
Karl Schlögl blamiert Wien !
15-Minuten-Takt der Schnellbahn,
Station Wolf-in-der-Au: Das betroffene Penzing erfährt Neuigkeiten am ehesten
aus einer niederösterreichischen Gratisausgabe der NÖN!
Unglaublich, aber wahr! Als Mandatar in
Penzing erfährt man wesentliche Neuigkeiten für den Bezirk mittlerweile auch
schon gern einmal aus niederösterreichischen Gratiszeitungen!
Und das noch dazu, obwohl man zuvor mühsam aber ergebnislos in den Gremien der
Bezirksvertretung um genau jene Information bemüht gewesen war, die in Wien
Umgebung zwischen Werbemüll BürgerInnen aus dem Postfach fischen können und
darauf nach Hadersdorf mitbringen!
Wie in der jüngsten Extraausgabe der Niederösterreichischen Nachrichten (NÖN) vom 17.4. zu entnehmen war, vermeldete Purkersdorfs SPÖ-Bürgermeister Mag. Karl Schlögl schon für den Fahrplanwechsel am 12. Dezember dieses Jahres einen höchst attraktiven 15-Minuten-Takt auf der Schnellbahn bis Purkersdorf, was eine positive Sensation darstellt! Und zwar auf Basis einer zitierten Ankündigung der neuen ÖBB-Vorstandsdirektorin Mag. Gabriele LUTTER: „Zu 70 Prozent ist das schon durch. Die endgültige Entscheidung fällt noch vor dem Sommer.“
In Penzings Ausschuss für
Bezirksentwicklung war dagegen fast zeitgleich zur selbstbewussten
Verhandlungstätigkeit und Pressearbeit
des Ex-Innenministers ein hoch befasster Mitarbeiter der MA 18 zu Auskünften
über den Ausbau des Nahverkehrs auf der Westbahn zur Verfügung gestanden. Obwohl
dieser auf langfristig-zähen und gut begründeten Wunsch der Penzinger GRÜNEN in
die Bezirksentwicklungskommission geladen werden konnte, um zu den Entwicklungen
des Nahverkehrs auf der Schiene in Penzing - zu geben, wusste dieser aber nicht
das Geringste von einem Riesenfortschritt im Nahverkehr , der
„zu 70% durch“ und
„noch vor dem Sommer“ zu einer
Entscheidung reif sei.
Noch viel peinlicher aus Wiener Sicht allerdings: Karl Schlögl vertraute dem
NÖN-Chefredakteur auch freudig den fixen Bau einer S-Bahn- Station
Wolf-in-der-Au für demnächst
im Wiener Bezirk
Penzing an – worüber in Penzing bislang niemand aktuell gehört
hatte.
Schlögl in den NÖN: „Es ist auch geplant, eine
zusätzliche Bahnstation ‚Wolf in der Au’ mit einem eigenen Park&Ride-Platz
einzuschieben. Auch der Grund der „Einschiebung“ ist freudig
vermeldet: Um „den
Purkersdorfer Park& Ride-Platz weitestgehend zu entlasten“.
(Fein - und kein Wunder also, dass Penzings GRÜNE bereits seit Tagen eine uns
seltsam scheinende Bürgeranfrage über P&R-Befürchtungen aus Hadersdorf vorliegen
haben! ) Erfreulich jedoch dagegen tatsächlich: Nach Änderung
„der Busführung“ soll „der
Bus“ auch „diese Station anfahren“,
so Schlögl.
Aus ÖBB-Kreisen konnte ich mittlerweile selbst ganz informell die
Fertigstellung einer neuen Station „Wolf-in-der-Au bis Ende 2008“ binnen weniger
Minuten als angeblich sicher – ganz genau traut sich ja heutzutage in den ÖBB
niemand was sagen – recherchieren! (Wer telefoniert eigentlich
neigungsmäßig aus dem Wiener Rathaus mit der ÖBB ?)
Dass selbst Penzings SPÖ-Bezirksvorsteherin
von all dem nichts gewusst haben konnte, ist obendrein ebenso peinlich wie
evident: Gerade an das langjährige Ausstehen einer Station
„Wolf-in-der-Au“ hatte ich nämlich
erst kürzlich in einem Debattenbeitrag im Bezirksparlament erinnert, als die ÖVP
wieder einmal ihre groteske U4-Verlängerungsidee zum Shopping-Center-Auhof
aufgewärmt hatte.
Ich erinnerte als Antwort an die wesentlich sinnvollere Schnellbahnverdichtung
und dass man schon lange nichts mehr von der Station Wolf-in-der Au gehört
hätte. Diese war seit den Zeiten eines Kanzlers Vranitzky (!) Bestandteil einer
Milliardenoffensive für die Bahn gewesen, so erklärte ich - 300 P&R-Plätze waren
dafür natürlich sofort geplant und zuletzt auch gebaut worden , und zwar
natürlich "nur für die Wolfersberger- und
BierhäuselbergerInnen", so hieß es ursprünglich noch unter
SPÖ-Planungsstadtrat Hannes SWOBODA, nur die Station selbst geriet in völlige
Vergessenheit wie einst Dornröschen im Märchen. Zu meiner Erinnerung wusste
niemand im Sitzungssaal – auch Frau Bezirksvorsteherin nicht - aktuelle
Fortschritte zu vermelden! Wien informiert also nicht einmal die eigene
SPÖ-Fraktion über die Dinge, die Karl Schlögl mit hoher eigener Erfolgsaussicht
leichthin mit der ÖBB- ankündigungsreif vermelden kann .
Natürlich ist bislang in Wien ebensowenig von der
Verbauung riesiger, frei werdender,
Bahngründe entlang der Westbahn in Penzing zu erfahren
gewesen, während Immobilieninsider Karl Schlögl, bei dem in Purkersdorf
ebenfalls enorm große Bahnflächen disponibel werden, mit seiner Gemeinde bereits
über reale Möglichkeiten eines ganz neuen Stadtteils in Unter-Purkersdorf
diskutiert!
Wörtliche Auskunft dagegen der Wiener MA 18 am 4.4. über das weitläufige, bald
ungenützte Areal durch den Wegfall des Rangierbahnhofes Penzing auf Anfrage
Krisch: Mit den Flächen werde „was geschehen“!
(Na wui,- das hatte schon Monate davor eine Penzinger Bezirkszeitung präziser
gemutmaßt! )
Wie schön also, wenn wenigstens Karl Schlögl mit den NÖN ein Bisschen spricht und
vergleichsweise zu erkennen ist: Wien spricht halt nicht mit jedem, nicht
einmal mit seinen Bezirksparlamenten zu solch Kinkerlitzchen! Aber seien wir
ehrlich: In Wien genügt es ja bekanntlich allemal, wenn man da oder dort was
beim Heurigen aufschnappt oder fallen lässt. Alles sonst führt ja nur zu blödem Sudern...
Wolfgang Krisch, 26.4.08
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