Die Post schließt in ganz Wien kein einziges Postamt !
Erfreuliche Nachricht - mit offensichtlich politischem Hintergrund! Die Problematik dürfte bis nach die Landtagswahlen 2010 aufgeschoben sein!

Wie angekündigt stellte die Post Dienstagvormittag die Liste mit jenen 293 Postämtern, die geschlossen und durch Postpartner ersetzt werden sollen, ins Internet. Aus Penzinger und Wiener Sicht sind die Ergebnis erfreulich und höchst erstaunlich, - es soll nämlich in Wien jetzt plötzlich kein einziges Postamt geschlossen werden!

Dies  ist deshalb hoch überraschend, weil auf bisher bekannt gewordenen inoffiziellen Listen aus dem Betrieb insgesamt 42(!) Postämter  ausgewiesen waren, die zu einer Schließung anstanden! So hätten in Penzing, wie ich berichtet habe (siehe nachstehend) gleich drei der noch sechs Postämter geschlossen werden sollen,  alle drei im Westen des Bezirkes.

Wenn die Post nun von Schließungen Wiener Postämter ( oder „Postshops“) gänzlich Abstand nimmt, ist das selbstverständlich hoch erfreulich,  lässt aber jedenfalls politisches Kalkül hinter der Entscheidung vermuten.


Dass nämlich unsere liebe Post von heute auf morgen überraschend entdeckt, dass die 42 Postämter doch durchaus ertragreich sind und nun in ganz Wien - wie in keinem anderen Bundesland  - kein einziges Postamt geschlossen werden muss, ist mehr als unwahrscheinlich!

Wesentlich wahrscheinlicher dürfte dagegen ein dezidiert politischer Hintergrund zu dieser Entscheidung der Post geführt haben! (Auch die nunmehrigen Schließungen in den Bundesländern waren vorweg lang bekannt, wurden aber jetzt zwei Tage nach den Landtagswahlen in Salzburg und Kärnten offiziell bekannt und somit auf politische Auswirkungen terminlich klar abgestimmt! ) 


Wien steht im kommenden Jahr vor Neuwahlen, Bürgermeister Michael HÄUPL ist längst um Gutpunkte für die SPÖ bemüht!  In diesem Sinn hat er neulich - sachlich richtig und begrüßenswert -  die Einführung des kostenlosen Kindergartens bekannt gemacht. Und vor dem Hintergrund der nächsten Landtagswahl erklären sich auch – sachlich und politisch haarsträubende –  Law &Order - Sprüche des Bürgermeisters,  welche nur als Anbiederung an die gefürchtete FPÖ-Klientel von H.C. STRACHE verstanden werden können.

Ein Desaster zur Postversorgung in Wien nach Schließung von Postämtern kurz vor einer Landtagswahl wäre für die Wiener SPÖ zweifellos eine Katastrophe! Dass daher Wiens SPÖ die Post vorerst dazu bewegen konnte, von der Schließung Wiener Postämter abzusehen, halte ich für hoch wahrscheinlich. Die Post dürfte also der Wiener SPÖ im Wahlkampf helfen! 

Das würde allerdings bedeuten, dass die Problematik nur zeitlich aufgeschoben wäre und nach den nächsten Landtagswahlen wieder zu erwarten stünde! Klarer Hinweis darauf: Herbert GÖTZ, Filialvorstand der Post, räumte vorsorglich ein, dass die knapp 300 betroffenen Postämter in den Bundesländern nicht die einzigen seien, die unrentabel sind und geschlossen werden. Weitere Schließungen könnten - auch wegen des ungewissen Verlaufs der Wirtschaftskrise - nicht ausgeschlossen werden! 

Ich rechne damit, dass die Postversorgung Penzings nach den Landtagswahlen 2010 selbstverständlich und unweigerlich neuerlich zur Debatte stehen wird!

Wolfgang Krisch, 5.3.2009


   

Die Post bringt allen was: Seit längerem aber nur Ärger mit Leistungsreduktionen! Nach Reduktion der Postkästen nun auch Postämterschließungen geplant!


Postämterschließung: Versorgung im gesamten  Westen Penzings massiv bedroht!
Politisches Versagen nicht nur auf Bundesebene! Was gedenkt eigentlich Wien zu tun?


Nach den gestern nun neuerlich bekannt gewordenen Plänen zur Schließung von weiteren 300 Postämtern in Österreich, könnte die Postversorgung auch für Penzing in absehbarer Zeit zu einem eklatanten Problem werden, - und zwar besonders für den gesamten Bezirkswesten!
Denn unter jenen 194 Postämtern, die noch im vergangenen  Herbst auf einer bekannt gewordenen Liste als besonders bedroht ausgewiesen worden waren, fanden sich auch die drei Penzinger Postämter 1142 (Kuefsteingasse 37-39), 1144 (Hüttelbergstraße 2) und 1147 (Albert-Schweitzergasse 6).


Sollten also – und nichts deutet mittlerweile auf anderes hin – auch diese drei Postämter bei dem nun neuerlichen Anlauf der Post AG zur Schließung von Postämtern für eine Auflassung vorgesehen sein,  würde im gesamten Bezirkswesten ein Versorgungsnotstand eintreten! Und dass diese Darstellung keineswegs übertrieben ist, zeigt schon die derzeitige drastische Situation:


In ganz Penzing bestehen derzeit gerade noch 6 Postfilialen, - die Hälfte ist also unmittelbar von  Schließung bedroht! In den weiträumigen Randgebieten von Hütteldorf und Hadersdorf-Weidlingau bestehen derzeit ganze 2 Postfilialen, - eine im Auhof, die andere ohnhin schon im Zentrum Hütteldorfs – und beide sind von Schließung bedroht! Für die nächst erreichbaren Postämter müsste die Bevölkerung somit bis nach Baumgarten reisen! Enorme Wege hätten allerdings auch weite Teile der Bevölkerung in Hütteldorf und Breitensee zurück zu legen, um zu einem Postamt zu kommen!

