Das Hanappi-Stadion wird vergrößert - und RAPID wird Pächter und "Herr im eigenen Haus" bis 2039!

Das Hanappi-Stadion wird nicht nur saniert sondern auch -  vergrößert!

Kosten von 17,7 Millionen € aus Steuermitteln – und keinerlei Informationen über die Konsequenzen für Hütteldorf ! RAPID wird zudem Pächter des Stadions und "Herr im eigenen Haus"!

 

Paukenschlag für Hütteldorf bei eine Pressekonferenz von SPÖ-Sportstadt Christian OXONITSCH gestern Vormittag und einer weiteren des Sportklubs RAPID am  Nachmittag !

Stadtrat und Klub machten nämlich nicht nur die anstehende Sanierung des Hanappi-Stadions bekannt, sondern verrieten darüber hinaus  auch erhebliche Ausbaupläne  (!) der Sportstätte.

Demnach wird nicht nur das 1978 fertig gestellte Stadion baulich saniert, was unbestreitbar nötig ist!  Auch das Fassungsvermögen soll deutlich erweitert werden! In welchem Umfang ist allerdings bislang nicht verraten! Die Website des SK-RAPID enthält in einer ausführlichen Darstellung der Neuigkeiten überhaupt keine Angaben zur Vergrößerung des Stadions, - ganz offensichtlich mit Hinblick  auf die brisanten Auswirkungen für Hütteldorfs leidgeprüfte Wohnbevölkerung im Umkreis des Stadions!

SPÖ-Sportstadtrat Christian OXONITSCH, der im heurigen Mai auf eine Anfrage meinerseits zu den Sanierungs- und Ausbauplänen keinerlei konkreten Angaben machen konnte (oder eher wollte),  berichtete PressevertreterInnen  gegenüber  im Wiener Rathaus gestern dazu dubios von „verschiedenen Plänen“ und einer Erweiterung  des Fassungsvermögens (von derzeit 17.500) auf 19.000 bis 23.000 Plätzen! 21.000 hält Herr Stadtrat für realistisch!

Beschlossen ist jedenfalls ferner ein  erweiterter Trainings- und Spielbetrieb in der Keißlergasse auch für die neu entstehende RAPID-Akademie. Wie schon länger bekannt, wird der schulische Bereich des Projektes durch einen AHS-Schulneubau auf bisherigen Bahngrund unweit des Hanappi-Stadions realisiert. Für den Spielbetrieb soll ferner auf Flächen des Stadions ein Kunstrasenplatz mit Rasenheizung sowie einer überdachten Tribüne für 400 Besucher errichtet werden.  Damit scheint im Stadion nicht mehr nur der Spielbetrieb der Kampfmannschaft vorgesehen, sondern auch solcher aller Nachwuchsmannschaften, was die umliegende Wohnbevölkerung sicher mit Freude erfüllen wird.

Mit ähnlicher Freude wird sicher auch registriert werden, dass die SteuerzahlerInnen RAPIDS Pläne finanzieren dürfen. Nach Angaben des Sportstadtrates "investiert" Wien für RAPID 17,7 Millionen Euro  (und für FK AUSTRIA - wie "zur Beruhigung" betont wurde – für ähnliche Pläne übrigens noch einmal so viel ).
   
Wenn aber in Zeiten, in denen Wiener Gebühren und Abgaben zuletzt durchwegs empfindlich erhöht wurden und angeblich nötiges Sparen bei Löhnen, Gehältern und Sozialausgaben allseits seit Jahren abverlangt wird, ausgerechnet für Fußballvereine mit Profibetrieb keinerlei Kosten zu hoch sind, ist eigentlich völlig unfassbar! So hat erst Tags zuvor die Stadt die Erhöhung selbst der Hundesteuer von 43,6€  auf 72 € im Jahr angekündigt! Wenn sich so manche Mindestrentnerin demnächst ihr Hunderln nicht mehr wird leisten können, während RAPID von einer großartigen Hilfe der Stadt schwärmt, halte ich das persönlich eigentlich für eine absolute Dreistigkeit der politisch dafür Verantwortlichen!

Ich habe jedenfalls SPÖ- Bezirksvorsteherin Andrea KALCHBRENNER umgehend ersucht, die bisher völlig dubiosen Pläne des SK RAPID ehestmöglich auf die Tagesordnung einer Sitzung der Penzinger Bezirksvertretung zu setzen! Denn die Ankündigungen von Sportstadtrat Christian OXONITSCH stellen natürlich auch einen Affront gegenüber der Bezirksvertretung Penzing und somit der Bevölkerung dar, - wurde der Bezirk bisher keinerlei Information für die in Hütteldorf ganz wesentlichen Neuigkeiten für wert befunden! Frau Bezirksvorsteherin hat mir auch umgehend angekündigt, die Bezirksentwicklungskommission zu befassen und Vertreter des SK RAPID für Informationen einzuladen! Damit steht  zu hoffen, dass sich RAPID auch bemüßigt fühlt, mit der Bezirkpolitik endlich einmal Kontakt zu pflegen! Bisher ist das trotz mehrfacher Versuche gescheitert, - RAPID war zu keinerlei Gespräch über die zahlreichen Probleme mit Fans im Umkreis des Stadions bereit!

Offensichtlich ist aber auch die Stadt Wien nicht zu Information ihrer Bezirksvertretungen bereit, - dezentrale Stadtverwaltung heißt für Sportstadtrat OXONITSCH offenbar, dass die gewählten Bezirksparlamentarier jeweils in der Zeitung nachlesen können, was er beschlossen und verkündet hat.

Ich rege jedenfalls auch Kontakt mit den zuständigen Dienststellen des Wiener Magistrates an, zumal die Sanierungs- und Ausbaupläne des Hanappi-Stadions auch zahlreiche Verwaltungsmaßnahmen nach sich ziehen müssen. Und nicht zuletzt wird den Bezirk vehement interessieren, dass die Stadt Wien das Hanappi-Stadion schon ab Juli 2012 an RAPID verpachten wird. Und zwar bis in das Jahr 2039 - über Inhalt und Ausformungen des Pachtvertrag  ist ebenfalls bislang nichts bekannt. RAPID-Präsident Edlinger kommentiert dies jedenfalls wörtlich so: „Wir sind ab 1. Juli 2012 Herr in unserem eigenen Haus und dann entscheiden wir, wann was passiert."

Wolfgang Krisch, 23.11.2011