
"Vermehrte Zugsführungen" zu Nachtzeiten durch Wohngebiet an der Vorortelinie
Nächtlicher
Lärmhorror durch Güterverkehr an der Vorortelinie!
ÖBB räumt „vermehrte Zugsführungen“ ein – und
begründet mit Ausreden ! Lärmschutzmaßnahmen sind nicht absehbar!
Definitiv keine neuen Freunde machen sich einmal mehr die ÖBB – und zwar unter
der Wohnbevölkerung an der Vorortelinie!
Dort hatte man mit blankem Entsetzen eine
starke Verkehrszunahme des nächtlichen (!) Güterverkehrs registriert, der in
Penzing zum Teil nur wenige Meter von Wohnungsfenstern entfernt abgewickelt
wird. Und zwar zu einem Gutteil mit völlig veralteten rollendem Material, dessen
maximale Lärmerregung bei Bahnanrainern nachvollziehbar gefürchtet wird.
Nun liegt Antwort auf ein Mail von Betroffenen an die ÖBB mit Bitte um
Weiterleitung an den Herrn Generaldirektor vor, - das Ergebnis ist leider mehr
als dürftig !
Zur Sache berichtet wird nämlich nur allerlei Gutes zu Lärmschutzbemühungen der
ÖBB sonstwo in Wien, u.a. in der Leopoldau, am Nordwestbahnhof und Handelskai!
Nichts berichtet die ÖBB jedoch Positives von der Vorortelinie! Es könne – so räumt die ÖBB immerhin ein - „ durch zusätzliche Infrastrukturausbaumaßnahmen in Wien“ auch zu „vermehrten Zugsführungen in den Nachtstunden entlang der Vorortelinie kommen“.
Als weiteren originelle Begründung nennen
die ÖBB „Verzögerungen bei der Inbetriebnahme des
Lainzer Tunnels, welche auf die Beeinspruchungen der Verfahren durch
Projektgegner zurückzuführen ist“! Womit offensichtlich nur
„Projektgegner“ am gestörten Schlaf Schuld haben sollen und nicht zum Teil
fehlerhaft arbeitende Behörden, deren Bescheide rechtlich so wenig haltbar
waren, dass die Projektgegner mit ihren Einsprüchen Recht behielten! Zudem
planen die ÖBB im Zusammenhang mit der Bauplänen für den neuen Zentralbahnhof,
den Lainzer Tunnel insgesamt mehr für den Personenverkehr als für den Güterzüge
zu nutzen, - womit der Lainzer Tunnel als Entlastung von Güterzügen ohnehin
weitgehend entfallen würde!
Güterverkehr mit gänzlich veraltetem rollenden Material – den insgesamt
lärmerregendsten Verkehr auf der Schiene überhaupt – zu Nachtzeiten nun vermehrt
durch dichtest verbaute Wiener Wohngebiete zu schicken, ist natürlich nicht mit
Verzögerungen beim Bau des Lainzer Tunnels zu erklären, sondern ganz konkret
durch Planungs-Schildbürgerstreiche!
Lärmschutzmaßnahmen – so schreiben die ÖBB weiter - würden zwar „im Bereich Penzing“ seit heurigem Mai (an der Westbahn; Anmerk. Krisch) gebaut, für den „Gesamtbereich der Vorortelinie“ sei ein Planungsvertrag mit Bund/Land Wien kurz vor Vertragsfertigung“! Dabei sei aber leider „diesbezüglich eine Besonderheit zu beachten: Die gesamte Strecke mit allen baulichen Anlagen steht dezidiert unter Denkmalschutz. Das bedeutet, dass alle Maßnahmen mit dem Bundesdenkmalamt gesondert abzustimmen sind. Die dafür notwendige architektonische Gesamtbetrachtung, ohne welche es keine Zustimmung vom Bundesdenkmalamt für Lärmschutz auf der Vorortelinie gibt - auch nicht für Teilbereiche -, ist derzeit in Ausarbeitung“.
Das ÖBB-Mail, für dessen Ausfertigung
übrigens ein Herr in einem "Stab Kommunikation" mehr als zwei Monate (!)
gebraucht hatte, ist somit als nichts weiter einzuschätzen als eine
Nimmerleinstag-Verheißung, - tatsächlichen Lärmschutz ist damit auf Jahre hinaus
nicht zu erwarten!
Die ÖBB werden aber jedenfalls nicht erwarten können, dass hinkünftig
nächtlicher Lärmhorror im Wohngebiet durch „vermehrte
Zugsführungen“ veralteter Güterzüge als akzeptabel gelten könnte!
Derartige Planungsfehler werden auch in der Bezirkspolitik nicht widerspruchslos
bleiben,
versichert
Wolfgang Krisch, 21.7.07
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