Projekt Paradiso: Unglaubliche Malversationen

rund um die Liegenschaft Hüttelbergstraße 22 nun evident -  und Malerfürst Ernst Fuchs soll von der Stadt Wien "keine Antworten" auf Fragen bekommen!

 

„Zeitung lesen!“ tönte es sarkastisch aus dem SPÖ-Klub in der letzten Sitzung der Bezirksvertretung Penzing  in meine Richtung, weil ich erklärte, von gar merkwürdig zu vermutenden Vorgängen rund um die Liegenschaft Hüttelbergstraße 22 und das legendäre „Projekt Paradiso“ nicht aktuell Bescheid zu wissen! Der Tipp war goldrichtig, - der heutige STANDARD (Renate GRABER) aber wohl aufschlussreicher, als es der SPÖ aktuell so wirklich ganz lieb sein dürfte.


Unter dem Titel „Wie die Hypo Kärnten sogar im Paradies verlor“ ist in schlanken fünf Spalten ein unglaubliches Sittenbild nachvollziehbar, wie es hier zu Lande zu Lasten der SteuerzahlerInnen für meinereins mit Einblick in gewissen Kreise leider durchaus als nicht ganz ungewöhnlich zu bezeichnen ist.


Der Plot ist simpel wie auch bei sonstigen „Umnutzungen“ von Liegenschaften nicht nur im Lande Wien, - bemerkenswert diesmal nur, dass die Liegenschaft mittlerweile wieder in öffentlicher Hand ist, wozu nur 10 000 € Steuergeld nötig waren, mit denen die Stadt Wien bei einer Versteigerung wieder Zugriff auf die Immobilie erreichte. Wie es dazu kam, ist leicht erklärbar - und natürlich gilt wie immer für alle hier Genannten die Unschuldsvermutung: Zwei Söhnen des Malerfürsten Ernst FUCHS, die Herren Michael und Stephan MESSNER, hatten die Stadt Wien zu begeistern vermocht, die Errichtung eines „Paradiso Museum und Kulturparks“ zu unterstützen und erhielten daher im Jahr 2004 für runde 99 Jahre ein Baurecht um jährlich lächerliche 33 000 € eingeräumt! (Der Betrag allein lag schon knapp unter jeder Schamgrenze, wenn man in Betracht zieht, was das private Projekt nach Planungsabsicht eigentlich hätte abwerfen müssen.)


Projektiert war nämlich in Würdigung des „Phantastischen Realismus“ rund um das Werk von Vater Ernst FUCHS ein Skulpturenpark, Ateliers, Künstlerbleiben und ein „gehobenes Restaurant“ etc. Mit geplanten Gesamtkosten von 35 (fünfunddreißig) Millionen € blieb man auch finanziell phantastisch realistisch und war dazu offenbar sinnig mit einer „Kunstpark Wien Privatstiftung verknüpft, deren Stifter die Fuchs-Söhne waren, welche die Vorstandsgeschäfte ihrer Stiftung mit Dr. Ferdinand PODKOWICZ teilten. (Dr. Podkowicz ist pensionierter Obersenatsrat der Stadt Wien und als ehemaliger Leiter des Wiener Sportamtes im Geschäftsbereich von SPÖ-Vizebürgermeisterin Grete LASKA hierzulande  unendlich unvergessen. Er wusste in der Penzinger Bezirksvertretung bei Vorstellung des Projektes – die Brüder Messner saßen überwiegend schweigend dabei – vor allem die Vorzüge des gehobenen Restaurants beredt zu skizzieren, - mir persönlich lief damals schon ohne Gedanken an den Kunstgenuss das Wasser im Munde zusammen.)


Unvergessen ist ferner natürlich auch Herr Gernot RUMPOLD, ehemals FPÖ-Bundesgeschäftsführer, dessen Einfluss auf das Paradiso-Projekt natürlich nur schlicht war. Es gelang ihm, wie er gern verriet, um den Bettel eines Honorar von um die 120 000 € die Gebrüder Messner in der Hypo Kärnten bloß „vorzustellen“, was ja bekanntlich oft wo mühsam war in Kärnten, als die Sonne noch nicht vom Himmel gefallen war.

Die Hypo Kärnten ist bekanntlich jene Bank, die durch kunstfertigstes Agieren und Bilanzieren jüngst in Österreichs Wirtschaftsgeschichte einging und zur Abwehr ihres Zusammenbruches mit Folgewirkung auf die Geldwirtschaft in ganz Mitteleuropa von Österreichs SteuerzahlerInnen binnen eines Wochenendes bereitwillig zur Rettung übernommen wurde. (Aus dem Finanzministerium ist zwar längst eingeräumt, dass eine genaue Prüfung der Bank vor ihrer Übernahme nicht möglich war, aber das macht ja wirklich nicht viel, denn ÖVP-Finanzminister Josef PRÖLL lässt die SteuerzahlerInnen die paar Milliarden Miesen, die da jetzt überraschend auftauchen, im Handumdrehen bei Herrn&Frau&Kind Österreicher einsparen, sobald er sich – nach der Wiener Landtagswahl im Oktober – endlich getrauen wird, sein nächstes Budget (verfassungswidrig zu spät) zu erläutern.


