine erweiterte Nutzung fehlt jede Rechtsgrundlage!



 

In höchstes Staunen lässt sich nicht selten geraten, wenn man über sich in der Zeitung lesen kann!  Da wurde mir heute morgen zugetragen, „Heute“ zu Folge wäre ich verärgert über irgendwas, - die Gratis-Zeitung aus der U-Bahn schreibe darüber.

 

Also schlug ich meinen Ärger nach, der unter dem (richtigen) Titel Rapid-Garage wird Millionengrab folgende Grundlage hatte und auf Grund eines alten Berichtes von mir so beschrieben war: Obwohl derzeit in Hütteldorf eine P&R-Anlage für 27 Millionen-Euro in Bau ist und bis Mitte des Jahres fertig sein wird, stehe in unmittelbarer Nähe unter dem Trainingsplatz des SK-RAPID eine Garage für 400 Autos leer, die um 13,2 Millionen Euro gebaut worden war! Und, so wörtlich: RAPID mietet sich nur an den knapp 20 Spieltagen im Jahr ein, den Rest der Zeit steht die Garage leer. Trotzdem werde Geld für die P&R-Anlage verpulvert, ist Wolfgang Krisch von den Grünen verärgert“.

 


Richtig sind dazu folgende Fakten, die in der Zeitung nicht zu lesen waren, aber dem Redakteur von mir auf dessen Anfrage telefonisch schon vor geraumer Zeit mitgeteilt worden waren:


Lange vor dem Bau der Tiefgarage des Hanappi-Stadions ( mit 407 Stellplätzen) habe ich für die Penzinger GRÜNEN vor den irrwitzigen Kosten für die Garage gewarnt, die aus rechtlichen Gründen nur an wenigen Tagen im Jahr genutzt werden kann. Denn die Flächenwidmung des Areals erlaubt lediglich Stellplätze zum Betrieb und Erhaltder Sportanlage, - nicht aber für sonstige gewerbliche Zwecke. SPÖ-Stadträtin Grete LASKA hat die Anlage dennoch errichten lassen und danach den Versuch unternommen, bei der Bezirksvertretung (!) Möglichkeiten zu sehen, die Nutzung der Garage auszuweiten! Dass diese „Ausweitung“ einen klaren Rechtsbruch darstellen würde, habe ich vermittelt, der Wiener Magistrat hat meine Rechtsmeinung bestätigt, die Garage steht seither tatsächlich einen Großteil des Jahres leer, was nicht zu ändern ist, - und Wien verrät selbst auf Anfrage in der Bezirksvertretung nichts über die Betriebskosten bzw. die finanziellen Verluste durch diese Misswirtschaft !



All das ist aber formal völlig unabhängig von der in Bau befindlichen Park&Ride-Anlage Hütteldorf für 1200 Stellplätze zu sehen, die derzeit unweit davon auf der anderen Seite des Schienenstranges der Westbahn entsteht, obwohl selbst Bürgermeister Michael HÄUPL im Gemeinderat dazu eingeräumt hatte, dass derartige Anlagen in zu geringem Ausmaß angenommen werden!
 
Gemeinsam haben beide Anlagen aber eines, was tatsächlich zu grobem Ärger für Betroffene führen muss: Horrende Kosten zu Lasten der SteuerzahlerInnen! Denn auch für die neue Anlage wird Steuergeld wiederum mit vollen Händen aus dem Fenster geschmissen, das überall sonst – und ganz besonders für den öffentlichen Verkehr – dramatisch fehlt!

Wenn für gemeinhin schlecht angenommene Park& Ride–Anlagen, wie im Hütteldorfer Fall, 27 Millionen € ausgegeben werden, dagegen aber beispielsweise die Wiener Linien die Fahrpreise erhöhen, Leistungen kürzen wollen und wegen veraltetem Material nicht verhindern können, dass immer wieder Fahrgäste verunglücken oder gar zu Tode kommen, - dann ist tatsächlich Ärger bei Betroffenen noch ein viel zu milder Ausdruck!

 
Die Hanappi-Garage wird weiterhin nur für die NutzerInnen des Stadions zur Verfügung stehen können, - und ob die in Bau befindliche P&R-Anlage für 1200 Kfz angenommen werden wird, kann erst die Zukunft weisen. In beiden Fällen trägt aber die SPÖ für die horrenden Ausgaben die politische Verantwortung, die ihr niemand abnehmen wird!
 

Wolfgang Krisch, 26.2.2008

E