
Aktuelle Weihnachtsbeleuchtung aus dem 1.Bezirk (Tuchlauben): In der
Hütteldorfer Straße wird das prächtiger aussehen können!
10
000 € aus Mitteln des Kulturbudgets beschlossen!
Kultur
ist bekanntlich ein endlos weites Feld, und solches überall unermüdlich gut zu
bestellen, ist selbstverständlich höchstes Anliegen kultivierter Politik auch
in Penzing!
Die dazu eingerichtete Kulturkommission vergibt zu diesem Zweck in bestens
etablierter paritätischer Praxis hübsch abwechselnd an zumeist rote und
schwarze Vereine von diesen beantragte Steuermittel, die individuelle
Kulturschaffende allerdings nicht erhalten können, weil sie es eben nicht zu
einem roten oder schwarzen Kulturverein gebracht haben! Kernkompetenz der
Kommission ist dabei allein die Überlegung, welcher Anteil an den beantragten
Mitteln tatsächlich zur Auszahlung kommen soll, sodass z.B. das praktizierte
Wienerlied oder ein stimmiges Hochamt in einer Penzinger Kirche
zielgruppengerecht für den örtlichen Kulturbedarf subventioniert wird! Konkret
schlägt die SPÖ-Vorsitzende einen Betrag vor, - und darüber wird dann
abgestimmt!
Ich halte mich von derartigem Betrieb seit jeher glückhaft fern, so gut es
geht, doch letzthin ging es nicht anders. Ich war zur Teilnahme gezwungen, weil
die gänzlich fehlende Beschäftigung Wiens mit der Zeitgeschichte Penzings in
der Kulturkommission zu besprechen war! Sogleich wurde ich mit einem Highlight der Bezirkskultur
konfrontiert, - zumindest finanziell betrachtet !
10 000 € für die
Weihnachtsbeleuchtung in der Hütteldorferstraße waren verlangt
– und für die GRÜNEN lehnten Kollege Dr. SCHRAGE und ich eine derartige
Subvention ab. Uns beiden gefällt – sofern es nicht schon Ende September
damit losgeht – weihnachtlicher Lichterglanz in Einkaufsstraßen durchaus, nur
sollte der als glasklare Wirtschaftsförderung gelten und nicht aus dem
Kulturbudget bestritten werden!
Dass nun aber die Bezirksvertretung nicht befugt ist, Gelder für eindeutige „Wirtschaftsförderung“
zu verbuchen – ein solcher Budgetansatz wäre gesetzlich unzulässig – ist
schließlich durch SPÖ-Maßgaben für die dezentrale Stadtverwaltung so
vorgesehen , der man aber dennoch nicht zubilligen muss, die Bezirke trotzdem
für alle möglichen Förderungen für Wirtschaftstreibende bezahlen zu lassen
und dafür höchst kreativ schlaue Verbuchungsansätze zu erfinden ! ( So
etwa z.B. im Vorjahr die Subvention von über 7000 € für eine ganztägige „Adventveranstaltung“
eines ÖVP-Vereins, bei der u.A. das Haarschneiden bei einem örtlichen Friseur
und gänzliche ähnliche Konsumationen aus dem Kulturbudget subventioniert waren!)
Bei dieser Kultur-Praxis rechne ich für demnächst damit, dass man bald
auch den weihnachtlichen Straßenbau unter „Kulturförderung“ verbuchen könnte,
um Kosten zu verschleiern, - schließlich ist das Bauschaffen ja allemal eine
altehrwürdige Kulturtechnik, die es bestens zu fördern gilt!
