Postamt 1144 in Hütteldorf. Alle (!) Postämter in Penzing - mit Ausnahme des Hauptpostamtes 1140 - sollen geschlossen und durch s.g. "Postpartner" ersetzt werden!


Post-Versorgungsnotstand in Penzing immer ärger!

Schließung aller Filialen (außer 1140) geplant - und laufend Ausfall bei der Postzustellung aus Personalmangel !
Die Post kommt dem Gesetzesauftrag zunehmend nicht mehr nach!



Klagen aus der Bevölkerung über immer schlechtere Leistungen der Post AG sind seit der Privatisierung des Unternehmens sattsam bekannt und nur zu berechtigt. Wie sehr die Dinge aber strukturell im Argen liegen, zeigen aktuelle Klagen aus dem Betrieb in Penzing, die mir seit geraumer Zeit diskret zugehen.


Demnach dürfte der Abbau der Postfilialen – ich habe vor längerem über Spekulationen berichtet – noch weit drastischer sein als angenommen. Die Post will demnach nur mehr die Großfilialen bestehen lassen! In Penzing soll somit nur mehr das Postamt 1140 in der Felbigergasse erhalten bleiben, - alle(!) anderen Postfilialen sollen geschlossen und durch s.g. „Postpartner“ ersetzt werden! Und zwar – wie geschätzt wird – binnen 3 -5 Jahren!


Dieses – schon seit längerem kursierende – Gerücht wird in einem Interview im KURIER (31.1.210) mit Post-Chef Georg PÖLZL bestätigt, der diese rigorosen Einsparungen als wirtschaftlich sinnvoll darstellt!


Post-Insider bestätigen dazu die wirtschaftliche Sinnhaftigkeit – allerdings lediglich aus Sicht des Post-Managements! Dem wird nämlich glaubhaft nachgesagt, Prämien für Personalabbau zu kassieren! Die Rede ist dabei von 14 000€ für je 40 Leute! Dass dabei reichlich Boni im Post-Personalmanagement zu verdienen sind, zeigen die Personalstände: Waren vor 5-6 Jahren in Wiens Postfilialen noch etwa 1500 MitarbeiterInnen beschäftigt, sind es aktuell knapp über 600, - Tendenz fallend! Postmitarbeiter berichten von Aufnahmestopp, allenfalls befristeten Verträge und dauerhaftem Personalmangel, dies alles ganz gezielt und bewusst herbei geführt! Im Prinzip – so ein Penzinger Postmitarbeiter – sei „alles hergerichtet zum Zusperren“, wenn im Jahr 2011 Postdienste in einem gänzlich freien Markt zu einem lukrativen Geschäft für Private werden!


In welchem Ausmaß Leistungen der Post abgebaut werden sollen bzw. müssen, wenn nur mehr s.g .“Postpartner“ den dann wohl mindesten Betrieb aufrecht erhalten, lässt sich bislang nur erahnen! Kundenfreundlichkeit, Komfort und Verlässlichkeit der Postdienste spotten allerdings derzeit schon nicht selten jeder Beschreibung!


Einen guten Hinweis auf die zukünftige Entwicklung gibt beispielsweise der „Postshop“ 1147 im Auhof! Die zuvor in der Hadersdorfer Hauptstraße gelegene Poststelle hat seit ihrer Übersiedlung in das SCA sämtliche Betriebsziele ekatant verfehlt, weshalb die Filiale von einer s.g. „Regionalfiliale auf eine „Standardfiliale“ herabgestuft wurde. Damit sind Leistungen für die Kundschaft entfallen, beispielsweise wurde die Finanzberatung abgebaut. Damit ließen sich zwar kostenseitig ca. 85 % des Defizits reduzieren, - aber für den Fortbestand der Filiale wird postintern dennoch nur dann eine Chance gesehen, sollte es demnächst gelingen, in anstehenden Verhandlungen mit dem Einkaufszentrum die Mietkosten deutlich zu senken!


Noch schlimmer Mängel berichten Postmitarbeiter allerdings von der Postzustellung! Der Personalmangel ist in dem Bereich derart enorm, dass 50 und weit mehr Wochenstunden Arbeitszeit offenbar längst die Regel sein dürften, um den Betrieb gerade einmal einigermaßen aufrecht zu halten! PostmitarbeiterInnen sehen übrigens diese unerträglichen Mehrbelastungen nicht selten als gezieltes Mittel des Personalmanagements, um das Personal zu der gewünschten Kündigung zu „motivieren“.


Was all das für die Kundschaft bedeutet ist absehbar: So klagte schon vor längerem ein Gewerbebetrieb in Hütteldorf über tagelang ausbleibende Postzustellung! Der Postzusteller konnte allerdings die Beschwerde entkräften: Er habe mittlerweile mehrere Rayone zu betreuen und komme daher erst nach (!) 18.00 Uhr zu dem Betrieb, in dem da niemand mehr anwesend sei, um die Post entgegen zu nehmen. Daher bleibe nichts übrig, als die Post wieder in der Hoffnung mitzunehmen, es demnächst vielleicht einmal doch vor 18.00 Uhr zu schaffen!

Jedenfalls ist Faktum, dass in mehreren Gebieten Penzings Post täglich nicht zugestellt werden kann, und zwar aus Personalmangel: Zur Zeit sind 15 (fünfzehn) Zustellrayone in Penzing unbesetzt!

Damit aber ist endgültig die Politik am Zug, verstößt die Post AG damit nämlich – nicht ausnahmsweise sondern strukturell – gegen EU-Recht, das jede/r/m EU-BürgerIn die tägliche Postzustellung garantiert!  http://www.bmvit.gv.at/telekommunikation/post/recht/downloads/rl6de2008.pdf (siehe Punkt 21)


Kontrollpflichten kommen in diesem Fall selbstverständlich der zuständigen Ministerin des BMVIT, Doris BURES, zu, an die man sie ebenso erinnern muss, wie die Zuständigen in der Wiener Landesregierung. Dass Post-Manager Prämien für den Abbau jenes Personals kassieren, das zur Erfüllung des gesetzlich verbindlichen Versorgungsauftrag fehlt, wird nicht angehen können!   

In Penzing jedenfalls ist eindeutiger Versorgungsnotstand bei Postdiensten zu konstatieren, - den ich in der Bezirkspolitik thematisieren werde.

Wolfgang Krisch, 30.1.2010
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