Autowrack vor Hüttelbergstraße 22: Wo nur völlig Verrückte überholen, wird eine Sperrlinie verordnet! Wo laufend mit Höchstgeschwindigkeit überholt wird - kennt die MA 46 keine Unfallgefahr und lehnt jede Maßnahme ab!


Hüttelbergstraße: MA 46 lehnt
ein Überholverbot ab!

Die Fachabteilung sieht einfach keine Notwendigkeit – die Verkehrskommission weiß es besser !  Die MA 46 wird umdenken müssen !


Neulich ist wieder einmal ein Kind auf einem Schutzweg getötet worden, - das Fehlerhalten eines Mercedes-Fahrers in Döbling ist seither  in ganz Wien ebenso unerklärlich wie jenes ganz Vergleichbare eines Penzinger Autolenkers, der im Vorjahr vor der Volksschule mit Vollgas in der Hauptstraße einen Passanten auf einem Fahrbahnteiler zu Tode gebracht hat.

Mir geht zu derartigen Todesfällen immer durch den Kopf, wie betulich und fürsorglich sich Wiens verrückte Verkehrspolitik den vordringlichen Interessen der „geplagten“ Kfz-LenkerInnnen widmet - und wie sehr sich alle anderen VerkehrsteilnehmerInnen – allen voran FußgängerInnen und RadfahrerInnen – diesen Interessen fügsam unterzuordnen haben! Und welch geringes Risiko LenkerInnen eingehen, die sich weit jenseits der Straßenverkehrsordnung so verhalten, dass sie zu tödlicher Gefahr für andere werden.


Diese unverrückbare, ziemlich verrückte Verkehrspolitik, die Wiens SPÖ auf Druck der oppositionellen ÖVP&FPÖ -Autolobbyisten glaubt verfolgen zu müssen, hat mich vor Jahren bewogen, mich aus der Penzinger Verkehrskommission zurück zu ziehen. Hab ich dennoch als Gast dort gelegentlich zu tun, braucht es für mich jedes Mal Tage, bis ich wieder einmal unweigerlichen schweren Ärger eingekriegt habe.

Zuletzt war dazu neuerlich Anlass, als zum wiederholten Male auf guten Wunsch der ÖVP - sehr verdienstvoll in dem Fall -  eine Verkehrsmaßnahme gegen zu hohe Fahrgeschwindigkeiten in der Hüttelbergstraße verlangt wurde und auf der Tagesordnung der Verkehrskommission stand!

Wie jede/r mit auch nur geringster Ortskenntnis weiß, wird dort seit jeher im kerzengeraden und für GasgeberInnen weithin gut einsehbaren Bereich zwischen Wolfersberggasse und Wegerichgasse  nicht nur mit High-Speed gefahren, sondern auch ebenso überholt. Dass sich dort nicht nur die Wohnbevölkerung vor aberwitzigen Fahrgeschwindigkeiten fürchtet, sondern jede/r, der/die als FußgängerIn oder RadfahrerIn über die Fahrbahn muss, ist natürlich jedem Kind völlig einsichtig! Nur leider sitzen in Wiens Fachabteilungen keine einsichtigen Kinder sondern ExpertInnenen.  Und einer, der hier namentlich ungenannt bleiben soll, erklärte in der Sitzung der Penzinger Verkehrskommission vom 28.4.2010 sinngemäß wie folgt, dass  in der Hüttelbergstraße keinerlei Maßnahmen gegen zu hohe Fahrgeschwindigkeiten mit folgender Begründung angebracht seien:

 

1.  1. Zum einen hätten sich eben alle LenkerInnen an die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h zu halten!

2.   2. Eine Sperrlinie (die wäre schon wesentlich zielführender, weil deren Missachtung FahrzeuglenkerInnen in Verbindung mit einer deutlichen Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit schon empfindlich teuer zu stehen käme! Anm. Krisch), ist  nicht zu realisieren, weil sie für alle Haus- und Grundstückseinfahrten ständig unterbrochen werden müsste und somit als bloße Leitlinie wirken würde. (Das Argument ist sachlich korrekt! Anm. Krisch)

3. Allerdings lehne man auch ein Überholverbot ab, - es gäbe dort keine Unfallhäufung! Und wenn die erlaubte Höchstgeschwindigkeit missachtet werde, werde auch ein Überholverbot missachtet!

Viel klarer lässt sich nicht vermitteln, was die Wiener Verkehrspolitik bestimmt: Nur ja niemand -  stets termingeplagte und gehetzt - hinter einem  Lenkrad künstlich durch irgendwelche Taferln aufhalten, die noch dazu im Falle eines verschuldeten Unfalles für eine/n armen UnfalllenkerIn strafverschärfend wirken könnten! Nur ja niemand mit einem Überholverbot provozieren, wenn vor ihm/ihr jemand fährt, der/die sich an die vorgeschriebenen 50 km/h Höchstgeschwindigkeit hält! Und nur ja niemand einschränken, wenn’s dort eh so schön viel Platz gibt zum Überholen. Und  schließlich nur ja nichts leichtfertig verordnen, was von den dümmsten Autolobbyisten hierzulande als „Abzocke“ (im viel zu seltenen Überwachungsfall) nicht nur beklagt wird, sondern was auch noch in der Öffentlichkeit weithin auf mediales Verständnis und Resonanz stößt! Fahren und Parken auf Gehsteigen, die berühmte „sportliche Fahrweise“ und nicht zuletzt natürlich auch das High-Speed-Bedürfnis für Verrückte am Steuer – für all das gibt es hier zu Lande unausgesprochenes Verständnis, merkbare Einsicht, milde Entschuldigungen, faktische Berücksichtigungen und milde Relativierungen!

Bis wieder einmal ein Mensch tot auf einer Fahrbahn liegt und ein Unfallhöhe- oder -schwerpunkt nicht von der Hand zu weisen ist! Dann handelt es sich natürlich um ein persönliches Fehlverhalten eines Einzelnen-  schrecklich und bedauerlich, und natürlich durch gar nichts zu erklären - und schon natürlich gar nicht durch grundsätzlich ziemlich verrückte Verkehrspolitik, findet, gänzlich unzuständig



Wolfgang Krisch, 23.5.2010

P. S.: Der MA46-Experte verwies im Übrigen auf ohnehin schon gute Erfolge der MA 46 für die Verkehrssicherheit in der Hüttelbergstraße: Man habe durch einen Kreisverkehr einen ehemaligen Unfallschwerpunkt im Kreuzungsbereich Hüttelbergstraße- Amundsenstraße – Haspelmeistergasse – Karl-Bekehrty-Straße abgeschafft! Dass zu dem Kreisverkehr der GRÜNE Bezirksrat Krisch (noch unter Verkehrsstadtrat Fritz SVIHALEK) die MA 46 durch langjährige Medienarbeit zuletzt immerhin doch mühsam bewegen konnte, indem er alle Unfälle penibel auflistete, vergaß der gute Mann natürlich zu erwähnen. Auch damals hatte man lange Jahre selbst den Unfallschwerpunkt abgestritten und nur dafür Sorge getragen, dass die nach High-Speed-Unfällen katastrophal aussehenden Fahrzeugwracks umgehend unauffällig entfernt wurden.

P.P.S. Immerhin hat die Penzinger Verkehrskommission einstimmig (!) auf ihrem Wunsch beharrt, trotz gegenteiliger Meinung der Fachabteilung ein Überholverbot in der Hüttelbergstraße verordnet wissen zu wollen.
Ich wage vorauszusagen, dass die MA 46 demnächst dennoch zu einem solchen auch hiermit einen guten Anstoß erhalten wird!

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