
Die ÖVP hat die Polizei kaputt gespart - und rät nun zur schlau zur
Selbsthilfe und zur Gründung "kleiner Sicherheitsbewachter Bereiche"
zwischen Nachbarn!
Keine
Frage und Reschpeckt:
Die ÖVP kennt kein Sommerloch und ist unermüdlich für unser aller Wohl
unterwegs!
Dabei am kregelsten einmal mehr Penzings Bezirksvorsteher-Stellvertreter
Franz E. LERCH!
Kollegen Lerch verdanke ich jedenfalls jetzt schon die humorvollste Sommerlektüre,
noch lange ehe ich zur ersten Seite Belletristik Zeit gefunden hätte, - und
darf seine Hervorbringung hier gleich umgehend weiter empfehlen!
Denn offenbar hoch inspiriert vom ÖVP-Kaputtsparen der Polizei
durch die längst legendären Amtsführungen der ÖVP-MinisterIn Günther
PLATTER und Maria FEKTER ist ÖVP-Mann LERCH unter der Kampfparole „Achtung-Nachbar
wacht“
BZW. das sicherheitsnetzwerk PENZING “
zu entschlossenen Hilfsmaßnahmen gegen die verheerende
Sicherheitspolitik seiner eigenen Partei innovativ bestens vorbereitet!
„Einbrüche
nehmen zu. In der Ferienzeit sind Häuser und Wohnungen oft wochenlang leer“,
schreibt Herr Lerch in einer Aussendung ganz richtig und stellt gleich die
entscheidende Frage: „Was
kann man als engagierter Bürger selbst tun?“
Sein Kardinal-Ansatz „Hilfe
zur Selbsthilfe“ ist natürlich ebenso fulmi- wie brillant,
goldrichtig und im Trend der Zeit, passt doch sachpolitisch zwischen Herrn Lerch
und Frau Minister Fekter nicht das dünnste Löschblatt in Sachen
Selbsthilfeaufforderung für mehr Sicherheit!
Seit 1.Juli hat die ÖVP-Innenministerin für ihre Polizeibehörde nämlich das
s.g. „Soforterledigungsformular“
in Gebrauch, damit die „steigende Kriminalität
effizienter bekämpft“ werden kann. Seither haben sich Opfer von
Delikten, bei denen es „keinen
Ermittlungsansatz gibt (!) “, ein „Soforterledigungsformular“
selbsthelfend auszufüllen und dürfen, „eher
nach Hause gehen“, während „der
Polizist somit früher wieder auf der Straße eingesetzt werden kann“
(sämtliche Zitat unter Redezeichen aus: „Die Presse, 16.7., Georg Stöger).
Selbst die Zeitersparnis dieser allseitigen Selbsthilfeaktion hat man im ÖVP-Ressort
bravourös kalkuliert: Brauchten
die Uniformierten bis zum 1. Juli zwischen 45 Minuten und einer Stunde, um
die Daten in Gegenwart des Opfers selbst in den Computer einzugeben,
brauchen Geschädigte ab sofort nur mehr lächerliche 15 Minuten einzuplanen, um
das Formular beflissen auszufüllen, - da wartet man ja auf jede
Schnellbahn länger, - Fortschritt ist also messbar! Allerdings heißt es aber schon sehr
schön schreiben, denn wenn das Formular anschließend wie vorgesehen in einem
so genannten „Dienstleistungszentrum“
in Computer getippt werden muss, hapert es bisher für die Abschreibübung an
der Leserlichkeit der Vorlage, die nach Angabe der damit Befassten bis dato
eher zu „Datenverlusten“
denn zu Zeitgewinnen führt! Und so kommen Polizisten doch wieder nicht auf die
Straße, - schon gar nicht, die von der ÖVP überhaupt längst eingesparten!
Die Penzinger ÖVP unter Franz Lerchens Führung geht daher die drohende
Kriminalsache gleich viel grundsätzlicher an, was hoch löblich ist! Denn,
seien wir ehrlich: Wer schreibt schon wirklich gern ein Formular in Schönschrift
bei der Polizei?
