
Projekt-Visualisierung mit geschickter Darstellung der
Ansicht von Südost auf die Schau-und Schokoladenseite
(übermittelt von der Bürgerinitiative Aktion Lebenswertes
Breitensee). Die überbordende Bauhöhe ist zwar nicht
ersichtlich, dafür das gute Motto im Bauwesen auf der
Fassade: "Money"
wird hat im Bau- und Immobilienwesen primär einmal groß
geschrieben! Links im Bild - schöner Realismus - zwei
Radfahrer nebeneinander und sonst kein Fahrzeug auf der
Wohnstraße Hütteldorfer Straße! Man sieht: Das Projekte
schafft Verkehr weg und macht Radfahren möglich!
Karree
Breitensee: Anrainer über Bauhöhe konsterniert !
Der Irrtum eines Modellbauers des Siegerprojektes
wird beklagt – zudem sind zahlreiche verständliche
Einwände eingebracht!
Ein erschreckendes Ergebnis
– so berichten Betroffene unisono – erbrachte die
gestrige Bauverhandlung (am 11.1.11) zur Realisierung des
seit jeher umstrittenen Bauprojektes „Karree Breitensee“
auf dem Gelände der ehemaligen Remise
Breitensee der Wiener Linien in der Hütteldorfer Straße 112!
Von den unmittelbar vor dem Heiligend Abend geladenen
AnrainerInnen ( die Liste war mehrere A 4-Seiten lang) – waren zu
dem für den Bauwerber günstig gewählten Termin bei der MA
37 dennoch zahlreiche Personen erschienen, um eine Vielzahl
an Einwänden vorzubringen ! Gleich 36 Anrainer hatten sich
dafür entschlossen, ihre Interessen durch einen erfahrenen
Anwalt in Baurechtssachen vertreten zu lassen, - weitere
Anrainer versuchen ohne Rechtsvertretung ihr gutes Recht!
Allgemeiner Tenor - so
weit mir bekannt ist: Konsternierung über die Bauhöhe und
die (in Wien leider nicht unübliche; Anm. Krisch ) schlaue
Vorgangsweise in dem Verfahren! Zur Verhandlung stand nun
nämlich keineswegs das, was als s.g. „Siegerprojekt“
eines Wettbewerbes zur baulichen Verwertung des
Riesengrundstückes im Herzen von Breitensee bei den
Betroffenenen von einem s.g. „Modell“
den BürgerInnen schon bekannt gewesen war. Denn das
Modell, so wird von der Verhandlung berichtet, hat im
Vergleich mit dem nun eingereichten Bauplan in Beziehung zur
Nachbarschaft eine eindeutig niedrigere Bauhöhe dargestellt,
was sogar der Bauwerber eingeräumt haben soll. Der Fehler
des Modellbauers - natürlich sicherlich ganz irrtümlich
geschehen -
scheint aus heutiger Sicht für den Bauwerber (ÖSW)
immerhin keinen gröberen Schaden angerichtet zu haben. Denn
wenigstens hatte man ja charmant in dem s.g. „Realisierungswettbewerb“
eine „Bürgerbeteiligung“
eingerichtet. Um deren Zustimmung zu dem Projekt hatte
man sich danach allerdings – nur äußerst kläglich, wie
ich finde – bemüht. Teilnahmeberechtigt war ohnehin nur
ein einziger ganzer Vertreter der „Bürgerinitiative
Lebenswertes Breitensee“ ! Und mit diesem
hatte man sich die Zumutung geleistet, ihm vor einer letzten
Abstimmung über die eingereichten Bauprojekte sogar eine
Rückbindung mit seiner Bürgerinitiative zu verwehren! Der
Breitenseer hatte daraufhin sogar die Größe, sich bei der
Abstimmung bloß der Stimme zu enthalten – statt die
Vorgangsweise als Farce zu bezeichnen und nach Hause zu
gehen, wie ich das verlässlich gemacht hätte!
