
Seit 2006 donnert die ganze Nacht
Güterverkehr der ÖBB durch dichtest verbautes Wohngebiet, wo tagsüber endlich
weit lärmärmere Talent-S45-Garnituren verkehren!
Nächtlicher ÖBB-Lärmterror an der Vorortelinie immer schlimmer!
Mittlerweile Dauerlärm
von 22.00 – 5.00 Uhr früh ! Wiens Umweltstadträtin Mag. Uli Sima ist gefordert!
Neuerlich klagen Anrainer der Vorortelinie im Bereich Penzing und Breitensee
völlig verzweifelte über unerträgliche nächtlichen Lärm von Zügen der ÖBB!!
Wie ich schon im vorigen Sommer berichtet hatte, nützen die ÖBB die Vorortelinie
zu Nachtzeiten seit 2006 ganz massiv für den Güterverkehr, der zu Teil in
Hochlage und nur wenige Meter von Wohnhäusern entfernt ohne jede
Lärmschutzmaßnahme durch dicht besiedeltes Wohngebiet donnert!
Im Vorjahr hatten die ÖBB auf die Anrainerbeschwerden nach Monate langer
Überlegung nicht mehr als lächerliche Beschwichtigungen zu Stande gebracht: Es
könne, so wurde eingeräumt „ zu vermehrter
Zugsführung kommen“, eine
„architektonische Gesamtbetrachtung“
für Lärmschutzbauten auf der zur Gänze denkmalgeschützen Vorortelinie sei „derzeit
in Ausarbeitung“. (Obendrein
hatten die ÖBB noch die dreiste Chuzpe, für die verstärkte Nutzung der
Vorortelinie für den Güterverkehr auch noch Verzögerungen beim Bau des Lainzer
Tunnels durch Gegner des Projektes ins Treffen zu führen!)
Von nur geringsten Ergebnissen irgendwelcher "Gesamtbetrachtungen", damit Betroffene wieder einmal in ihren Wohnungen ungestört schlafen können, ist nunmehr – fast ein Jahr danach – zwar nichts bekannt, dafür hat der Lärmterror aber noch weiter zugenommen!
Von 22.00 Uhr bis 5.00 Uhr früh nutzen die ÖBB ungeniert für den Güterverkehr – und zwar mit dem üblichen haarsträubend veralteten und besonders Lärm erregenden rollenden Material!
Anrainer beteuern glaubhaft, durch die schlaflosen Nächte krank, übermüdet und entkräftet zu sein, zumal offensichtlich keine Besserung in Aussicht ist: Eine Anzeige wegen Ruhestörung jüngst am Polizeikommissariat – den ÖBB gefiel es, ab 2.30 nachts (!) die Geleise zu schleifen oder sonst wie unter Höllenlärm zu warten – wurde gleich gar nicht entgegen genommen. Arbeiten der ÖBB, so informierte man den Betroffenen, seien nämlich „zu 99 % bewilligt“.
Das Magistratische Bezirksamt wiederum wüsste ebenfalls keine Rechtsgrundlage, um auch nur zumindest Lärmmessungen in Wohnungen von Betroffenen anzuordnen! Die ÖBB, so heißt es, seien kein Gewerbebetrieb, die Betroffenen könnten allenfalls Lärmmessungen privat (!) vornehmen lassen und dann natürlich mit einem Zivilprozess (!) gegen das Verkehrsunternehmen vorgehen, das könne man natürlich immer. Aber natürlich sei auch „die Politik“ anzusprechen.
Womit sich die zwingende Frage stellt, ob sich Wiens Umweltstadträtin Mag.Uli
SIMA mit der Problematik endlich beschäftigen möchte bzw. was sie bisher dazu
unternommen hat! Dass Lärm, und ganz besonders Lärm, der nicht schlafen lässt,
eindeutig krank macht, ist nämlich wissenschaftlich erwiesen!
Und ebenso erwiesen ist, dass eine EU-Richtlinie über die Bewertung und
Bekämpfung von Umgebungslärm im Juni 20002 vom Europäischen Parlament und dem
Rat erlassen wurde! Deren Umsetzung ist durch Maßnahmen von Bund und Ländern
zwingend vorgeschrieben – nach Darstellung des Umweltbundesamtes Ende 2006 aber
„erst teilweise umgesetzt“.
Frau Umweltstadträtin ist also eindeutig kompetent und dringend aufgefordert, erstens durch umfangreiche Lärmmessungen in den Wohngebieten an der Vorortelinie die Dimension der Problematik verlässlich und transparent zu erheben und danach entweder raschest effiziente Lärmschutzmaßnahmen zu veranlassen oder ein Verbot des nächtlichen Güterverkehrs im Wohngebiet durchzusetzen, zumal der Verkehr auch vor 2006 anders abgewickelt werden konnte und betriebliche Zwänge der ÖBB keineswegs glaubhaft sind! Der ÖBB geht es offensichtlich lediglich um exzessive Nutzung ihrer Betriebsflächen - auf Kosten der BürgerInnen, zudem nicht einzusehen wäre, warum ausgerechnet nur im Fall der ÖBB krank machender Lärm keinerlei Grenzen unterliegen sollte!
Wolfgang Krisch, 16.4.08
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