Für das Projekt der Malerfürst-Söhne im Herzen Hütteldorfs sollen jedenfalls im Herzen Kärntens auf einen Schlag an die 5 Millionen € ausgezahlt worden sein.


Mittlerweile heißt es, die Gebrüder seien „ vermögenslos und zudem nicht greifbar“, weil sie „längst in Thailand leben“. Der Hypo, somit in Folge den österreichischen SteuerzahlerInnen wurde das Kredit-Gelderl jedenfalls nicht zurück gezahlt, und die Wiener SteuerzahlerInnen erhielten keinerlei Pachtzins für die Liegenschaft Hüttelbergstraße 22. Die Gerichte haben da und dort in der Sache ein wenig Kurzweil bei Klagen und Causen, und das berühmte Nachsehen liegt immerhin gut gesichert bei den SteuerzahlerInnen.



Großes Bemühen zur Schadensgutmachung wird jedoch natürlich der „Kunstpark Wien Privatstiftung“ nachgesagt, von der ich keine Ahnung habe, ob Herr SR Dr. Podkowicz dortselbst allein die bedauerliche Stellung halten muss. Wie zu lesen, soll die Stiftung gleich „neun Monumental-Skulpturen“ von Ernst Fuchs verwerten wollen, um zwar für rund 3,4 Millionen €, die sie phantastisch wert sein sollen, um zur Schadensgutmachung beizutragen.

Aber auch das könnte nicht ganz glatt laufen, wie schon in der Zeitung steht: Zwei der Monumentalkunstwerke sind beschädigt, zu Schadenersatzansprüchen ist schon ein Gericht bemüht,   man rechnet jetzt geringer optimistisch mit geringerem Erlös für die Kunstwerke, für welche nun  1,7 Millionen € erhofft werden. Dafür muss man jetzt auf Monumentalskulpturenkäufer hoffen, die zur Bilanzbesserungen unserer Hypo-Bank wirklich Triple A-exklusive KunstsammlerInnen sein sollten, - wir SteuerzahlerInnen drücken uns halt wieder einmal fest beide Daumen.


Wien Energie“ ist jedenfalls hilfreich, denn im Fernheizwerk Spittelau werden die Kunstschätze „ab und an“ gezeigt, was beispielhaften Symbolwert hat: Rund um Kunstsinn in Hütteldorf wurde Steuergeld ja irgendwie verheizt und in Rauch aufgelöst, zumindest zwei Nutznießer sind mittellos im fernen Thailand – ein „Fernheizwerk“ ist da wirklich ein symbolisch ganz exakt passender Standort zur Darstellung einer gewissen künstlerischen Nachbetrachtung. Wer jedenfalls KunstsammlerInnen an der Hand hat, die mit ein paar Millionen zum Wohle unsere Hypo, die wir uns dank Josef Pröll als SteuerzahlerInnen leisten dürfen, ihren exklusiven Kunstsinn im Bereich des Phantastischen Realismus beweisen wollen, soll sich bitte im Fernheizwerk anmelden, - es wäre dringend für den Staatshaushalt!

Irritiert von all diesen simplen Zusammenhängen rund um eine unauffällige Hütteldorfer Adresse, über die schon wieder Gras wächst und zu der sicher bald Legionen von StudentInnen der Politik- und Finanzwissenschaften ausbildungsbeflissen pilgern werden, bin übrigens nicht nur ich: Malerfürst Ernst FUCHS - so zitiert im STANDARD nach Aussagen seines Rechtsanwaltes -  soll sogar gekränkt über das Vorgehen dieses Familienzweiges seines Stammes sein und wird seine Kränkung sicher besser artifiziell aufarbeiten können als ich meine pekuniäre Erschütterung als geneppter Steuerzahler.

Seine Reaktion ist mir aber gut verständlich, und ich begrüße auch ausdrücklich seine Forderung, die sein Rechtsanwalt tatsächlich so dem STANDARD mitgeteilt haben muss: „Wir (offenbar Fuchs &Rechtsanwalt; Anmerkung Krisch) haben bei der Stadt Wien und bei der Hypo längst Aufklärung zu den Vorgängen rund um Paradiso verlangt, aber nie Antworten bekommen.

Wenn es nur das ist, kann ich da natürlich demnächst bestens abhelfen: Ein braver Penzinger Bezirksrat bekommt von der Stadt Wien natürlich Antworten auf alle Fragen gemäß der Geschäftsordnung - und alle Fürsten und SteuerzahlerInnen dieser bescheidenen österreichischen Welt werden sie darnach auf meiner phantastisch realistischen Website ablesen können, weiß

Wolfgang Krisch, 24.4.2010
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