
Neue ÖBB-Planungen machen riesige Flächen
für Immobiliengeschäfte frei - hier nur ein Teil der Flächen auf Penzinger
Gebiet!
Bezirksentwicklung: Folgenschwere ÖBB-Planungen für Penzing absehbar!
ÖBB vernachlässigt zwar weiterhin den öffentlichen Verkehr in Wien, wird aber
immer mehr zum ambitionierten Immobilienhändler , - Penzing wird enorm betroffen
sein!
Dass sich Bezirkspolitik mit den allergrößten ÖBB-Problemen keineswegs
herumschlagen muss, ist zu meinem Glück natürlich völlig richtig! Die
Filetierung der Betriebsstruktur mit ihren üblichen Folgeschäden,
Millionenverluste durch Finanz-Spekulationsgeschäfte, sündteure Verletzungen von
EU-Recht im Ausschreibungswesen, haarsträubende Misswirtschaft en gros en
detail, gigantische Fehlplanungen etc. etc. usw. usf., - all das berührt
natürlich Penzinger Bezirkpolitik nur im Ausmaß des individuellen, ganz üblichen
SteuerzahlerInnen-Schicksals! Die Frage, warum man angesichts all dieser Debakel
den
ÖBB-Spitzen bis zu fast doppelt soviel Gehalt genehmigen muss wie einem hiesiger
Bundeskanzler, darf daher quasi privat betrachtet werden! Penzings
Bezirkspolitik ist dennoch durch die ÖBB reichlich ausgelastet, - Tendenz dabei:
Stark steigend! Und
zwar zum Einen durch den Betrieb der S 50 im Wiener Schnellbahnnetz!
Soll Rücknahme
eines 90-Minuten-Intervalls auf schlanke 60 Minuten schon ein Erfolg sein?
Die Stationen der S 50 im
14.Bezirk (Penzing, Hütteldorf, Hadersdorf, Weidlingau) bedienen nämlich ein
stark genutztes innerstädtisches Verkehrsmittel im VOR, auf das im weitläufigen
Bezirkswesten alle BürgerInnen angewiesen sind, die sich schweren Herzens dem
öffentlichen Verkehr anvertrauen. (Denn die parallelen Buslinien stecken zu den
Tagesspitzen hoffnungslos im Stau des Individualverkehrs und sind obendrein
derart überfüllt, dass allein schon aus Sicherheitsgründen Handlungsbedarf
bestünde, - sollte den zuständige Behörde irgendwann einmal erkennen wollen!)
Nun verkehrt aber die S 50 allerdings seit
Jahren nicht nur völlig unzuverlässig - Verspätungen sind für manche Kurse eher
die Regel denn die Ausnahme – sondern bei jedem Fahrplanwechsel unter jeweils
neuen anachronistischen Einschränkungen!
So hatten sich die ÖBB-Fahrplan-BastlerInnen seit Dezember 2007 ein
90(neuzig !!!)-Minuten-Intervall am frühen Abend für alle jene
ausgedacht, die nach Dienstschluss aus der Stadt mit der S 50 nach Hause müssen!
Sinngemäße ÖBB-Begründung dafür: Der Fernverkehr lasse im Nahverkehr keine
Kapazitäten übrig! (Die Kundschaft im Fernverkehr zahlt ja auch nicht im
Vornherein für immer schlechtere Leistungen so wie die Betroffenen mit
Jahreskarten im VOR- Betrieb, denen man ohne Weiteres die vorweg bezahlten
Leistungen schamlos kürzen und auch noch dauernd verteuern kann!)
Nach enormen Protesten wird nun die ÖBB das neue 90-Minuten-Intervall ab morgen,
4.2., nun doch plötzlich auf 60-Minuten reduzieren können, - attraktiver und
zeitgemäßer Nahverkehr sieht aber noch immer deutlich anders aus! Zuerst
unzulängliche Leistungen noch weiter verschlechtern - dann das Unzulängliche
wieder gnadenhalber herstellen, um einen "Erfolg" ausweisen zu wollen, ist zwar
übliche ÖBB-Politik, bleibt aber dennoch ein Debakel!
Und ebenso selbstverständlich sind zu der Problematik auch der VOR und die
Wiener Verkehrspolitik dringend gefordert, wenn sich die ÖBB zunehmend anderen
lukrativeren Geschäften lieber widmen wollen als einem zeitgemäßen Transport der
Kundschaft im öffentlichen Verkehr !
Riesige Penzinger Immobiliengeschäfte der ÖBB
durch geänderte Verkehrsabwicklung möglich!
