Robert-Fuchs-Gasse 29-31: Chaos um Skandalbau
komplett – Abbruch überfällig !
Volksanwaltschaft bestätigt schwere Versäumnisse der Stadt Wien!
Ein immer größeres Chaos nimmt die endlose Affäre um die Wolfersberger
Skandal-Wohnhausanlage Robert-Fuchs-Gasse 29-31.
Immerhin hat der Penzinger Bauauschuss in seiner jüngsten Sitzung am 2.2. - ganz
nach meinen Vorstellungen - keineswegs die angeblich „unwesentlichen
Abweichungen“ von den Bebauungsbestimmungen für zwei der drei fast gestellten
rechtlichen und baulichen Wohnhausruinen legitimiert, wovon ich vorab als
Rechtsirrtum gewarnt hatte. Innerhalb eines Monats soll vielmehr nun doch
niemand sonst als die Bauoberbehörde – wie ich selbstverständlich angeregt hatte
– eine Entscheidung treffen.
Diese Ankündigung im Penzinger Bauauschuss wurde lediglich mit der Ergänzung
versehen, dass die Bauoberbehörde nicht anders als nach dem geltenden Recht
entscheiden werde, was man zu diesem Fall nicht ohne Grund gern ausdrücklich
betonen kann.
Denn mittlerweile hat die Volksanwaltschaft der Republik der Beschwerde einer
durch das Bauvorhaben geschädigten Anrainerin nach langwieriger Prüfung
gänzliche Berechtigung zuerkannt und schwerste Versäumnisse des Magistrates
sowie der Bauoberbehörde festgehalten, über die auch Bürgermeister Häupl in
Kenntnis gesetzt wird.
Die weitere Vorgangsweise ist nun nicht verworrener denkbar: Denn der neue
Eigentümer der Liegenschaft, die er um knapp 1 Million Euro ersteigert hat, wozu
allein zum Fertigbau (!) der Neubauruine eine weitere Million Euro über
Fremdfinanzierung nötig sein soll, steht mit seinem Projekt offenbar vor dem
rechtlichen Nichts ! Denn das Bauvorhaben muss gänzlich neu eingereicht
werden, die mittlerweile geänderte Bauordnung ist mit dem Baubestand, der die
Anrainer schwer schädigt, nicht im Entferntesten in Einklang zu bringen. Heißt
also: Der Baubestand kann aus meiner Sicht wohl nicht im Geringsten
genehmigungsfähig sein!
Das sieht der neue Eigentümer, vom Brotberuf Rechtsanwalt, allerdings
hoffnungsfroh gänzlich anders, wie er persönlich im Penzinger Bauauschuss rund
um bislang nie gehörte unglaublich ehrenrührige Auslassungen gegen eine
Anrainerin ebenso darlegte (wie schon zuvor vor einer Kamera der ORF-Sendung
"Volksanwalt"): Sein „tolles Projekt“
werde nur
"für nix
und wiedernix"
von einer querulierenden Anrainerin behindert, die die
Behörden "terrorisiert" ,- auch ein Obersenatsrat bei der Bauoberbehörde sehe
das nach seinem Eindruck so. Und trotz gezählter 88 Abweichungen von den
Bebauungsbestimmungen, die die Volksanwaltschaft festgestellt hat, wollte Herr
Rechtsanwalt bei keiner einzigen Behörde, „Gegenwind
gespürt“,
haben, am Haus C gebe es
"12 Zentimeter Abweichung", sein Bau sei „allerschönstens,
und allerfeinst ausgeführt“
und wie er selbst „im
Einklang mit der Behörde“.
Dieser Eindruck von Einklang könnte aber ein bisserl trügerisch sein oder sehr
rasch werden, denkt man allein an nur zwei bislang eher nebensächliche
"Details":
Die Wohnblöcke haben eminent in die Hangwassersituation am Wolfersberg
eingegriffen: Nicht nur die im Hang quer liegende Tiefgarage der Anlage unter
den drei Häusern selbst stand lange unter
Wasser, auch Setzungen und Quellen auf Liegenschaften von Anrainern gefallen
dort nur mäßig. Zudem scheint auch die Abwassersituation endlich irgendwie
überprüfbar: Anrainer beteuern, dass die drei Hochhäuser allesamt an einem
Kanal hängen, der lediglich für die umliegenden Einfamilienhäuser bzw.
Kleingärten dimensioniert ist. Für den Vollbetrieb von 24 Wohnungen in
dem Zusammenhang wollen sie die Behörde ebenfalls erstmals ein wenig interessiert wissen,
was wirklich fein wäre.
Von der Wiener Bauoberbehörde darf jedenfalls gehofft werden, dass sie den Akt nach Jahren endlich einmal seriös und gesetzeskonform abschließt und den AnrainerInnen zu ihrem selbstverständlichen Recht verhilft. Nach meinem sicheren Eindruck kann dies endgültig nur zu einem Abbruch der gesamten Anlage führen, womit man auch dem neuen Eigentümer vor einer Vogel-Strauß- bzw. Hans-im-Glück-Gebarung immerhin menschenfreundlich bewahren würde.
Weiterhin wird zu berichten sein von
Wolfgang Krisch, 3.2.06
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