Mysteriöseste Privatstraße Penzings - mit
zudem amtlichen Verkehrszeichen!
Die
zweifellos mysteriöseste Straße im gesamten 14.Bezirk, die Nebenfahrbahn der
Linzer Straße (bei ONr. 309-315) wirft seit Jahren diverse Fragen auf,
die offenbar im ganzen Lande
niemand beantworten kann.
Die
unscheinbare, namentlich unbezeichnete Gasse von geschätzten 50-60 Metern Länge,
war nämlich bis ins Jahr 2003 eine völlig unspektakuläre öffentliche
Verkehrsfläche, ehe sie urplötzlich als „Privatstraße“
ausgewiesen und beschildert wurde und seither als Teil der städtischen
Wohnhausanlage Hugo-Breitner-Hof in Verwaltung von Wiener Wohnen steht.
Wieso
das so ist, vermochte bislang in Wiens Verwaltung ebenso wenig irgendjemand zu
erklären wie in der Verwaltung von Wiener Wohnen, - klar ist allerdings nur,
dass damit niemand sonst als die MieterInnen der Wohnhausanlage
Hugo-Breitner-Hof für die Erhaltung aufkommen müssen, ohne dass allerdings
bisher jemals in Abrechnungen ein derartiger Posten aufgeschienen wäre.
Zu meinem jahrelangen Versuch, Licht in dieses Verwaltungsdunkel zu bringen, hat die Stadt Wien zuletzt glattweg bestritten, dass die Straße überhaupt jemals eine öffentliche gewesen sei. In einer Anfragebeantwortung (vom 28.10.2008) schreibt mir dazu Frau Bezirksvorsteherin Andrea Kalchbrenner.

Das
ist allerdings ziemlich
originell ! Denn immerhin hat Wiener
Wohnen nachweislich und schriftlich im Hugo-Breitner-Hof 2003 darüber vom
exakten Gegenteil informiert, wie mir jetzt nachgewiesen wird(Faksimilie
nachstehend): Auch die Beschilderung als Privatstraße besteht erst seit der
Zeit! Demnach erklärte Wiener Wohnen
im Juli 2003 unzweifelhaft, die Straße "vor
kurzem" von der MA 28 übertragen
bekommen zu haben und eine "sinnvolle Verwertung dieser
Fläche" anzustreben, für deren "Erhaltung und Instandhaltung
ausschließlich die Mieter der Wohnhausanlage aufzukommen haben".
Schriftstück aus der Direktion von Wiener Wohnen aus 2003: Für die
"vor kurzem übertragene" Straße haben "ausschließlich die
Mieter der Wohnhausanlage aufzukommen"
Wenn die
Stadt Wien nun vorgibt, von dem mirakulösen Besitzwechsel, zu dem keinerlei
Rechtsgrundlage bekannt wäre, nichts zu wissen, dann behauptet nach allen
Gesetzen der Logik entweder Wiener Wohnen oder die Stadt Wien die Unwahrheit !
Denn entweder hätte Wiener Wohnen ohne jede Grundlage schriftlich gegenüber
ihren Mietern fantasiert, man habe eine Straße zur Verwaltung übertragen
bekommen oder die Stadt Wien stellt aus bewusst unwahr dar, die Straße niemals
selbst verwaltet zu haben.
Ich bin selbstverständlich völlig sicher, dass Zweiteres zutrifft und
vermute als tatsächlicher Grund für die Besitzübertragung gänzlich banale Nöte
zur Parkraumbeschaffung im Zug der Sockelsanierung der Wohnhausanlage, in deren
Rahmen auch zahlreiche Dachgeschoßwohnungen neu errichtet wurden. Dabei war
irgendjemand auf die Idee gekommen, die bislang öffentliche Straße als zusätzliche
Parkplätze für MieterInnen zu nutzen und dafür abzuschranken, - schließlich
waren zusätzliche Pflichtstellplätze nötig geworden. Der Plan (hier
mein seinerzeitiger Bericht) ließ sich auf Grund meines
dezidierten Einspruchs nicht verwirklichen, - allerdings dürfte die dazu nötige
Übertragung der Straße in die Verwaltung von Wiener Wohnen bereits vollzogen
worden sein!
Unstrittig ist jedenfalls bis heute nur eines: Die
MieterInnen von Wiener Wohnen müssen zumindest seit 2003 für die Erhaltung der
Straße aufkommen! Wie hoch man sich diese Kosten aber vorstellen darf, ist
selbstverständlich ebenso unbekannt und bislang auch in mehreren Anfragen in
der Penzinger Bezirksvertretung nicht eruierbar gewesen: Der Wiener
Verkehrsstadtrat gab an, die Kosten ebenso wenig zu kennen wie die Penzinger
Bezirksvorsteherin ! Womit nun Wiener Wohnen am Zug ist, den MieterInnen
darzulegen, welche Kosten für die Erhaltung der Straße seit 2003 angefallen
sind und verrechnet wurden!
Sollte
das auch Wiener Wohnen nicht gelingen, werde ich die Volksanwaltschaft der
Republik mit der Angelegenheit
befassen!
Wolfgang
Krisch, 1.4.2009
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