
Kompletter Hochwald - der letzte
Wienerwald-Rest am Wolfersberg, gesunde Traubeneichen und Rotbuchen -gerodet!
Unglaublicher Umweltskandal am Wolfersberg !
Kleingartenverein lässt ganzen Wald am Saturnweg um schneiden – Wien verneint,
dass damit Bauland geschaffen wurde, obwohl die jüngste Umwidmung darauf
angelegt war!
Kompletter Hochwald - der letzte
Wienerwald-Rest am Wolfersberg, gesunde Traubeneichen und Rotbuchen - vom
Kleingartenverein gerodet,
Wiens Verwaltung verwaltet natürlich stets logisch und gesetzeskonform, - aber
manchmal nur so lange, bis z.B. ein beliebter Kleingartenverein irgendwie
mithilft beim Verwalten!
Am nördlichen Wolfersberg fiel da vor kurzem in einer zügigen Aktion in zwei Tranchen ein komplettes autochtones Waldstück den Kettensägen einer renommierten steirischen Firma (Interforst AG) zum Opfer, wobei gleich auch noch benachbarter Wald der Stadt Wien so nachteilig betroffen wurde, dass der zuständige Förster Anzeige erstatten musste. Der Firmenslogan der Holzschläger-Firma – „Waldweit ihr Partner“ - traf leider in grotesker Weise völlig auf den Auftrag der Kleingärtner zu: Ein autochtoner Hochwald mit prächtigen Rotbuchen und Traubeneichen verschwand im Handumdrehen!
Zahlreiche entsetzte Anrainer und SpaziergängerInnen alarmierten die Penzinger
GRÜNEN unabhängig voneinander, und bald ließ sich für mich erkennen, dass
natürlich alles seine beste Ordnung habe, bzw. haben könnte, wenn der plumpe
Anschein hielte!
Der Kahlschlag sei nämlich natürlich rein
gar nicht als „Rodung“ zu sehen, denn
das definiere das Gesetz natürlich nur bei danach anderer Nutzung, der
Wald bleibe natürlich bis auf Weiteres rechtlich einwandfrei Wald, - er ist halt
nur jetzt einmal ganz abgeschnitten, man darf sich ihn aber individuell wieder
hindenken!
Dem Kleingartenverein, der die Waldabschneidung offenbar schon langjährig
geplant hatte, könnten vermutlich irgendwelche nötigen Schnittarbeiten an allen
Stämmen und Kronen des nun gewesenen Waldes aufgefallen sein, man muss ja
aufpassen, dass nichts auf Wanderer fällt, ein Fußweg führt gefahrenträchtig
durch das Gebiet!
Natürlich könnte dem Siedlerverein aber
auch etwas ganz Anderes aufgefallen sein! Dass nämlich der gewesene Wald seit
etwa zwei Jahren durch eine Änderung der Flächenwidmung plötzlich auf Flächen
stand, die für eine Eklw-Nutzung (Erholungsgebiet Kleingartengebiet –
ganzjähriges Wohnen) ganzjährigen Bauplänen im Wege gestanden war! (In Penzings
Bezirksvertretung hatte wenigstens ich allein der neuen Flächenwidmung
seinerzeit keineswegs zugestimmt!)
Dass durch die Wald-Schlägerung aber jetzt Baulose geschaffen werden sollten, sei natürlich gänzlich ausgeschlossen, hieß es, und das glaubt man ganz natürlich und selbstverständlich! Denn das wäre ja vollständiger Umweltfrevel gleich in Verbindung mit vollständiger Immobilienspekulation, - und so etwas ist im heutigen Wien ja grundsätzlich vollständig undenkbar!
Offenbar haben aber die spontanen Proteste aber sogleich folgende Wirkung gezeigt: Zahlreiche betroffenen Wiener Dienststellen hätten sich die Sache vor Ort „angesehen“, sogar die Landesforstdirektion reiste an! Deren beruhigendes Ergebnis: Es gäbe keinerlei Bauprojekt, für welches ein ganzer Wald zerstört wurde, jetzt darf sich neuer Wald frei entwickeln! (Von kleinen Keimlingen fällt ja vielleicht ab demnächst einmal auch ziemlich nix auf Wanderer!)
Man sieht also, dass in der ehemaligen Umweltmusterstadt doch nicht nur mehr das Hundegackisacki-Wesen zur ordentlichen Umweltpolitik zählt, - kaum ist wo ein Wald weg, braucht man sich gar nichts Schlechtes dabei denken, selbst wenn er – wie halt zufällig in schönster, teurer und ganzjährigen Wohngegend am Wolfersberg – somit ganz ohne Grund weg geschnitten wurde.
Eigentlich scheint es da am Saturnweg somit
gar nicht viel anders zugegangen zu sein als in Wiens gewöhnlichsten Haushalten
auch: Hie und da schmeißt man halt was weg und kauft sich was Neues, - auch ganz
ohne Grund natürlich!
Wolfgang Krisch, 25.1.2008
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