Das macht jedenfalls überdeutlich, dass nunmehr endgültig die Politik gefordert ist, die Postversorgung tatsächlich zu sichern! 

Denn seit der fragwürdigen Umwandlung der Post in ein börsennotiertes Unternehmen stehen tatsächlich mögliche effektive legislative Maßnahmen Österreichs weitgehend aus, die in Anbetracht der bevorstehenden EU-weiten Liberalisierung des Postmarktes 2011 ohnehin schon längst überfällig sind.  


Aber statt tatsächlicher Reformen ist Österreichs Regierung zur nun schon langjährigen Postmisere bisher nur Ablenkungsmanöver,
Unzuständigkeitsbeteuerungen und persönliche Profilierungsmanöver eingefallen: Vorweg dabei unvergessen ist natürlich Bundeskanzler Werner FAYMANNS „Verbot“ einer Postämter-Schließung per Verordnung als damaliger Infrastrukturminister im vergangenen November – und zwar für ganze 6 Monate ! 
Damals dafür ausführlich von seinen Medien-Claqueuren gelobt, hat er nach dem de fakto belanglosen Populismus – Postämter zu schließen braucht ohnehin länger als die 6 Monate - als Bundeskanzler mittlerweile nichts mehr gegen die Schließung von Postämtern und verweist auf die nunmehrige Zuständigkeit des ÖVP-Finanzministers Josef PRÖLL ! Die ebenfalls zuständige SPÖ-Infrastrukturministerin Doris BURES wiederum verwies ihrerseits auf den möglichen Rücktritt von Verantwortlichen der Staatsholding ÖIAG sowie des Postmanagements, was den bisherigen Eiertanz um die Problematik stimmig abrundete. Jedenfalls Einig sind sich mittlerweile aber alle drei handelnden Akteure der Bundesregierung, dass im Falle der möglichen Schließung von Postämtern die Versorgungssicherheit der Postdienste gewährleistet sein muss, was de fakto einer Zustimmng zu den geplanten Schließungen gleichkommt!


Womit man sich mit der Mär beschäftigen muss, dass s.g. Postpartner“, also x-beliebige Unternehmen von der Tankstelle bis zum Lebensmitteldiskonter die entfallende Postversorgung übernehmen könnten! Derartige „Versorgung“ mag nun vielleicht für Dörfer in hinteren Alpentälern genügen, - wird aber für weite Bereiche ganzer Wiener Bezirke bei keinesfalls ausreichen können!  


Denn schon in den derzeit bestehenden „Post-Shops“, zu denen Postämter zeitgeistig mutiert sind, ist der Kundenverkehr weithin eher als  blanke Zumutung denn als  ohnehin zu teure Dienstleistung einzuschätzen! In den vielfach personell unterbesetzten und überforderten „Shops“, in denen längst der Verkauf aller beliebigsten Produkte des üblichen Wirtschaftstreibens weit eher im Vordergrund steht als die seriöse Postversorgung,  verursacht die Inanspruchnahme auch nur der geringsten Postleistung regelmäßig enormen Zeitaufwand und Ärger! Und das ist durch die immer abstrusere Geschäftsstrategie der Post AG natürlich vorprogrammiert ist: Wenn nunmehr Postbedienstete im Wesentlichen Bürobedarf, CDs, Handys und Unterhaltungselektronik ebenso verkaufen wie Telefonverträge, Bankprodukte und nebenbei Bankgeschäfte abwickeln und Pensionen auszahlen sollen, während zugleich die in überlangen Schlangen wartende Kundschaft überwiegend simple Postleistungen in Anspruch nehmen will, kann grosso modo nur für Missstände und Ärger sorgen. Dass dabei diese Strategie natürlich auch keinesfalls wirtschaftlich erfolgreich ist, zeigt gerade in Penzing der „Post-Shop“ 1147: Das erst vor kurzem aus der Hadersdorfer Hauptstraße in das boomende Shopping-Center-Auhof übersiedelte Postamt hat nunmehr offensichtlich das Kunststück zuwege gebracht, als "Postshop! selbst in bester Lage und trotz Kundenmassen rundum wirtschaftlich unrentabel zu sein und vor der Schließung zu stehen!

Jeder weitere erwartbare Ausbau derartiger Geschäftsphilosophie in „Post-Shops“ und durch „Post-Partner“ kann  diesen Zustand nur verschlechtern und lediglich allenfalls als  Notprogramm durchgehen!  

Wenn all diese Zustände eine leider ziemlich desorientiert geführte Aktiengesellschaft als gewinnbringend ansieht, wird die politisch Zuständigen dennoch nicht von ihrer Verantwortung für eine wesentliche Infrastruktureinrichtung – nichts sonst nämlich ist die Postversorgung – befreien können! Die  Eigentümerinteressen einer Aktiengesellschaft dürfen dabei der Bevvölkerung herzlich gleichgültig sein, - sorgen diesbezüglich dürfen sich jene PolitikerInnen, die aus der Post 2006 eine Aktiengesellschaft machen mussten! 

Erwartbar sind daher raschest gesetzliche Maßnahmen der Bundesregierung, - natürlich aber auch Initiative in Wien! Bisher sind nämlich keinerlei effiziente Vorkehrungen zur Sicherung der Postversorgung von Seiten der Wiener Landesregierung bekannt geworden, die dringend einzufordern sind!

Wolfgang Krisch, 22.2.09


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