
Ein Großteil der Theodor-Körner-Kaserne steht zum Verkauf – Wien braucht nur zuzugreifen!
Eine
sensationelle Neuigkeit erbrachte die heutige Sitzung des Penzinger
Bauausschusses: Das österreichische Bundesheer plant nämlich, einen großen
Bereich des riesigen Areals der Theodor-Körner-Kaserne
(zwischen Kendlerstraße - Hütteldorfer
Straße, Leyserstraße und Spallartgasse) zu veräußern, - und zwar selbstverständlich
für ein lukratives privates Wohnprojekt!
Und
weil die Stadt Wien von Anfang an in die Planungen zur Umnutzung eingebunden
sein und mitwirken möchte, wurde (mit Stimmen von SPÖ und GRÜNEN) für das
Areal heute eine zeitlich begrenzte Bausperre beschlossen!
Das begrüßte ich überaus, und zwar primär wegen der Möglichkeit für die
Stadt Wien, sich auf dem riesigen Areal endlich jene Grundflächen selbst zu
sichern, die überall sonst im Bezirk bisher für einen Schulneubau dringend
gefehlt haben! Umgehend erinnerte ich daher MA 21A- Senatsrat Dipl.Ing. Bernhard
MACKERLE an dieses enorme und langjährige Manko im Bezirk, - zudem werde ich
auch in der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung
sofortige Planungen für einen Schulstandort auf dem Areal mittels Antrag
verlangen!
Das wird jedenfalls dringend nötig sein, denn an einen Schulstandort auf dem
Kasernenareal kann bisher nicht gedacht worden sein, obwohl die Penzinger GRÜNEN
seit Jahren eine Umnutzung der drei Kasernenareale im Bezirk für öffentliche
Zwecke laufend gefordert haben und die Liegenschaft bis zum Vorjahr auch für Öffentliche
Zwecke gewidmet (!) gewesen war!
Allerdings war bisher mit Hinweis auf die hohe militärische Bedeutung der
Kaserne (u.a. Nachrichtenamt) bisher Verkauf ausgeschlossen worden, der
jetzt plötzlich sehr wohl möglich ist!
Die bisherige Flächenwidmung weist jedenfalls ein gemischtes Baugebiet der
Bauklasse IV auf, das zu 40 % bebaut werden darf, - allerdings ist
offensichtlich geplant, die Flächenwidmung für die Neunutzung gänzlich zu ändern!
Zu berücksichtigen sind dabei ferner wertvoller Baumbestand, auf dessen
Erhaltung zu drängen ist, und Infrastruktureinrichtungen! So verläuft der
Tunnel der Vororte-Linie unter der Liegenschaft sowie eine Fernwärmeleitung!
Dass
die Stadt Wien nun eine Bausperre nötig sieht, beweist zweierlei: Zum einen,
dass ein Riesen-Wohnprojekt mitten in Breitensee geplant ist, das hauptsächlich
auf größtmögliche Bebaubarkeit und Gewinnmaximierung abzielen dürfte, -
allerdings erhebliche Auswirkungen auf ganz Breitensee haben wird.
Nach Schätzungen von Senatsrat Mackerle könnten die Liegenschaft, für
die das nötige Teilungsverfahren bereits durchgeführt
ist, bis zu 600 (!!)
Wohneinheiten Platz bieten. Mit der Umnutzung beauftragt ist jedenfalls die
SIVBEG,- eine Gesellschaft im Besitz der Republik Österreich (zu 55 %) und der
Bundesimmobiliengesellschaft (zu 45%) zur Verwertung von Liegenschaften, die im
Eigentum des Bundes stehen und vom Bundesministerium für Landesverteidigung
verwaltet wird. (Die SIVBEG selbst kündigt jedenfalls den Verkauf des Areals
mit der Adresse Spallartgasse 19-21 schon für 2009 an !)
Mit
der Bausperre will Wien jedenfalls eine Mitwirkung der Stadtplanung an dem
Umnutzungsverfahren erzwingen und nachteilige Entwicklungen verunmöglichen! So
spricht SR Mackerle von einem geplanten Wettbewerbsverfahren, in dessen Jury der
Bezirk eingebunden werden soll! (Auch das wäre zu begrüßen, - es muss schließlich
nicht jedes Wettbewerbsverfahren mit einem derartigen Fiasko enden wie jenes zur
Umnutzung der Stadt des Kindes!)
Zum Anderen aber ist evident, dass Wien – wenn es sich schon über das Mittel
einer Bausperre in die Planungen maßgeblich einschaltet - nichts hindern kann, für
eigenen nötigen Raumbedarf einen Teil der riesigen Liegenschaft als Standort für
einen Schulneubau anzukaufen!
Ausreden kann es diesmal keine geben: Sämtliche Planungen können in aller Ruhe
und zeitgerecht erfolgen, das Areal ist in jeder Hinsicht bestens erschlossen,
ein Schulneubau würde eine Wohnnutzung vorzüglich ergänzen und bei der
geplanten Dimension ohnehin nötig werden!
Wiens
Stadtregierung – allen voran Planungsstadtrat Rudolf SCHICKER und Schulstadträtin
Grete LASKA – ist daher dringend
gefordert, für den Bezirk eine
wesentliche Entwicklungschance verlässlich und endlich zu nutzen!
Wolfgang
Krisch, 11.2.09
E