Derartige
etwas grundsätzliche Überlegungen lassen sich in der Penzinger
Kulturkommission natürlich nur sehr harmoniestörend und ansatzweise
besprechen, - die SPÖ hört Dergleichen nicht gern und verneinte auch sogleich,
dass die erhebliche Summe jetzt für tatsächliches Kulturschaffen in Penzing
fehlen würde! Man werde nämlich die 10 000 € „aus
der "Bezirksrücklage nehmen" – und das Kulturbudget
um diese Summe aufstocken! (Womit ich gleich auch wieder einmal zur Budgetkultur
gelernt hatte, wie einfach nötiges Geld aus Rücklagen zu nehmen ist,
ohne dass es irgendwo sonst dann fehlen könnte !)
Die ÖVP zeigte sich zu unserer Ablehnung der kulturellen Wirtschaftsförderung
förmlich empört: Solche Verweigerung führe dazu, dass „die
Geschäfte bald leer stehen“
im Bezirk, und die GRÜNEN würden das natürlich begrüßen, weil sie „die
leeren Geschäfte dann besetzen können“, spann
ÖVP-Bezirksvorsteher-Stellvertreter Franz E. LERCH in einer Wortmeldung einen
diesmal besonders sonderbaren Gedanken. Worauf ich der ÖVP natürlich mitzuteilen
hatte, dass die GRÜNEN rein gar keine Geschäfte besetzen, dafür aber z.B.
strikt dagegen sind, dass Inhaber von Geschäften in Einkaufsstraßen wegen
unattraktiver Auslagen Strafen zahlen sollen, so wie dies die ÖVP im heurigen
Sommer verlangt hatte. (Dass die Penzinger Einkaufsstraßen hauptsächlich
durch die dauernden und exzessiven SPÖVPFPÖ-
Förderungen des Shopping-Centers-Auhof geschädigt werden, ließ ich
diesmal aber ohnehin unerwähnt.)
Gleich
schaltete sich dennoch nun SPÖ-Vorsitzende Elisabeth HAIDLER ein und bat mich
harsch, solche Wortmeldungen „zu
unterlassen“, man sei hier nämlich „in der Kulturkommission“.
(Womit vermutlich gemeint war, man möge hier keineswegs kulturlos
diskutierten). Ich schlug der Vorsitzenden nun vor, dies besser zuvor dem
Kollegen Lerch gesagt zu haben, der den GRÜNEN Besetzungen von Geschäftslokalen
– also immerhin eindeutige Straftaten - nachgesagt hatte, worauf Frau
Haidler beschied, sie leite die Sitzung nach ihrem Gutdünken und Herrn Lerchs
Wortmeldung habe ja „niemand aufgenommen“.
Wenn’s recht sei – so meine Replik – habe jedenfalls ich für die Wiener
GRÜNEN die ÖVP-Wortmeldung umgehend hier aufgenommen und wenn das nicht genehm
sei, möge Frau Haidler ihre Vorsitzführung überdenken.
Von Überdenkungsergebnissen wurde nichts mehr bekannt – ein paar weitere
Subventionen für die üblichen großkoalitionären Vereine später war - den
Musen aller schönen Künste sei‘s herzlich gedankt - die Penzinger Kultur für
diesmal gnädig erledigt.
Wolfgang
Krisch, 2.11.09
Der Unsinn ist aber mittlerweile ohnehin längst schon ganzjähriges
Saisonalgeschäft geworden, - und zwar als sehenswertes Musterbeispiel gänzlich
kontraproduktiver Werbung! Im heurigen Sommer waren auf ungezählten Bäumen in
der Linzer Straße knapp unterhalb der Baumkronen mit Kabelbindern Schilder zu
ganz ähnlichem Zweck angebracht worden!

Inhalt der in dieser Höhe obendrein unleserlichen Werbebotschaft: Man sei
"im Urlaub auf der Linzer Straße“! Dass
die Bäume dort Bäume und sonst zum Glück weiter gar nichts darzustellen
brauchen, am wenigsten aber Litfasssäulen-Ersatz für
ganz unintelligentes Werbetreiben, werde ich wirtschaftsfreundlich für den
kommenden Sommer anregen, - ehe die Praxis als traditionelles Kulturevent in
Penzing auch noch Subventionsbrauchtum wird!
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