Und zu den Folgen dieser lukrativeren Geschäfte wird Penzing in den nächsten
Jahren und Jahrzehnten zum Zweiten divers schwer beschäftigen sein! Denn die ÖBB
haben zuletzt aus heiterem Himmel
weit reichende Änderungen in der Verkehrsabwicklung im Raum Wien beschlossen,
worüber ich längst berichtet habe (hier
mehr davon)! Der Fernverkehr wird somit in Umkehrung aller Pläne zum neu
entstehenden Zentralbahnhof (in Nähe des heutigen Südbahnhofes) geführt, um den
herum die ÖBB riesige Immobilien im Stil wirklich großer Immobiliengeschäfte „entwickeln“
wird! Hütteldorf und der Westbahnhof werden dann nicht mehr im Fernverkehr
erreichbar sein! ) Somit wird der Westbahnhof zu einem Regionalbahnhof für den
Nahverkehr, dessen neuerlich versprochene Verdichtung dorthin und von dort weg
allerdings nirgendwo garantiert ist! Selbstverständlich längst garantiert
ist aber, dass zu beiden Seiten des bald neuen Westbahnhofes riesige
Liegenschaften in Gürtelnähe – man ahnt es schon - „entwickelt“
werden können, was in diesem Fall ansatzweise aus städteplanerischer Sicht auch
tatsächlich einigen Sinn machen wird.
Weiteren ( hohen finanziellen ) Sinn macht aber für die ÖBB in Folge,
dass danach zu beiden Seiten des ehemals einzigen Schienstranges der Westbahn
ebenfalls zahlreiche riesige Flächen im 15. und 14.Bezirk für den tatsächlichen
Bahnbetrieb verzichtbar werden, weil der dort ausschließlich geführte Nahverkehr
einen beträchtlichen Rückbau der Gleisanlagen ermöglicht. Zwischen
Westbahnhof und der Stadtgrenze und darüber hinaus wird die ÖBB nach
entsprechenden Änderungen der Flächenwidmungen, die Wien stets umgehend wie
bestellt besorgt werden, gewaltige Immobilien einmal mehr „entwickeln“,
so wie das ansatzweise in Hütteldorf schon in Einzelfällen gelungen ist. (Die in
Bau befindliche P&R-Anlage Hütteldorf und die Einkaufszeile in der Keißlergasse
stehen z.B. schon jetzt auf Pachtgrund der ÖBB, der intern als „Industriebrache“
bestens gehegt und gepflegt wird!
Wiener Stadtplanung - von der Hand in den Mund?
Das Hauptproblem dabei: Wiens StadtplanerInnen – allen voran SPÖ-Planungs-
und Verkehrsstadtrat Rudolf SCHICKER - scheinen bislang all diese Entwicklungen
kaum effizient beeinflussen zu können oder zu wollen!
Wiens Stadtplanung lebt nach meinem sicheren Eindruck vielfach längst von der
Hand in den Mund, - weit reichende tatsächliche Planungen, demokratischer
Diskurs darüber und danach realisierte städtebauliche Qualitäten sind kaum
irgendwo tatsächlich erkennbar.
Meist lässt man halt bauen, was ein Investor will, dessen Projekt halt gerade
noch nicht auf größeren Widerstand in der Öffentlichkeit gestoßen ist. Und passt
die Flächenwidmung dafür nicht, gilt seit jeher sinngemäß für Wiens Magistrat
und Gemeinderat: "Sie wünschen - wir widmen! "( Zu frei werdenden
ÖBB-Flächen in Unter-Purkersdorf zeigte zuletzt schon SPÖ-Bürgermeister Karl
SCHLÖGL, wie entschieden längst manche Dinge angedacht sind: Der ehemalige
SPÖ-Innenminister und nunmehrige veritable Immobilienlobbyist hatte bereits im
Vorjahr einer niederösterreichischen Zeitung von seinen großen Plänen auf
entwickelbaren Bahngründen in Purkersdorf erzählt, ohne natürlich seinen eigenen
Gemeinderat mit dem Kinkerlitzchen bis dahin behelligt zu haben.)
In und für Penzing wünscht sich zu all diesen vielfach höchst dubiosen
ÖBB-Planungen bzw. Wiener Nicht-Planungen, die ich im Bezirk längst thematisiert
habe, höchst transparente Behandlung im Voraus statt schlechte, aber längst
unumkehrbare Tatsachen mit den üblichen Problemen hinterher ganz
verlässlich
Wolfgang Krisch, 22.1.2008
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