Nun steht jedenfalls das
banale Anrainergehör im ordentlichen Bauverfahren an, -
wozu von gleich ganz banalen Probleme berichtet wird! In den
Einreichplänen des Projektes sollen bei der Bauverhandlung
z.B. die Anrainerliegenschaften falsch eingezeichnet
sein! Die Planzeichner hätten sich diesbezüglich aber
wenigstens gut „überrascht“
gezeigt! Ebenso überraschend blieb den
SitzungsteilnehmerInnrn somit die gute Frage offen, wie man
Anrainerrechte zu Folge der Bauordnung überprüfen könnte,
wenn deren Liegenschaften im Einreichplan nicht korrekt
ausgewiesen sind.
Hoch überraschend gerieten ferner auch weitere Einsichten!
So beispielsweise zu Garagenentlüftungen in Nähe von
Loggien von Anrainern, Betonwände vor anderen Loggien, die
bauliche Ausgestaltung des Riesenbaus in unmittelbarer Nähe
zu den Nachbarliegenschaften,
die erwartbare Verkehrssituation, fehlende Gutachten
über Lärm und Immissionen sowie eine fehlende Stellungnahme des
Bezirks Penzing, auf die ich auch schon sehr gespannt bin (In
Vertretung des formal zuständigen Wiener Bürgermeisters
sowie in fernerer Vertretung der ihn formal vertretenden
Bezirksvorstehung hatte eine SPÖ- Mandatarin an der
Verhandlung teilgenommen.)
Selbstverständlich hat man sich in dem Einreichplan
darüber hinaus auch keineswegs mit Kinkerlitzchen
abgegeben. Die Breite der neu zu errichtenden Gehsteige ist
dem Einreichplan nicht zu entnehmen! Man darf daher einmal
vorweg annehmen, dass jene Gehsteiglein errichtet werden,
welche die wohlgefälligen Wiener
Flächenwidmungs-ZeichnerInnen für das Projekt in
hilfreicher Voraussicht nicht zu gewinnminimierend für den
Bauwerber exakt bemessen vorgegeben haben!
In der Matzinger Straße und der Grassigasse sollen
bekanntlich schon ganze 200
Zentimeter Breite genügen – Bauwerber
oder AutofahrerInnen braucht halt jedes Alzerl Platz! Die
FußgängerInnen müssen sich, wie es so oft geht im Leben,
mit dem Machbaren bescheiden, - und für Perlen der
modernen Architektur müssen sowieso eben Opfer gebracht
sein!
Dass dem Bauwerber auch reichlich Platz Richtung Himmel
eingeräumt wurde, versteht sich ohnehin von selbst! Eine Bauhöhe von 21
Metern ist an der Hütteldorfer Straße ausgewiesen –
niedriger zu bauen, so wurde in der Bezirksvertretung
Penzing wörtlich erklärt, wäre „städtebaulich zu bemängeln“(!).
Somit wird mitten in
Breitensee bald zu sehen sein, was die Planungsabteilung der
Stadt Wien (MA 21A) der Bauhöhe und der verdichteten
Bauweise dem Umkehrschluss nach als städtebaulich notwendig ansehen
dürfte! (Über
"Freiflächen" für die Kinder der MieterInnen der
hier entstehenden Wohnungen sonder Zahl braucht natürlich
sowieso gar nicht gejammert zu werden, - das Projekt wird wohl
zuletzt der gänzlich unzumutbaren Wiener Gesetzes- oder
Verordnungslage entsprechen!
Dass es ein Meilenstein für Penzing und die weiteren
Entwicklungen an der Hütteldorfer Straße sein wird, steht
für mich fest! In welcher Hinsicht der Meilenstein
beachtlich sein wird, wird die Bezirksbevölkerung ab
demnächst selbst beurteilen dürfen. Denn vielfach wird
bekanntlich ab und an gemutmaßt, Bezirksrat Krisch rede
alles schlecht und erkenne nicht das Gute, Wahre und
Schöne, wo es denn überall so massiv aufzutreten pflegt!
Man darf also auf die Reaktion der Bezirksbevölkerung
gespannt sein, wenn erkannt wird, was im Herz von Breitensee
am Entstehen ist, berichtet strikt objektiv
Wolfgang Krisch, 12.1.11
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