
Stimmiges
Foto aus dem Hugo-Breitner-Hof von der Generalsanierung 2002: Bis heute
vermisst der Mieterbeirat eine Endabrechnung - sonst stört das aber niemand
weiter auf der ewigen Verwaltungs-Baustelle...
Verwaltungs-Desaster
Hugo-Breitner-Hof: „..werden zum jetzigen Zeitpunkt keine nähere Angaben
gemacht…“
Ein besonders
umfangreiches Rührstück der Wiener Verwaltung gerät nun gar auf EU-Ebene! Wien
droht schweres Ungemach !
Völlig Unglaubliches ist aus dem Hugo-Breitner-Hof in Penzings Linzer Straße
299-325, einem der größten Gemeindebauten Wiens mit 126 Stiegen, 1384
Mietobjekten - davon 1276 Wohnungen - auf ca. 72 000 m² Wohnfläche für rund 3500
betroffene BewohnerInnen zu berichten:
Zu all den langjährigen Missständen der üblich-alten Art im Zusammenhang mit den
Verwaltungsusancen durch Wiener Wohnen sowie den noch weit darüber hinaus
gehenden, welche im Zug der letzten Sanierung und Erweiterung der Anlage
besonders schlagend wurden, sind weit reichende rechtliche Konsequenzen nun
absehbar und offenbar unausweichlich:
Nach schlüssiger Darstellung des hoch kompetenten Mieterbeirates sowie mehrerer
BewohnerInnen der riesigen Siedlung ist Wien bzw. Wiener Wohnen weiterhin
nicht in der Lage, ungezählte gravierende Problemfelder einer erwartbaren
Lösung zuzuführen, obwohl diesbezügliche Bemühungen zuletzt vom zuständigen
SPÖ-Wohnbaustadtrat Dr. Michael Ludwig
dargestellt wurden.
Die Überfülle von Unzumutbarkeiten für die
WohnungsmieterInnen und SteuerzahlerInnen macht jeden Versuch einer
detaillierten Auflistungen der Probleme im Rahmen der hier leistbaren
Berichterstattung völlig unmöglich, - angedeutet darf in Bausch und Bogen nur so
viel sein:
Wiener Wohnen schafft seit Jahr und Tag nicht, Kostenabrechnungen
nachvollziehbar zu erstellen bzw. zu belegen, den MieterInnen überflüssige
Aufwändungen und massive Vergeudung von Steuergeld in aberwitziger Höhe
rechtlich ebenso haltbar zu erklären wie sonstige grobe Fragwürdigkeiten aller
Art in ungezählten Fällen, kann oder – will - Informationen den MieterInnen
keineswegs so leisten, wie dies erwartbar sein muss, und hält selbst mühsam
besprochene Vereinbarungen vielfach nicht ein!
Und zu all dem wird obendrein der
gesetzlich vorgesehene, demokratisch gewählte Mieterbeirat von Wiener Wohnen zu
allem Überfluss langatmig hingehalten oder - wie ich das nennen würde -
systematisch gepflanzt ! Mir persönlich wäre nämlich selbst als freiwillig
agierender Mieterbeirat nicht einsichtig, dass der Gegenstand eines
Mietverhältnisses mit Wiener Wohnen im Breitnerhof das unweigerliche Dauermühsal
nach sich ziehen sollte, sich letztlich ganz simple und ordinäre Belastungen
seiner Rechte als WohnungsnutzerIn und SteuerzahlerIn durch den Vermieter
verlässlich zu verbitten!
(In Wohnungen wohnt man gemeinhin gern in Ruhe und erwartet vom Vermieter, dass
dessen Tätigkeit keine langjährigen Projekte verursacht, die dem Aufwand nach
einer unbezahlten Berufstätigkeit gleichkommen!)
Dazu nur wenige wahllos und rasch ausgewählte
Schmerzhaftigkeiten:
Im Breitnerhof wird aktuell der Nachweis geführt, dass Wiener Wohnen noch immer nicht richtige Abrechnungen zuwege bringt, häufig zum Nachteil der MieterInnnen. Die dazu offensichtlich noch immer geübte Ausrede: Böse Computer! So stellen Betroffene entgeistert bis belustigt fest, dass Wiener Wohnen gern einmal schon schwierige 10 % Mehrwertsteuer von irgendwas nicht richtig ausrechnen kann!
