
Postämterschließungen: Die
Bezirksvertretung soll " Vorschläge" machen !
Postämterschließungen
in Penzing bestätigt! Wann wird endlich
Wiens
Stadtregierung der
absehbare Versorgungsnotstand zu interessieren
beginnen?
Zu
einem Knalleffekt ist es in Penzing zu der von mir seit
langem angekündigten Schließung von Postämtern gekommen,
welche die Post AG vehement anstrengt!
In einer Präsidialsitzung der Bezirksvertretung Ende
letzter Woche wurden die Klubobleute nämlich von der
Bezirksvorstehung über die drastischen Auswirkungen der
Post-Pläne informiert. Nach Darstellung meiner Klubobfrau
– ein offizielles Papier der Post AG wurde offensichtlich
nicht präsentiert – plant die Post tatsächlich genau
jene Veränderungen, die ich zuletzt ( siehe
Bild oben, Bezirkszeitung Penzing vom 27.4.2011)
detailliert angekündigt hatte:
Demnach
schließt die Post in erster Linie einen Partner-Vertrag mit
der BAWAG! Das Postamt Baumgartnerstraße wird geschlossen,
- die Postversorgung soll die BAWAG Linzer Straße ersetzen.
Ebenso wird das Postamt Baumgartner Höhe geschlossen, detto
das Postamt Hüttelbergstraße, - für beide Standorte wird
ein Postpartner-Ersatz gesucht. Für das Hütteldorfer
Postamt ist dazu weiterhin offensichtlich niemand gefunden
oder wird noch nicht bekannt gegeben, was ich verstehe: Die
Bürgerwut wird mit Gewissheit auch jene
Wirtschaftstreibenden treffen, die sich von der Post eine
s.g . „Postpartnerschaft“ aufschwatzen lassen! Und wie man sich eine
derartige „Postpartnerschaft“ in der Millionenstadt Wien
vorstellen darf, zeichnet sich bereits deutlich ab! Der
Kundschaft des Postamtes Baumgartner Höhe könnte man
nämlich ernsthaft ein winziges Wirtshaus in der Umgebung
als „Ersatz“ anbieten wollen!
Ebenso geschlossen wird auch das – erst seit wenigen
Jahren aus Hadersdorf in die SCA übersiedelte - Postamt
Albert-Schweizer Gasse! In dem Einkaufszentrum wird aber
auch die (ohnehin personell unbesetzte) Serviceeinrichtung
der Bank Austria geschlossen und könnte einer BAWAG-Filiale
Platz machen!
Der
Clou nun dieser Information in der Penzinger
Präsidialsitzung war nun allerdings die Aufforderung an die
Klubs, bis zum heutigen Tag „Vorschläge“
(!!) zu machen, wo „ein
zusätzlicher Standort für eine zusätzliche
Postpartnerschaft“ gefunden werden könne,
- in einer Gegend „wo ein
Postamt fehlt“!
Das halte ich allerdings für einen schweren Fehler, denn
das Kalkül der Post ist offensichtlich: Es soll nämlich
nichts sonst als der Eindruck erweckt werden, dass die
Bezirksvertretung in irgendein so genanntes „Konzept“
der Post eingebunden war, sobald der Bevölkerung klar ist, welche
Mangelwirtschaft in der Postversorgung hier dreist
angestrengt wird, ohne dass Wiens Stadtregierung zu dem
gewaltigen Problem für die Öffentlichkeit auch nur ein
Wort verloren hätte!
Ich persönlich denke daher nicht im Schlaf daran, der
Wiener Stadtregierung durch eine vorgetäuschte Beteiligung
über „Vorschläge für Postpartnerschaften“ eine
ernsthafte und endlich erwartbare Befassung mit dem
Riesenproblem zu ersparen, das nur deshalb notwendig wird,
weil die Post nur mehr die Bankgeschäfte der BAWAG
betreiben - sich
aber keine eigentlichen Postdienste mehr antun möchte!
Und selbstverständlich halte ich es auch für eine
gewaltige Zumutung, wenn ein derartig riesiges
Infrastrukturproblem nicht in der Penzinger Kommission für
Bezirksentwicklung ordentlich debattiert und besprochen
werden kann, wozu
den MandatarInnen selbstverständlich ein Vertreter der Post
die Pläne des Unternehmens für eine hinkünftige
Postversorgung darlegen sollte! Denn andernfalls werden in
Kürze die Postpläne widerspruchslos akzeptiert sein ,
obwohl klar sein muss, dass dies für eine wesentliche
Infrastruktureinrichtung eine enorme Verschlechterung mit
sich bringt!
Ich
erwarte mir daher eine Befassung der Penzinger
Bezirksentwicklungskommission und ein dortiges Auftreten
eines kompetenten Vertreters der österreichischen Post. Und
selbstverständliche klare Worte bzw. Maßnahmen aus der
Wiener Stadtregierung zum absehbaren faktischen Ende der
Wiener Post-Vollversorgung!
Wolfgang
Krisch, 7.6.2011
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