links; Gehsteigbreite OHNE Schneelage in der Rettichgasse (in der Form gegen den Beschluss eines Bürgerbeteiligungsverfahrens seit 2001), rechts: Vorderfront des BUWOG-Baues bei Nacht in der Keißlergasse

 
Beste Weihnachts- und Neujahrswünsche

…ausgetauscht in der Rettichgasse vor dem BUWOG-Bau!



Als Montag dieser Woche der 3.Einkaufssamstag vor X-Mas auch schon wieder einmal vorbei war, führten mich meine fußläufigen Schritte am morgendlichen Weg in eine Oberbaumgartner Schule durch die Rettichgasse frontal auf einen Hütteldorfer Bürger zu!

„Herr Beziiiiirksrat“, schallte es mir gleich in jenem Ton entgegen, dem ein Anflug wohlwollender Kritik sprachmelodiös innewohnt, „haum mir zwaa Schlanken auf dem Gehsteig do schon Platz zum Vorbeigeeh?“


„Aber ja, doch, verehrter Hütteldorfer!“, konnte ich im Stil erfolgssicherster PolitikerInnen  vortäuschen, der neuerdings auch um positive Sichtweisen besonders bemüht ist. „Erstens hat es seit vorgestern ja schon reichlich viel Schneehaufen weggetaut! Und zweitens, man erlaubt  mir manchmal solche  Scherze durchaus, „brauchen Sie sich nur linker Hand an diesem Gehsteigparker-Auto anzudrücken, während ich den Bauch einziehe und zumindest vortäusche, für sie rechterhand von diesem Restgehsteig in die angrenzende Dornenhecke auszuweichen. Aber passen sie auf ihre Jacke auf: Der Mödlinger SUV auf unserem Steiglein ist so dreckig wie breit !"

Gleich lachten wir wohlgelaunt, denn der Mann weiß längst, dass das durchgehend verordnete und behördlich ordentlich raumgreifend organisierte Gehsteigparken in der Rettichgasse mit Beschluss eines „Bürgerbeteiligungsverfahrens“  („Verkehrskonzept Kernbereich Hütteldorf“ ) auf gute Anregung des heutigen SPÖ-Staatssekretärs im Finanzministerium Mag. Andreas Schieder (bei marginalen Kosten von damals 2,5 Millionen Schilling für die „Bürgerbeteiligung“) seit 2001
abgeschafft werden soll
.
Danach hatte der ehemalige SPÖ-Verkehrsstadtrat Rudi Schicker mir gegenüber eine Zuführung des Beschlusses zu seiner Umsetzung in den nächsten 3-5 Jahren schriftlich in Aussicht gestellt, und diese Zuführung ist derzeit wahrscheinlich noch in ihrer Zuführung begriffen.
(Für Liebhaber solch historisch längerfristigen Pflanzerein von BürgervertreterInnen in s.g. „Besteiligungsverfahren“: http://www.wolfgangkrisch.at/Penzing/03Materialien/Buergerbeteiligungsverfahren,Protokolle.htm )

 „So sieht man, wie die Zeit vergeht und nicht nur wir zwei älter werden“, sagte ich sodann um gute Stimmung bemüht und schlug vor: “Aber rufen Sie halt einmal furchtlos in der Bezirksvorstehung an und fragen Sie …“

„Heeaaansmauauf, Herr Kriiiiisch!“ , entfuhr es gleich dem Hütteldorfer, um sogleich eine zweite Beschwerde los zu werden: „Fria hotma do  imma durch den Bau zum Bahnhof Hütteldorf  von da Rettichgasse in die Keißlergasse durchgeh kenna, wenn da Gehsteig scho verparkt is ! Jetzt ist des Tiarl von dem Bau g‘schperrt oder es warat zumindast verboten durchz’geh‘! Wie gibt’s‘n des?“

Ui“, sagte ich, das sei ein Spürchen komplizierter weil Bundespolitischer. Der gegenständliche BUWOG-Wohnbau ist seit der bis heute berühmten ÖVP-FPÖ-BZÖ-Kompetenzregierung Schüssel-Grasser brav privatisiert, und ich schließe nicht aus, ein Herr Meischberger könnte da möglicher Weise als Lobbyist beraten haben.“
„Is des der, von dem in der Zeitung steht, dass er mit’n sein Spezl Karl-Heinz Grasser telefonieren hat miassn, weu er net gwusst hot, fia wos eam a Baufirma 800.000 € überwiesen hot
?“, zeigte der Bürger erfreulich profunde aktuelle Orientierung. Ja, ja“, sagte ich, „aber Grasser, so steht geschrieben, hat ihm gleich empfohlen, im Internet zu schauen, wo die Baufirma im Ausland irgendwo irgendwas Größeres gebaut hat, sodass ihm einfallen würde, wo er für gute Arbeit das Geld verdient hat. Jedenfalls ist der Bau seit der BUWOG-Privatisierung ein privater Privatbau. Und wir zwei können jetzt nicht mehr hindurchschreiten ! Das wird doch einleuchten, denn durch unser beider Wohnzimmer würden wir ja auch keine Fremden durchspazieren lassen, oder?“


Na, sowieso net !!“, leuchtete das meinem Gesprächspartner ein, wir verabredeten danach heiter bis wolkig gestimmt, beim nächsten Morgen-Tratscherl die soziale Ausgewogenheit zum familienfreundlichzukunftssicheren FAYMANN-PRÖLL Sparpaket zu beleuchten, sollte uns dann darnach der Sinn oder die Laune stehen.
Und so strebte ich mit besten Grüßen für schöne Weihnachten und toi-toi-toi zum Jahreswechsel die Rettichgasse bergan meinem erwartbaren 49er zu, hatte ebensolche Wünsche festtagsheiter entgegen genommen und war insgesamt bei meinem ersten Bürgerkontakt des Werktages keineswegs unzufrieden!

Wie rasch man jemand, der grade nur Semmeln kaufen will, simpelste Zusammenhänge der Kommunal- und Bundespolitik in bloß zarte Erinnerung bringen muss, um die Leute politisch ajour zu wissen, ist allemal verblüffend, versichert
Wolfgang Krisch, am 15.12.2010,

der hiermit auch allen LeserInnen dieser Zeilen ganz herzlich schöne Weihnachten und viel Glück im Neuen Jahr wünscht
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