
Links:
Der VOR hat einzigen Bus für die Linie 148, es sei denn im Tausch für einen
anderen der Linien 149, 152!
Rechts: In Hinterhainbach geht man bis zu 2,7 Km lang aus gewidmetem Wohngebiet
zum öffentlichen Verkehrsmittel (bzw. von dort zurück). Das Foto ist nicht
gestellt und ein Schnappschuss vom 10.10.2009 - zeigt aber definitiv kein
Schulkind!
Ein
Taxi für die Wiener Linien – und ein Bus für den VOR gesucht!
Arges
Dilemmas
auf der
Penzinger Linie 148
(ggf. 149, 152)
– und gar in Hinterhainbach, wo die Wiener Linien ganz
einfach „kein Schülertransport
sind“!
Erschreckende Einblicke in den Zustand des öffentlichen Verkehrs bieten zur
Zeit wieder einmal Stellungnahmen der Wiener
Linien und des VOR
(Verkehrsverbund Ost Region) auf äußerst berechtigte
Hinweise, Wünsche und Beschwerden von BürgerInnen, die zwar vorab dorthin
teure Tarife überweisen - seit jeher aber nicht selten schlechte
Leistungen dafür erhalten. Grundtenor
der Verkehrsdienstleister dazu: Die Leistungen sind entsprechend, Verbesserungen
nicht finanzierbar!
Jüngster Anlass zu diesen betrüblichen Erkenntnissen bot wieder einmal eine Sitzung der
Penzinger Verkehrskommission (am 30.9.
Erschienen waren da nämlich mehrere bemühte Vertreter der Wiener Linien zu den
Jahre langen Wünschen zahlreicher BürgerInnen, die in Hinterhainbach auf
ordentlich gewidmeten Flächen wohnen aber seit jeher ohne die geringste
Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz geblieben sind. Die
Siedlung liegt in einem Seitental des Mauerbachtales bis zu 2,7 Kilometer vom nächsten
öffentlichen Linienbus (nach Hütteldorf) entfernt, und wer dort wohnt, braucht
ein Kfz! Kinder und Jugendliche dürfen ein solches aber nicht allein gebrauchen und
brauchen daher ein Verkehrsmittel, um in die Schule und danach irgendwann doch
wieder nach Haus zu gelangen.
Die Wiener Linien nahmen dazu nun ausführlich Stellung wie folgt: Zu einer erfolgten Befragung der Siedler, wann ein Verkehrsmittel benötigt werde, hätten
manche „einfach von 0-24 Uhr hingeschrieben“,
das ginge nicht, auch in der Früh ginge es nicht, wenn alle Kinder zugleich in
die Schule müssten. Denn dort „werde
nie ein Bus fahren“, es sei allenfalls ein AST (Sammeltaxi) in
Erwägung zu ziehen, da würden neben dem Fahrer 8 Personen Platz haben und
nicht mehr. Und weil außerdem das Kraftfahrlinienrecht in so einem Fahrzeug
eine Rückhaltevorrichtung für Kinder verlange, was für ein Kind ja vielleicht
kein Problem wäre, für zwei vielleicht auch nicht, werde es darüber hinaus
dann aber problematisch! Hinterhainbach sei an das öffentliche Verkehrsnetz
nicht angeschlossen, und im Winter sei das „dort
nicht ganz einfach, auch für Pkw nicht“. Außerdem – man habe
das Tal zum Augenschein bereist – sei "kein
Platz umzudrehen". (Der gute Hinweis – Zwischenruf aus der
SPÖ-Fraktion- auf einen vorgesehen
möglichen Rundkurs, welcher keine Umkehre bräuchte, ließ sich von dem
Fachmann aber leider nicht aufgreifen!)
Der erklärte dafür aber, man müsste für den allenfalls möglichen
Heimtransport der SchülerInnen am Nachmittag den Taxifahrer irgendwo bis zu „10
Stunden warten lassen“, ein zweiter sei schon gar nicht
leistbar, das finanzielle Volumen, mit dem man in das „Projekt
hineingegangen“
sei, habe sich mit
40 000 € im Jahr „ergeben“, und – jetzt
aber bitte gut aufpassen, das wörtliche Zitat ist eine fabelhafte neue
Eröffnung - „Die
Wiener Linien sind kein Schülertransport, das „muss
man einfach sagen“, denn „die
Schülerfreifahrt deckt in
Wien den öffentlichen Verkehr ab“ .
Ich gab dem Fachmann hoch sachlich zu bedenken, dass gar nix durch eine Schülerfreifahrt
in Wien abgedeckt ist, wenn wo nix fährt, dass ich den Wiener Linien gern
zeigen könne, wo man in Hinterhainbach umdrehen kann und dass es im Winter
nichts besonders Neues sei, wenn das Autofahren nicht „ganz einfach“ ist,
denn wer auf Schneefahrbahn zuviel Gas gebe, gerate auch sonstwo in Gefahr, sich
wo einzubauen!
Das beeindruckte den Fachmann nicht erheblich, man vertagte sich immerhin mit
der Vereinbarung, die jährlich wechselnde Zahl von Schulkindern überhaupt
einmal – prinzipiell prächtige Primäridee – grundsätzlich zu erheben! Und bis das geklärt
sein wird, verrate ich den Wiener Linien oder dem Wiener Verkehrsdienststellen dann
gleich einmal, wo die Bundesgesetz-Lage Wiener Handlungsbedarf zur „Gangbarkeit von
Schulwegen“
sowie nötige Schülertransporte
erkennen ließe. Man wird da und dort erstaunt sein – und einen Schülertransport
einrichten können, auch wenn die Wiener Linien für so etwas nicht zu haben
sein wollen! Irgendwie wird sich das machen lassen – und vielleicht tragen ja
die US-Shareholder der Wiener Linien ein Scherflein bei, denn in den Staaten hat
man sicher Verständnis für abgelegene Täler.
Der VOR erklärte sich dazu auch glatt bereit, einen (EINEN) ganzen Kurs
zusätzlich einzusetzen, allerdings unter einer klitzekleinen
Bedingung: Man müsse
dafür auf der Linie 149 oder 152 einen
Kurs zum
Ausgleich
wegfallen lassen! Dieses offenbar ernsthaft gemeinte Angebot
verbat sich die Penzinger Verkehrskommission energisch, aber guter Rat ist
seither noch teurer als das Bissl Autobus, das jetzt doch noch weiter für den
Kordon gesucht wird!
Wenn
also jemand für den VOR irgendwie hilfreich einspringen könnte, bitte um
Meldung, irgendwo wird sich doch ein Mäzen finden oder jemand, der einen Bus
samt FahrerIn unnütz herumstehen hat!
Wolfgang Krisch, 13.10.09
P.S. Vielleicht lässt sich aber auch von den Kosten für eine
neue Straße im Auhof zur kommoden Abfahrt aus dem Noch-Immer-Nicht-
Einkaufszentrum Shopping-Center-Auhof
(im Bezirksbudget für 2010 sind bisher insgesamt
bloß 728 000 Euro (siebenhundertachtundzwanzigtausend Euro dafür
vorausgeplant)
ein paar Tausender für ein Taxi und ein Bisschen was für einen Buskurs am
Kordon abzwacken, - man würde das unter „Verhältnismäßigkeit von öffentlichen
Ausgaben“ leichthin im ganzen Bezirk und weit darüber hinaus bestens
vermitteln können!
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