
Über dem Schlafzimmer: Keine Grenzwerte trotz
SPÖ-Beteuerung?
Handymasten: Wiener Grenzwert von SPÖ-Regierung völlig frei erfunden ?
Sofern Connect Austria (One) und das Nachrichtenmagazin profil nicht völlig
desorientiert sind, ist SPÖ-Stadtrat Werner Faymann ohne Zweifel rücktrittsreif
!
Nachdem
vor geraumer Zeit aus der SPÖ-Stadtregierung berichtet worden war, für
Handy-Sendemasten auf städtischen Wohnhausanlagen einen Grenzwert von 10
Milliwatt
(pro m² Leistungsflußdichte ) festzuschreiben, bedurfte es für mich bloß
einer einzigen Anfrage, um diese Ankündigung zweifellos als glatten Schwindel zu
bezeichnen !
Wohnbaustadtrat Faymann teilte mir nämlich mit, daß in Wien gerade ein
(!) Meßgerät zur Verfügung stünde, um auf Ansuchen der Handybetreiber
Messungen vorzunehmen und daß zudem die Sendeleistungen von Handymasten
jederzeit (!) über Fernsteuerung (!!) veränderbar seien!
Was nun aber in der jüngsten Ausgabe des Nachrichtenmagazins
profil (Nr. 27/03, S 13) unter dem Titel „ Wiener Öko-Schmäh“ bisher
undementiert dargestellt wird, geht eindeutig weit über das hinaus, was man als
„Schwindel“, „Humbug“ oder „Öko-Schmäh“ gerade noch gnädig so
bezeichnen könnte.
Was
allerdings Wohnbaustadtrat Werner FAYMANN allerdings nach wie vor nicht hindert,
dem betroffenen Mieter einer Gemeindebau-Wohnung zu versichern, man habe „
für Antennenanlagen auf Objekten der Stadt Wien festgelegt, dass ein
Grenzwert von maximal zehn Milliwatt pro Quadratmeter Leistungsflussdichte“ nicht überschritten werde.
Bei
einer heutigen Sitzung des Penzinger
Umweltausschusses habe ich auf Grund dieser neuen Entwicklung
dringend für eine nächste Sitzung um Ladung von Fachleuten aller betroffenen
Dienststellen gebeten, die zu den neuen Entwicklung für Klarheit sorgen sollen.
Penzinger MieterInnen von Gemeindewohnungen – so begründete ich meinen Antrag
– seien nämlich seit Jahren zu vielfachen Klagen über vermutete
Gesundheitsgefahren durch Handymasten offenbar bewußt falsch informiert worden.
Die
Reaktion der SPÖ war eindeutig panisch !
Fachleute
seien im Penzinger Umweltausschuß, so SPÖ-Bezirksvorsteher-Stellvertreter Robert
PSCHIRER, fehl am Platz, weil es sich um ein eine Frage für ganz
Wien handle, genau genommen sei ohnehin der Bund zuständig ! Er sei gänzlich
dagegen, diese Grenzwert-Debatte auf die "Bezirksebene
herunter zu ziehen“, der Bezirk habe "keinerlei
Kompetenz" ich möge diese Debatte im Gemeinderat führen
lassen und könnte ja demnächst einmal selbst dort ein Mandat erhalten.
Ich
erinnerte Herrn Pschirer daran, daß sich der Penzinger Umweltausschuß seit
jüngster Zeit sehr wohl mit Handymasten beschäftige, groteskerweise aber
lediglich hinsichtlich der Ortsbild-Verträglichkeit. Wenn nun offenbar
Wiens Bezirke in den Umweltausschüssen ohne jede Möglichkeit eines Einspruches
von Wiens SPÖ-Regierung mit der Frage Handy-Masten beschäftigt werden, dann
könne das ja nur einen Grund haben: Man möchte damit wohl die Zustimmung aller
Fraktionen vortäuschen, wenn BürgerInnen gegen Handymasten protestieren und
dabei nicht wissen können, daß Wiens Bezirke keinerlei Einspruchsmöglichkeiten gegen Antennenanlagen haben! Zudem gehe es - so meine
Replik - auch keineswegs an, daß Penzinger BürgerInnen allerorten auch von GRÜNEN
guten Glaubens Informationen des Büros Faymann erhalten hätten, die nun
offensichtlich nicht der geringsten Überprüfung stand halten würden.
Worauf SPÖ-Abgeordnete Elfried NOVAK wenigstens vorschlug, „ bis
zur nächsten Sitzung nachzudenken“, man habe nun einmal
schlechte Erfahrungen mit Medien, und: Mein Vorstoß komme „
überraschend
“.
Nicht
überraschen wird allerdings meine Ansicht, daß SPÖ-Stadtrat
Werner FAYMANN der Rücktritt dringend nahe zu legen sein wird,
sollten profil und Connect Austria ihreseits ihre Darstellungen nicht frei erfunden haben! Ein
Regierungsmitglied, das zum bloßen Vorteil seiner Partei bei bewußter grober
Wahrheitswidrigkeit ertappt wird, ist in seiner Funktion ohne Zweifel nicht
tragbar! Als einzigen Trost können
wir Herrn Wohnbaustadtrat nur unsere Gewißheit anbieten, daß sein „Öko-Schmäh“
selbstverständlich auf Grund seiner Dimension als ein in der Regierung
akkordierter zu beurteilen ist !!
Es wird sich leicht feststellen lassen, ob Wiens SPÖ-Regierung
tatsächlich einen Grenzwert gänzlich frei und plump erfunden hat und damit
seit Jahren wider besseres Wissen BürgerInnen bewußt täuscht !
Wolfgang
Krisch, 1.7.03
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