Einige der Zufahrtsmöglichkeiten quer durch Hütteldorf aus dem Norden, die gänzlich abgestritten werden
!
P
&R - Hütteldorf von SPÖ endgültig beschlossen !
Monster-Garage für 1250 Pendler-Autos wird
nun mitten in Hütteldorf doch
gebaut !
Hütteldorfs
Hoffnungen nach bald jahrzehntelanger Debatte dürften endgültig zu Ende sein!
In einer Sitzung der Penzinger Verkehrskommission am 29.10. machten Wiens
Garagenkoordinator Dipl.Ing. Theuermann und SPÖ - Bezirksvorsteherin Andrea KALCHBRENNER
den Baubeschluss für eine P&R-Garage an der U-Endstelle in Hütteldorf nun
offiziell bekannt.
Nach
einer EU-weiten Interessentensuche werde - das habe Stadtrat Schicker zuletzt bekräftigt
- am 30.1. das beste Projekt unter mehreren vorliegenden ausgewählt! Penzings SPÖ -
Bezirksvorsteherin Andrea KALCHBRENNER darf für diese Aufgabe einer Auswahl-Jury
vorsitzen, worunter Stadtrat Schicker offenbar ein Mitspracherecht des Bezirkes
verstehen dürfte.
Wirklich mitzusprechen gibt es aber dabei so gut wie nichts , - denn die
Rahmenbedingungen stehen nach SPÖ-Vorstellungen wie folgt fest: Die Monster-Garage soll 1250 - Stellplätze
groß sein und südlich der Westbahn nahe der U4 gebaut werden. Nebennutzungen
sind nicht ausgeschlossen, ein genanntes „kleines Kaffeehaus“ (Theuermann)
ist selbstverständlich lachhaft.
Zur Erreichbarkeit vom Hietzinger Kai wird genau jener Brückenneubau errichtet,
den man seit Jahr und Tag bereits den gegen das letzte P&R-Projekt aufgebrachten
BürgerInnen als "Verkehrslösung" vorgaukeln wollte ! Zur Auffahrt
auf die Brücke wird die B1 um eine Fahrspur verbreitert, zur Zufahrt von der
Hadikgasse in die Garage eine Zufahrtsstraße gebaut. Zuletzt bedarf es noch
eines etwa 200-Meter langen Fußgängersteges, über den die GaragennutzerInnen
den U4-Bahnsteig erreichen werden!
Was Verkehrsuntersuchungen betrifft, verwies Dipl.Ing. Theuermann
tatsächlich auf ein lange vorliegendes Gutachten aus dem Büro Rosinak, das
selbst "Rückstaulängen" ausweise. Damit ist überdies
klar, daß sich die Stadt Wien nicht einmal die Mühe machen möchte, ein
tatsächlich seriöses Verkehrsgutachten erstellen zu lassen, denn die
angestaubte Rosinak - Arbeit ließ sämtliche Zufahrtsmöglichkeiten quer
durch Hütteldorf aus dem Norden zur Garage vollständig ununtersucht, obwohl
die Penzinger GRÜNEN seit Jahren auf dieses Manko hinweisen - und muss zudem allein schon auf Grund ihres Alters als schwer überholt anzusehen sein.
Die Finanzierung des Riesenprojektes wird selbstverständlich aus öffentlichen
Mitteln erfolgen, - ebenso selbstverständlich wurden Zahlen nicht genannt, - ein
Rekordaufwand ist jedenfalls sicher absehbar !
Die
bestehende Flächenwidmung muss für das Projekt nicht geändert werden, auch
eine Befassung der Penzinger Bezirksvertretung ist nicht vorgesehen. Dafür
vermutet Bezirksvorsteherin Kalchbrenner gänzlich irrig eine Akzeptanz für die
Monstergarage in Hütteldorfs Bevölkerung, weil die Zu- und Abfahrt zu und von
der Garage „ nur aus
dem Wiental “ erfolgen soll. ( Laut Kalchbrenner soll nur mehr eine
einzige Bürgerin Widerspruch geäußert haben. Sollte das stimmen, wird allen
sonstigen Hütteldorfer VertreterInnen aus dem Bürgerbeteiligungsverfahren
"Verkehrskonzept Hütteldorf" in Bälde dämmern, dass ihnen mit
großem Aufwand Sand in die Augen gestreut wurde.)
Worauf
sich nämlich die Annahme begründen könnte, die Zu- und Abfahrt werde nur aus
dem /
in das Wiental möglich sein, bleibt rätselhaft und ist ein
Musterbeispiel an gezielter Desinformation! Selbstverständlich
werden mögliche Verkehrsströme aus allen sonstigen Richtungen, besonders aber
aus dem Norden (Mauerbach, Schottenhof-Hüttelbergstraße, Flötzersteig-Linzer
Straße), damit bewußt außer acht gelassen, die dann auf langen
Umwegen durch Hütteldorfs Wohngebiete erfolgen müssten. Mein ausdrücklicher
Hinweis darauf blieb jedenfalls neuerlich ohne ausreichende Antwort.
Ferner hielt ich fest, dass Wiens Verkehrspolitik an der Westeinfahrt weiterhin
ausschließlich auf Förderung des motorisierten Individualverkehrs abzielt ( an
der Westbahn entstehen in Hadersdorf weitere 250 P&R-Stellplätze),
ohne die ständig krasseren Versorgungsmängel im Schnellbahnverkehr auch nur zu
thematisieren. Zudem werde nun die P&R-Garage im ausdrücklichen Widerspruch
zur jüngsten Studie der Stadt Wien („Regionales
Verkehrskonzept – Westlicher Wienerwald, Snizek-Verkehrsplanung, Jänner 2003)
gebaut, in der P&R-Anlagen ausschließlich in der Region empfohlen werden.
Bleibt
zuletzt festzuhalten: Während im Wiener Budget überall dramatische Finanzlöcher
klaffen, die der SPÖ besonders im Sozial- und Gesundheitsbereich jeden Anlass
zu ausgeklügelter Einsparungen bieten, ist für die SPÖ-Kern-Ideologie
„Garagenbau“ selbst dann jeder aberwitzige Aufwand recht, wenn er nur für
motorisierte EinpendlerInnen aus Niederösterreich betrieben wird !
Wolfgang
Krisch, 30.10.03
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