St. Hanappi am 16.12. 2000 - vor kaum  9 Jahren noch ohne West- und Osttribüne! Jetzt - dauernd erweitert - "auf Stand von vor 40 Jahren" und nicht mehr "der letzte Schrei" nach Rudolf Edlinger ! Den werden wohl die Anrainer tun! 


RAPID
will gar St. Hanappi -
NEUBAU für 30 000 Fans in Hütteldorf!
Nur „die Finanzkrise“ ist einer Entscheidung 2009 „dazwischen gekommen“! Beklemmende Einsichten in SPÖ-Allmachtspolitik bzw. Allmachtsfantasien!  

 

Für einen Paukenschlag in und für Hütteldorf sorgt RAPID-Präsident Rudolf EDLINGER, SPÖ, ganz aktuell: Zum Traum von RAPID-Kapitän Steffen HOFMANN, eines Tages in ein nagelneues Hanappi-Stadion einzulaufen“, meldet er in der heutigen Ausgabe der SPORTWOCHE (Nr. 26), auch er habe „den selben Traum“!

Träumen ist bekanntlich noch immer legitim, auch ich träume viel Schönes wie viele andere Menschen mit gutem Gewissen! Edlingers Traum allerdings ist weit entfernt davon, ein simpler Traum zu sein, wie ich seit geraumer Zeit hoch beachtet berichte!  Der ehemalige SPÖ-Finanzminister wörtlich im O-Ton und offensichtlich keineswegs als Traumtänzer über sein Traum- „Projekt“:

 



Edlinger : Das Projekt war schon weit gediehen. Nur muss ich mich noch gedulden.“

Sportwoche: „Welches Projekt?“

Edlinger : Wenn nicht die Finanzkrise dazwischen gekommen wäre, hätten wir 2009 die Entscheidung getroffen: Adaption des bestehenden Stadions oder kompletter Neubau. Für die nächsten zwei Jahre war die Umsetzung angedacht. Leider kam alles anders und das Projekt liegt auf Eis.“

Sportwoche: „Welche Präferenz haben Sie?“

Edlinger : „Eine Adaption würde uns nur eine Aufstockung auf 23 000 Plätze bringen. Außerdem ist das Hanappi-Stadion auf dem technisch-intellektuellen (sic!) Stand von vor 40 Jahren, also wahrlich nicht mehr der letzte Schrei. Deshalb bin ich für einen Neubau mit einem Fassungsvermögen für 30 000 Fans. Die Gespräche mit einem privaten Investor, den ich nicht nennen möchte, waren weit fortgeschritten. Der Standort bleibt auf alle Fälle unverändert. Rapid ist Hütteldorf….“




Diese „technisch-intellektuellen“ leicht fasslichen Ausführungen des SPÖ-Granden werde ich natürlich im kommenden Herbst – früher geht es demokratietechnisch nicht – dem Wiener SPÖ-Sportstadtrat Christian OXONITSCH zukommen lassen.

Der hatte mir erst kürzlich auf meine Frage nach den weit gediehenen Plänen für einen Ausbau von St. Hanappi dezidiert mitteilen lassen, die Stadt Wien wisse von nichts, und wisse noch weniger als gar nichts zu Detailfragen! So sehr war Wiens Name noch selten Hase wie in dieser Anfragebeantwortung! Natürlich ist Wiens Name immer Hase, wenn die SPÖ glaubt, die Stadt gehöre ihr allein bei allen Plänen, und weil das stets Parteipläne sind, ginge das sonstwen halt einfach gar nichts an! Und auch aus der umgänglicheren Penzinger SPÖ wurde diskret signalisiert, man brauche sich quasi nicht zu fürchten für Hütteldorf, denn was sich Herr Edlinger wünsche, wünsche er sich halt schon seit Jahren, er sei halt so usw.


Ich persönlich gehe aber davon aus, dass ein ehemaliges Mitglied der österreichischen Bundesregierung - ja gar ein leibhaftiger Finanzminister a.D.  - auch auf seinem Altenteil als kregler Vereins- Präse keineswegs freischwebend-dampfplaudernd fabuliert! Und JournalistInnen können in Österreich einem Bundesminister a.D. allemal nur dann frei Erfundenes in Interviewform in den Mund legen, wenn sie völlig quiqui wären oder gekündigt werden möchten!  


In Penzings Bezirkspolitik wird nun aber heftig zu RAPIDs Plänen gearbeitet werden, was ich vorhersagen kann, - und mit der SPÖ dort wird man auch dort viel konkreter zu reden haben!



Denn für mich steht fest, dass auf Hütteldorf ein Horrorszenario zukommt, sollte Herr Edlinger den privaten Investor, den er nicht nennen möchte  für seinen weit gediehenen Traum begeistern kann und das „auf Eis liegende Projekt“ demnächst auf seinen Wunsch „auftaut“!


Blankes Entsetzen ist in Hütteldorf ist vorweg aber dennoch noch nicht  angebracht, denn Herr Edlingers langjährige Bilanz von Investoren-Aquisition im RAPID-Bereich scheitert nicht selten kläglich, - soweit überhaupt bekannt wurde. So mancher finanzielle Wunderwuzi, der von RAPID als quasi aus der Kabine gezaubert gemeldet war, erwies sich bald darauf als besonderer Seifenblasen-Artist! Und selbst der Kriegswaffenfabrikant EADS unterstützt(e) – soweit erinnerlich – bisher neben der Eurofighter-Produktion nur den geringsten RAPID -Nachwuchsspielbetrieb und finanziert bislang vermutlich ebenso wenig Stadionneubauten wie Wiens Finanzstadträtin durch möglichst geschicktes Abrechnen der s.g. Fanzzone-West während der Fußball-WM in der RAPID-Arena!



Auszuschließen ist dennoch keineswegs a priori, dass Herr Edlinger einen tollkühnen Glücksritter findet (- als Finanzminister war seine Politik durchaus sehr reell, - besonders wenn man mit sämtlichen ÖVP-FPÖ/BZÖ-Regierungen danach vergleicht!)  



Dann aber Gnade Hütteldorf ! Denn ein Stadion nach heutigem europäischen Erwerbsstandard ist weit mehr als ein paar simple Sportflächen samt Zuschauerbereichen! Derartige Anlagen sind überall und stets auch massive Einkaufs- und Eventzentren, an denen die „Investoren“ exzessiv verdienen müssen, - anders ließe sich das gar nicht finanzieren!  Und im Ortskern Hütteldorfs geschähe das mitten in ohnehin schon vielfach überlasteten Wohngebieten!


Aber wie sagt Präsident Edlinger ebenso bündig wie programmatisch: „Rapid ist Hütteldorf!

Natürlich und sowieso, und ich schlage ihm gleich weiter gehend vor, sein Traumprojekt doch auf Hütteldorf wird Rapiddorf – und ich dort Kaiser umzunennen, die Änderung des Bezirkswappens vorzunehmen und Hütteldorf als z.B. „Hütteldorfer Kaiser Rudolf I. von Wiens Gnaden“ fürderhin wohlwollend zur Verfügung zu stehen!

Ich habe jedenfalls nun mit heutiger Post  auch Frau Bezirksvorsteherin Andrea KALCHBRENNER um Eröffnung einer effizient angelegten, verlässlichen Gesprächsebene des Bezirksparlaments mit RAPID gebeten und werde ebenso verlässlich von sämtlichen politischen Entwicklungen berichten! RAPID aber alles Gute wünscht


Wolfgang Krisch, 23.6.2009
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