
Bahnhof Hadersdorf
Neuer S 50-Fahrplan: „Pipifax“-Fahrplanverbesserung
Hohes Unverständnis bei Betroffenen über angeblichen „ersten Schritt“ einer
Angebotsverbesserung !
Meine bisher hier bekannt gemachten Ausführungen über den neuen Fahrplan der S 50 sind eben dabei, sich als völlig zutreffend heraus zustellen und – auch für mich eine Novität – bereits deftige Reaktionen bei der betroffenen Bahnkundschaft auszulösen, noch ehe der neue Fahrplan offiziell bestätigt ist.
Der Fahrplan soll nämlich „Mitte November“ veröffentlicht werden,
wie mir die ÖBB auf meine Anfrage als Mandatar mitteilen konnten, ohne Näheres
verraten zu können dürfen. Mir persönlich liegt der Fahrplan allerdings seit
geraumer Zeit schon zur Gänze vor, obwohl er erst seit letzter Woche in Druck
ist.
Die Dinge sind demnach wie folgt ab dem Fahrplanwechsel im Dezember
festgeschrieben: Von einem - vom Purkersdorfer BM Karl SCHLÖGL
ursprünglich angekündigten -
„15-Minuten-Intervall“ der S 50 ist tatsächlich keinerlei Rede, -
dafür aber von einem „großartigen Erfolg“, den Schlögl jetzt
glücklich vermeldet.
Der sieht so aus, dass nun „pro Stunde 2
Züge in beiden Richtungen“ verkehren werden. Allerdings beileibe
nicht in allen Stunden, sondern nur zu den
„Spitzenverkehrszeiten“,
- in Summe ganze 24 Züge mehr pro Tag. Was jedoch die Aushandler
dieser „großartigen Verbesserung“ (die ÖBB, Wiens SPÖ-Vize BM Renate
BRAUNER, SPÖ-Verkehrsminister Werner FAYMANN und sein Team sowie die
Niederösterreicher LH-Stv. Ernest GABMANN, ÖVP, sowie Purkersdorfs BM Karl
SCHLÖGL, SPÖ) unter „Spitzenverkehrszeiten“ verstanden wissen
wollen, sorgt jetzt schon für erhebliches Aufsehen, zu dem ich hier lieber
nicht prägnante Originalzitate wiedergeben möchte!
Spitzenverkehrszeit ist demnach nichts sonst als
„Montag – Freitag von 6.00 – 8.30“
(was halbwegs hinkäme) sowie „15.00
(fünfzehn Uhr) – 17.30 (siebzehn
Uhr dreißig)!!
Dass sich SPÖ und ÖVP-Politkreise den Dienstschluss arbeitender Menschen um
diese Nachmittagsstunden vorstellen, weiß man jetzt zwar nach diesbezüglichen
Fantasien des Noch-SPÖ-Kanzlers Alfred GUSENBAUER bei einem Staatsbesuch in
Argentinien, - dass das jedoch einen Realitätsbezug hätte, erbost Betroffene
völlig zu Recht.
„Pipifax-Verbesserung“ und „Spitzenverkehrs-Pfusch“ waren bisher die nettesten Reaktionen, die mir bekannt wurden.
Damit ist vorerst folgendes Resümee zu ziehen: Alle erkennbar geplanten
Versuche, den ab demnächst neu geltenden Fahrplan schönreden zu wollen, werden
gänzlich scheitern, die Leute lassen sich nicht wirklich immer und überall für
dumm verkaufen. Die ÖBB haben intern ein herrlich neues „Wording“ in diesem
Zusammenhang ausgeheckt, und zwar folgende Perle für Sprachliebhaber:
„Überlagerten
doppelten Halbstundentakt“.
Das soll irgendwie offenbar doch eine 15-Minuten-Wartezeit
imaginieren, wird aber nicht ganz ausreichen, weil nicht alle Bahnkunden solche
Spracharabesken allein der Semantik wegen so wie ich zu schätzen wissen.
Den sprachlich fasslicheren „großartigen Erfolg“
(Karl Schlögl) wird man aber auch
nicht ganz nachvollziehen können, wenn man sich beim Warten auf die S 50 zu
Tages-Nichtspitzen- und Nachtzeiten (nach 17.30!) die Füße in den Bauch steht.
Wenig beeindrucken wird vermutlich auch, wenn die zu dürftige Fahrplanveredelung
mit dem Hinweis auf dennoch Kosten von
angeblich 1 Million Euro erklärt werden soll, die außerdem auch noch
zum Großteil Wiens (!) SteuerzahlerInnen übernehmen werden, obwohl im
Wesentlichen NiederösterreicherInnen davon profitieren. (Offenbar aber zahlt NÖ
nur eine Marginalie, um dem Purkersdorfer SPÖ-Star-BM Karl Schlögl seinen
angekündigten „großartigen Erfolg“ nicht zu groß werden zu lassen.)
Jedenfalls stellt die Öffentlichkeit mittlerweile klare Kostenvergleiche her,
wenn es um Steuergeld geht, - und da werden keineswegs Äpfel mit Birnen
verglichen, wie nur drei Beispiele aus dem angewandten Verkehrswesen klar
machen:
Wenn die Bahnkundschaft der ÖBB somit demnächst
wieder einmal beim zeitgemäßen Warten auf zeitgemäßes Angebot im öffentlichen
Verkehr beim
„überlagerten
doppelten Halbstundentakt“ gern auch bei den
üblichen Horrend-Verspätungen,
über angeblichen Geldmangel für Besseres ins Sinnieren kommt, sei
ihr dazu versichert: Steuergeld und solches der „ausgelagerten
Privatfirmen“ ist, wie man sieht, reichlich da – wenn man rechtzeitig drauf
schaut, dass es richtig ausgeben wird, wenn man es brauchen sollte,
wozu herzlich ermuntert
Wolfgang Krisch, 26.10.2008