Bis heute ist ungeklärt, wie die Wohnhausanlage eine öffentliche Straße „übertragen“ bekommen haben will, deren Betreuung seither den MieterInnen enorm was kosten muss. Wie viel, wo verbucht, warum und überhaupt, wird in ein paar Jahrzehnten wohl in den modernen Sagenschatz neuzeitlicher Penzinger und Wiener Lokalgeschichte eingehen und einst vermutlich gleich nach der Story von der Penzinger Lichtsäule zum Lesestoff von Schulkinder werden.
Bis heute ist trotz Jahre langer Nachfrage meinerseits unbekannt, wer eine überdimensionierte "Baustellentafel" in Form eines meterhohen hölzernen "Werbeturmes", eine aufwändige Zimmermannsarbeit auf betoniertem Sockel, nächtlich beleuchtet und durch automatisch wechselnde Werbebotschaften geschmückt, bezahlt hat bzw. wie viel das Monstrum überhaupt gekostet hätte. Auch diese, längst entfernte, hoch überteuerte Anschaffung wird dereinst als Penzinger Bau-Kuriosum von der Nachwelt bestaunt werden.
Die Grünflächenpflege im Hugo-Breitner-Hof wird neuerdings nicht mehr von privaten Firmen durchgeführt, sondern – ohne jede Ausschreibung – von der „Stadt Wien – Wiener Wohnen Außenbetreuungs GmbH“ . Diese bzw. eine weitere „Die Stadt Wien – Wiener Wohnen Hausbetreuungs GmbH" wurde gegründet um für die Häuser von WIENER WOHNEN ein umfassendes Hausbetreuungskonzept anzubieten. Dafür war aus Steuergeld ein Kapitalzuschuss in Höhe von 1.000.000 Euro (eine Million Euro) nötig, wonach die Grünflächenpflege im Breitnerhof gleich einmal für MieterInnen drastisch teurer wurde. und zwar - im Vergleich zu 2006 - um 125,3 % oder sogar um 181 %, nix Genaues weiß man dazu!
Stopp, hier also mit Beispielen, die sich fast seitenweise fortsetzen ließen! ( So viel wollen ja nicht einmal geübte Bio-Liebhaber von Feuchtbiotopen über die üblichen Sümpfe derzeitiger Wiener Politk bzw. verpolitisierter Verwaltung wirklich lesen! )
Was ich aber als GRÜNER Mandatar, der noch Anderes zu tun hat, als über Wien und
Wiener Wohnen zu schaudern, zuletzt am 6.2.d.J. wollte, war eine Auskunft von
Wien über den trüben Stand der schlimmen Ding wie folgt:

Der Bezirksrat Wolfgang Krisch stellt namens der Penzinger GRÜNEN zur Sitzung der Bezirksvertretung am 6.2.2008 folgende
gemäß § 23 der Geschäftsordnung der Bezirksvertretungen
Zu vielfachen, höchst erstaunlichen Beschwerden, welche von Seiten des Mieterbeirates der Wohnhausanlage Hugo-Breitner-Hof im vergangenen Jahr detailliert aufgelistet Wiener Wohnen zur Kenntnis gebracht und darüber hinaus auch öffentlich gemacht wurden, wird um Auskunft gebeten,
Begründung:
MieterInnen der Wohnhausanlage sind zum Teil mit gewichtigen und langfristigen
grundsätzlichen oder detaillierten Problematiken von zum Teil hohem öffentlichen
Interesse befasst, denen Wiener Wohnen offenbar nicht geeignet entsprechen kann,
entsprechen will oder glaubt, nicht entsprechen zu müssen.
Wolfgang Krisch, 29.1.2008
Die Antwort kam mit Post vom 7.3. rechtzeitig ( als Mandatar kann man auf
rechtzeitige Antworten pochen – die MieterInnen warten auf solche von Wiener
Wohnen oft über alle Geduldsgrenzen weit hinaus- z.T. vergeblich) und war höchst
erstaunlich:
SPÖ-Wohnbaustadtrat Dr. Michael LUDWIG
konnte mitteilen, dass sich “Wiener Wohnen zu
berichten erlaubt“ (sic!), es würden
„mit der Absicht, Lösungen zu finden, nach wie vor
intensive Gespräche mit dem Mieterbeirat dieser Wohnhausanlage geführt.