Also verweist Herr Lerch in seiner Aussendung auf „Präventionsmaßnahmen“
des engagierten Bürgers bei Beachtung immerhin des guten Grundsatzes: „Keine
Waffengewalt außerhalb des gesetzlichen Exekutivrahmens!“ Empfohlen
wird aber natürlich „umfassende Informationen über Vorkehrungsmaßnahmen“,
sowie: „Gute Kontakte zu Polizeieinheiten!“
Und Herr Lerch hat bereits auch Kontakte, und zwar in der Sache schon geknüpfte „zu
Kleingartenvereinen, Mieterbeiräten, zur Polizei und vielen anderen“!
Somit lädt er „interessierte Bürgerinnen und Bürger, sowie Kirchen, Vereine und
Interessensvertretungen ein hier mitzutun und in ihren Bereichen kleine
nachbarschaftsbewachte Bereiche zu gründen“, wobei „selbstverständlich mit bereits
bestehenden Initiativen zusammengearbeitet werden kann und soll“.
(Ich rechne natürlich mit zig-tausenden
Einladungsersuchen von Seiten der Penzinger BürgerInnen zu dem ersten und noch
weit mehr zu weiteren Treffen, bei denen Herr Lerch endlich kompetent bekannt
machen kann, dass man im Urlaub des Nachbarn nicht nur die Zimmerpflanzen gießt
und die Schildkröte füttert, sondern auch nach der Polizei telefoniert, wenn das nötig sein
sollte!)
Leider lag der Aussendung noch kein ÖVP-designter Entwurf des Schildartigen
oder des Aufklebers bei, - mir persönlich würde aber eine Plakette
vorschweben, wie sie Österreichs Landwirte formschön an den Stalltüren haben,
deren Milchkühen ganz besondere Leistungsfähigkeit schon von weithin sichtbar
attestiert wird! Sollte aber an Größeres gedacht werden, plädierte ich eher doch
für Schilder in der Größe mittelalterlicher Setztartschen oder Pavesen!
Zum ersten Treffen, das ich sicher zu besuchen
leider verhindert zu sein die Tragik haben werde, würde ich natürlich mit dem
Vorschlag im Lerchschen Netzwerk brillieren, die Aufschrift „Nachbar
wacht“ in all jenen Sprachen zu affichieren, die abgefeimte Menschen
zu Straftaten ohne Ermittlungsansatz als Muttersprache verwenden könnten, -
denn schließlich sollen alle Eventualitäten bedacht sein! Nicht auszudenken, wäre
z.B. ein/e abgefeimte/r mongolische/r SerieneinbrecherIn nicht der deutschen
Sprache mächtig und ließe sich vom Lerchschen Schild nicht prima vista in die
Flucht jagen! Man müsste sich glatt ein Piktogramm „Achtung,
bissiger Hund“ kaufen! (
Und bräuchte beim Ausfüllen des Soforterledigungsformulars von Frau
Innenministerin Fekter
obendrein doch mehr als 15 Minuten für alle Angaben zu fehlenden Ermittlungsansätzen!
)
Und überhaupt! Ich werde selbstverständlich für den rapiden Ausbau der ÖVP-Schilder-Idee
zur sichtbaren Selbsthilfe engagierter BürgerInnen gegen die Folge der üblichen
ÖVP-Politik eintreten! Ich erwarte daher ehestens Schilder, mit denen sich
Nachbarn, die auf sich schauen, gegenseitig ausmachen, sich z.B. einmal gegen
die ÖVP-Integrationspolitik zu verstecken, gegen die ÖVP-Familienpolitik zu
beschirmen, gegen die ÖVP-Schulpolitik die Kinder gegenseitig selbst zu
unterrichten und sich zuletzt gegen die ÖVP - Wirtschafts- und Finanzpolitik
gegenseitig zur Auswanderung und Asyl zu verhelfen usw.usf. , - da gibt es
faktisch keinerlei Grenzen an Beschilderungsanlässen, sieht man der lieben ÖVP
bei dem zu, was als Regieren gelten soll!
Somit also: Humor ist, wenn man trotz hiesiger „Politik“ lacht, so lange das
halt gerade noch möglich ist! In diesem Sinn doch noch erträgliche Sommertage
wünscht
Wolfgang Krisch, 20.7.09
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