
In Zukunft nur mehr Regionalbahnhof
?
Völliges Aus für
Personen-Fernverkehr am Westbahnhof ?
Gesamter
Personenfernverkehr durch den Lainzer Tunnel zum/vom neuen Zentralbahnhof
geplant!
Völlige unglaubliche Neuigkeiten aus ÖBB-Planungsabteilungen werden nun nach dem
s.g. „Spatenstich“ zum Bau des Zentralbahnhofs bekannt und - von Experten auch
prompt bestätigt!
An den neuen Zentralbahnhof, der unweit des heutigen Südbahnhofes
errichtet wird, soll nämlich – trotz geplanter 10 Gleise – die U2 nicht
angeschlossen werden, obwohl sie täglich von bis zu 140 000 Passagieren
benutzt werden wird! Auch die S-Bahn-Linien am Zentralbahnhof werden für
Umsteigende keineswegs niveaugleich mit dem neuen Zentralbahnhof geführt,
sondern in Tieflage darunter!
Dazu macht vorweg fassungslos, dass die Stadt Wien mit Planungs- und
Verkehrsstadtrat Rudolf SCHICKER, SPÖ, in derartige Planungen des
Verkehrsministers - des ehemaligen Wiener Wohnbaustadtrates - Werner FAYMANN,
SPÖ, zwar eingebunden ist – aber offenbar keinerlei Einwände gegen diese
Schildbürgerstreiche zu haben scheint!
Sensationeller Höhepunkt aller ÖBB-Planungen ist allerdings ein weitere neue
Absicht, zu dem von Seite Wiens bislang noch keine Stellungnahme bekannt ist!
Die ÖBB planen nämlich ernsthaft,
den gesamten überregionalen Personenverkehr der
Westbahn nicht mehr zum Westbahnhof zu führen sondern gänzlich durch den (in
Bau befindlichen) Lainzer Tunnel zum/vom Zentralbahnhof! Bislang war
seit Beginn der Planungen für den Lainzer Tunnel nur für seine Nutzung durch den
Güterverkehr ausgegangen und (auch hinsichtlich der Sicherheitstechnik) dafür
geplant worden, - die ÖBB hätten damit die jahrelang vorgesehene
Verkehrsabwicklung auf den Kopf gestellt!
Die derzeitigen Stationen Hütteldorf, Penzing und der Westbahnhof selbst würden
danach daher nur mehr als Bahnhöfe für den Personennahverkehr bestehen bleiben!
Somit müssten alle ÖBB-Kunden aus dem gesamten Bezirk, ja sogar aus weiten Teilen Wiens überhaupt - wollen sie beispielsweise mit der Westbahn nach Salzburg – über weite innerstädtisch Wege zum Zentralbahnhof im Süden Wiens anreisen bzw. von dort quer durch die Stadt wieder nach Hause kommen!
Für ÖBB-Kundschaft, für die auf der Westbahn derzeit Hochleistungsstrecken errichtet werden, damit sich die Fahrzeit verringert – dürfte dann dieser Zeitgewinn im innerstädtischen öffentlichen Verkehr nicht nur verplempert werden! Der Zeitaufwand für ÖBB-Fernreisen – von der Haustür zum Zielort gerechnet – würde sich jedenfalls drastisch vergrößern! Wer jetzt am Westbahnhof ankommt, käme danach nur mehr am Zentralbahnhof an – und dürfte samt Gebäck dann wieder mit innerstädtischen Verkehrsmitteln in den Westen Wiens zurück reisen!
Die Position von Wiens Planungsstadtrat zu diesen ÖBB-Ausheckungen, wird abzuwarten sein, - was Penzings ÖBB-Kunden dazu sagen werden, braucht allerdings ohne jeden Zweifel ganz geringe Vorstellungskraft!
Dass die ÖBB die gewaltige Infrastruktur auf dem geplanten neuen Zentralbahnhof
im höchsten Ausmaß nutzen will – allein schon deshalb, um das Riesenbauprojekt
in Mitten eines neuen Stadtteils und riesiger Einkaufszentren überhaupt
plausibel zu machen – ist zwar immerhin logisch! Logisch wäre ferner auch der
Vorteil für den Personennahverkehr, und nur für diesen, auf der bestehenden
Westbahnstrecke, wo erhebliche Kapazitäten frei würden!
Dies allerdings brächte nur Vorteil,
würden ÖBB und die Stadt Wien für eine mögliche Verdichtung des Nahverkehrs
endlich beträchtliche Finanzmittel frei machen, wofür seit Jahren entgegen
aller Konzepte keinerlei Bereitschaft erkennbar ist. Wien und die ÖBB zeigen
nämlich geringstes Interesse am Nahverkehr, - tatsächliches Engagement besteht
lediglich in der Nutzung von Bahnimmobilien und Bahnhöfen, die zu
Einkaufszentren werden sollen, um mehr Gewinn zu lukrieren, als das derzeit mit
bloßer Personenbeförderung möglich ist.
Absehbar wäre bei Realisierung der ÖBB-Pläne eine weitere klare Konsequenz,
sollte der Westbahnhof tatsächlich zu einem Kopfbahnhof für den bloßen
Regionalverkehr werden: Die ÖBB würden dann – gemeinsam mit der Stadt Wien –
riesige Flächen entlang reduzierbarer Gleisstränge zumindest zwischen Penzing
und dem Gürtel frei bekommen und diese Immobilien selbstverständlich massiv „entwickeln“.
Weitere Einkaufszeilen, Bürotürme, Hochhäuser etc. würden weite Teile von
Fünfhaus, Mariahilf und Penzing raschest umgestalten!
Von Wiens Planungs- und Verkehrsstadtrat Rudolf SCHICKER,SPÖ, werden daher –
hier aus bloß Penzinger Sicht – klare Positionen und transparente Informationen
über die weit reichenden Entwicklungen im ÖBB-Nah- und Fernverkehr dringend
erwartet! Der Lainzer Tunnel wird zwar aus heutiger Sicht nicht vor 2015 in
Betrieb gehen. Eisenbahn-Planungen haben allerdings, wie vorstellbar, enorme
Vorlaufzeiten, - und die sind in diesem Fall längst angebrochen !
Für rasche Information des Bezirks werde ich umgehend anregen, für eine erste
Sitzung der Kommission für Bezirkesentwicklung oder der Verkehrskommission nach
den Sommermonaten kompetente Vertreter der ÖBB und Planungsstadtrat Schicker
selbst einzuladen.
Wolfgang Krisch, 21.6.07
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