Sämtliche beanstandete Positionen der Hausabrechnungen wie z.B. Betriebskosten,
Aufteilungsschlüssel zwischen Stammhaus-Altbestand“ und Dachgeschosswohnungen
sowie Instandsetzungsrechnungen werden in der nächsten Zeit gemeinsam mit dem
Mieterbeirat überprüft und aufgearbeitet. Um den Ergebnissen nicht vorzugreifen
und den Prozess nicht zu beeinflussen,
werden zum jetzigen Zeitpunkt keine näheren Angaben gemacht. Nach
vorliegen (sic!) von konkreten
Ergebnissen“ schreibt Herr Stadtrat zuletzt, wird er Frau
Bezirksvorsteherin Kalchbrenner, an die ich formal meine Anfrage hatte richten
müssen,
„selbstverständlich informieren“. Frau Bezirksvorsteherin
darf also stündlich Nachricht erwarten. Oder so!
Inhaltlich war diese Antwortverweigerung natürlich „selbstverständlich“
eine übergebührliche Zumutung für DemokratInnen, weil das
Anfragerecht des Mandatars in entwickelten Demokratien keinesfalls zuließe, dass
von Stadträten „zum jetzigen Zeitpunkt keine näheren
Angaben gemacht werden“. ( Und als Mitglied der Wiener
Landesregierung könnte man das sogar wissen.)
Solche Kinkerlitzchen fallen natürlich der Wiener SPÖ offensichtlich längst
nicht mehr von selbst auf, - dafür wird aber Folgendes gut auffallen: Der
Mieterbeirat hat nämlich seit geraumer Zeit sinngemäß mitgeteilt, er habe um
Prüfung sämtlicher Gebarung der Stadt zu den fragwürdigen Vorgängen im
Breitnerhof durch alle möglichen Wien Kontrollgremien und -institutionen
verlangt. (Na, da wird die SPÖ-Mehrheit grad einmal indigniert hüsteln!).
Ferner strebt der Mieterbeirat an, dass Wien für den Breitnerhof eine andere
Verwaltungsfirma finden möge als „Wiener Wohnen“ (Da könnte Wien – ich
prophezeie hier aus ganz privater Abschätzung ohne jeden sonstigen Hinweis –
gleich einmal z.B. die gewohnt unabhängige GESIBA einfallen).
Zuletzt aber hat der Mieterbeirat informiert,
dass er sehr gut zuständige Gremien
der EU-Kommission mit der Bitte um Einleitung einer Prüfung des Unternehmens
„Stadt Wien – Wiener Wohnen“ eingeschaltet hat.
Wien droht also ganz zu Recht schweres Ungemach aus dem Hugo-Breitner-Hof, dessen Namensgeber – eine Ikone einstiger Sozialdemokratie, die beide Teile ihres Parteinamens damals redlich führen konnte - im Übrigen nicht verdient hätte, zu diesen Zuständen in der sozialen Wiener Wohnhausanlage stets mit seinem guten Namen in aller Munde zu sein.
Wolfgang Krisch, 10.5.08
Früheres dazu:
Mieter-Aufstand im Hugo-Breitner-Hof !
Mietervertreter listen unglaubliche Missstände auf und drohen, die
Hausverwaltung durch Wiener Wohnen zu kündigen!
23.10.07
Hugo-Breitner-Hof: Neu gebaute Behinderten-Barriere auf Wunsch der MA
48?
Nun Sanierungsbedarf nach jüngster Sanierung der Wohnhausanlage!
10.8.07
Bautafelturm
Hugo-Breitner-Hof: Was Mietern und Steuerzahlern angeblich nichts kostet!
Für den Werbe-Exzess will
SPÖ-StR Faymann noch immer nicht die offensichtlich horrenden Kosten nennen!
4.6.06
Breitner-Hof:
Wiener Wohnen will öffentliche Straße „übertragen“ bekommen haben ...
...
möchte sie für kostenpflichtige Parkplätze abschranken und für Erhaltung und
Instandhaltung „ausschließlich die Mieter“ zahlen lassen!
12.7.03
Hugo-Breitner-Hof-Werbeturm: Auch das Kontrollamt kann keinerlei Kosten nennen....
... abschließende Beurteilung angeblich erst 2005 möglich! Bis dahin
sind völlig unklare, unkalkulierte(!) und unüberprüfbare Millionenkosten aus
Steuermitteln ersichtlich!
19.12.02
Breitnerhof: Baustellentafel"
um eine Million Schilling?
Die
teuerste „Baustellentafel Wiens“ steht mit Sicherheit in Penzing und wird
ein rechtliches Nachspiel haben !
25.3.02
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