Privatisieren a la SPÖ
Zwei aktuelle Beispiele im Auhof, wie die SteuerzahlerInnen zu üblichen Privatisierungen betroffen sind und was ihnen dazu fabuliert wird !




Zu den tatsächlichen Ambitionen der SPÖ, die mich seit Jahren verdrießen, zählt leider allemal das großzügigste Privatisieren von öffentlichem Eigentum!
Im positivsten Fall tut man das in der meist vergeblichen Hoffnung, Geld für die öffentlichen Haushalte zu lukrieren oder öffentliche Mittel langfristig zu sparen, - über sonstige, durchaus mögliche Motive ist es allerdings besser, gleich gar nicht realistisch zu spekulieren!

Dass aber selbst die positivsten Erwartungen häufig nicht der geringsten Überprüfung standhalten, ist leider auch in der Bezirkspolitik eine alltägliche Erfahrung!  Dazu zwei Beispiele aus dem Bereich Auhof – beide äußerst aktuell und prototypisch:



Erweiterung der SCA auf dem ehemaligen MAN-Betriebsgelände in der Albert-Schweitzer-Gasse:


Auf der seit jeher privaten Liegenschaft wird derzeit mit Volldampf in erster Linie eine neue Hofer-Filiale errichtet, - von weiteren Nutzungen ist alle paar Wochen Neues zu vernehmen! In wie weit ein vorliegendes Verkehrsgutachten, das sämtliche Ausbaupläne für unbedenklich erklärt hat, überhaupt auf Basis der dann tatsächlich errichteten Betriebe erfolgt sein wird, werde ich post festum berichten können.

Bislang lässt sich aber bereits berichten, dass zu all den Erweiterungen der SCA auf dem MAN-Areal ganz dezidiert eines festgehalten war:  „Die Kosten für die Umbauarbeiten…werden von der Firma Hofer getragen (So beispielsweise u.a. im Protokoll der Verkehrskommission vom 28.Jänner 2009) !

Die Realität sieht dann aber gern alsbald (in dem Fall nur 9 Monate später) gänzlich anders aus, sobald man diese selbstverständliche Ankündigung gut gehört und geglaubt hat: Im Fall der Hofer-Filiale beispielsweise so, dass nunmehr In der Sitzung der Bezirksvertretung vom 21.10.2009 gegen bloß 5 GRÜNE Stimmen eine „Lichtmastbeleuchtung in der Albert-Schweitzer-Gasse (neue Hofer-Filiale)“,  beschlossen wurde. Die „bestehende alte Lichtmastbeleuchtung demontieren und 4 Stück neue Lichtmasten stellendarf jetzt die SteuerzahlerInnen ca. 37 500,--" kosten. So sieht das also aus, wenn „ alle Kosten von der Firma Hofer getragen werden“, -  und außer Bezirksrat Krisch war das in der gesamten Bezirksvertretung  auch niemand nur eine Wortmeldung Wert. Allseits wird einfach die Hand gehoben und zugestimmt, wenn die Öffentlichkeit wieder einmal einem Privaten finanziell ein Bisschen unter die Arme greifen soll  - während überall sonst für tatsächlich öffentliche Aufgaben Geld fehlt!





Nutzung von Schwimmbad und Sporthalle in der „umgenutzten“ Stadt des Kindes


Über die sattsam bekannten SPÖ-Pläne, im Zug der Privatisierung der Stadt des Kindes das bestehende Bad und den Turnsaal listenreich aus einer öffentlichen Einrichtung zu einer privaten werden zu lassen, berichte ich seit Jahren ausführlich. Aktuell ist Bauträger ARWAG an den Vorbereitungen für 252 (!) Wohnungen – und wer die Webpräsenz von ARWAG nutzt, stößt dort unter "Allgemeines" sofort auf eine solche des Wiener Bürgermeisters  Dr. Michael HÄUPL.



Immerhin war aber von Seiten ARWAGs jüngst erklärt worden, rein gar nichts gegen ein weiterhin wirklich öffentliches Hallenbad in seinem geplanten riesigen Wohnbauprojekt zu haben und auch keinen Einwand zu äußern, sollte der Turnsaal für den Unterricht dreier Hadersdorfer Schulen benötigt sein.  Allein: Die Stadt Wien habe vertraglich den öffentliche Zugang zu dem Bad nur an einem Nachmittag im Monat fixiert und außerdem nachdrücklich „keinen Bedarf“ an dem Turnsaal für Schulunterricht gemeldet. So jedenfalls Ing. Wasner von ARWAG in der Sitzung des Penzinger Bauausschusses am 7.Oktober 2009.

Da lohnt jetzt jedenfalls zur klaren Sicht auf die Dinge ein Antwortschreiben des zuständigen SPÖ-Wohnbaustadtrates Dr. Michael LUDWIG zu lesen, in dem er auf eine Anfrage meinerseits zur Sache am 8.Feber 2008 ( zur Geschäftszahl der Penzinger Bezirksvertretung S 2956/07) u.a. Folgendes wörtlich schreibt:

„ … Das Schwimmbad soll für die Bürger und für schulische Nutzungen zur Verfügung stehen. Die Turnhalle sollte weiter von den Schulen genutzt werden und könnte Sportvereinen zur Miete angeboten werden“



Binnen 20 Monaten hat sich somit für die privatisierte Liegenschaft die Schwimmbadnutzung auf einen Nachmittag im Monat reduziert, weil "der Christian Oxonitsch" ein öffentliches Bad dort ablehnt und für die vorgebliche „schulische Nutzung“ ist der gut erkannte und seit Jahrzehnten bestehende Bedarf irgendwo zwischen SPÖ und ARWAG plötzlich in Vergessenheit geraten. Klar natürlich, - Schulklassen und private Schwimmer will die Stadt Wien für eine "Umnutzung" einer öffentlicher Liegenschaft keinem Privaten so wirklich zumuten! man redet halt nur ein Bissl drüber, bis das Geschwafel vergessen ist.

 
Man sieht jedenfalls einmal mehr allerbestens, dass die Wahrheit tatsächlich die vielbesprochene Tochter der Zeit ist!  Im Fall üblicher SPÖ-Privatisierungspolitik ist Zeit aber mittlerweile nur mehr Geringfügikeit  von wenigen Monaten, binnen deren offenbar angenommen ist, der Öffentlichkeit jedwedes Märchen zumuten zu können!


Wolfgang Krisch, 6.11.09
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