
Einzig erkennbare
"Stadtentwicklung" an der Westeinfahrt: Einkaufszentrum einfach ständig
vergrößern - und Verkehrstauglichkeit dafür einfach behaupten!
SCA: Paukenschlag um neuerliche riesige
Erweiterung!
Zwei "Autosalons", eine Hofer-Filiale, ein
Einrichtungshaus, eine Lusterfirma diesseits der B1 -
dazu neuerliche Vergrößerung der SCA jenseits davon, dort weiterhin ohne
entsprechende
Flächenwidmung!
Charmant wie gewohnt konnte in einer Sitzung der Penzinger Kommission für
Bezirksentwicklung am 25.11.2008 der Eigentümer des Auhof-Centers, Herr
Peter SCHAIDER, Details über eine bevorstehende weitere Expansion seines
Imperiums an der Westeinfahrt berichten! Ob die betroffenen Öffentlichkeit die
Dinge ebenso charmant finden wird, bleibt allerdings dringend anzuzweifeln!
Das ehemalige
„MAN-Grundstück“, die bereits frei gemachte und baureife Liegenschaft
zwischen der B1 und dem Wienfluss wird nämlich demnächst durch vier neue
Betriebe „verwertet“! Und zwar durch
eine neue Hofer-Filiale,
ein Einrichtungshaus („Dänisches Bettenlager“),
eine Leuchter- und Lusterfirma („Molecz & Sohn GesmbH)
sowie – Penzing darbt ja diesbezüglich schwer – gleich
zwei so genannte „Autosalons“! Einer aus dem Hause Toyota Frey, der
sich im Auhof um den Verkauf seines Modells „Lexus“ bemühen will, - der andere
von einer anderen Firma, die offenbar noch nicht einmal feststeht.
(Einkaufszentren und Betriebsgebiete entstehen ja bekanntlich oft schneller als
tatsächliche Nutzer gefunden werden können!)
Rührend zu all diesen Bekanntmachungen war mir persönlich in hohem Ausmaß die
Vorweg-Darstellung, man habe sich für die Verwertung des riesigen Areals an die
„Vorgabe des Bezirks gehalten“,
auf dem Areal „kein
Einkaufszentrum zu errichten“! Diesen verbalen Werbegag erster
Güte musste ich allerdings gleich zurecht rücken: Der Bezirk hätte überhaupt
keine Vorgaben machen können, nur ja „kein Einkaufszentrum zu errichten“,
denn die einzige Vorgabe, die zu beachten war und ist, kann nichts sonst
sein als die rechtsgültige Flächenwidmung einer Liegenschaft! Und die erlaube
dort a priori ohnehin keinerlei „Einkaufszentrum“! Der Hinweis, ein
solches zumindest dem Namen nach nicht einrichten zu wollen, war daher natürlich
nur im Bemühen um die Schimäre gemacht worden, es würden somit zusätzliche
Verkehrs- und Umweltbelastungen natürlich nicht im Geringsten zu befürchten
stehen!
( Die Strategier kennt man aber aus dem SCA-Imperium seit langem: Die SCA das
rein rechtlich bis heute kein Einkaufszentrum ist, weil die Flächenwidmung ein
solches nicht erlauben würde! Mehr als 100 Shops unter einem Dach sinnd aber
dennoch möglich, wenn man das Ding einfach "Betriebsgebiet" nennt!)
Keinerlei Befürchtungen jedweder Art – soviel darf ich gleich prophezeien – wird
auch ein ausstehendes Verkehrsgutachten
auf Grund eingehenden Verkehrsuntersuchungen
nahe legen, das für die neuerliche SCA-Expansion schon fertig gestellt
sein soll. Dies darf ich deshalb leichthin prophezeien, weil in Penzing in den
letzten 20 Jahren noch niemals für ein Bauvorhaben ein nötiges Verkehrsgutachten
irgendwelche Probleme gutachterlich festgeschrieben hätte! (So ein Fall scheint
mir persönlich mittlerweile in realiter in Wien auch gar nicht vorgesehen zu
sein!)
Jedenfalls wird – was immerhin richtig ist – das Verkehrsgutachten keineswegs
nur auf Verkehrserregung einzelner "neuer Shops" abzielen, sondern soll an dem
neuralgischen Punkt der Westeinfahrt in einer Gesamtbetrachtung erstellt worden
sein, - man wird sich überraschen lassen! Der Vorsitzende der Penzinger
Verkehrskommission, Herr Walfried ERTL, SPÖ, hat jedenfalls bereits angekündigt,
die Untersuchung in einer nächste Sitzung der Penzinger Verkehrskommission
vorstellen zu wollen, - in der Kommission für Bezirksentwicklung ist ein
Verkehrsgutachten offenbar arbeitsmäßig nicht vorgesehen!
Diesbezüglich enorm beruhigend bot Herr Schaider darüber hinaus folgende
Betrachtungsweise zu bedenken an: Auf dem nun neu entwickelten Areal habe
(ehedem) eine Kfz-Prüfstelle bestanden. Dort seien im „Normalbetrieb“
täglich 150 Lkw –Bewegungen abgewickelt worden, in Spitzenzeiten bis zu 300!
Seine neue Kundschaft (HOFER, Dänisches Bettenlager, Toyota und die fernere
Autofirma) würde weit seltener Lieferverkehr verursachen, - er könne also mit
seiner neuen Errungenschaft auf der Immobilie „Verkehr
wegnehmen“ (sic, wörtlich"). Auf meine Nachfrage,
wer das glauben solle und ob er nicht motorisierte Kundschaft erwarte, wurde
präzisiert: Es werde
„weniger Schwerverkehr“
geben!
Auf diese schöne Nachricht hin ersuchte ich gleich auch noch um Auskunft, wie
Herr Schaider – denn auch für diese Immobilie hat er ein vertragliches
Nutzungsrecht – die frei werdende Liegenschaft der derzeitigen Hofer-Filiale in
enger
Nachbarschaft zu seinem Shopping Center Auhof
hinkünftig nutzen werde, sobald Hofer übersiedelt sein wird.
Das werde, so Herr Schaider en passant und mit größter
Selbstverständlichkeit, obwohl davon bislang kein Sterbenswörtlein offiziell
bekannt gewesen war, durch sein
„Einkaufszentrum genutzt“
werden!
Dass sein „Einkaufszentrum“
(Herr Schaider selbst nennt es freimütig so!)
nun also neuerlich erklecklich erweitern werden
soll,
stellt
somit den eigentlichen Paukenschlag für die "Bezirksentwicklung" dar, - weil
offenbar auch gar nicht vorgesehen gewesen war, dies bereit bekannt zu machen.
Die Tagesordnung der Sitzung versprach lediglich einen Bericht über die
Nutzungsänderung der MAN-Liegenschaft, - hätte ich nicht darüber hinaus gefragt,
wäre gestern nicht bekannt geworden, dass auch die SCA selbst neuerlich
erheblich erweitert werden soll! Jedwede Details dazu blieb Herr
Schaider schuldig, - und zwar natürlich mit gutem Grund! Denn Wiens Stadtplanung
wird neuerlich um Erklärung gebeten werden, warum man dem ständigen irregulären
Ausbau eines - „Betriebgebiet“ genannten - Einkaufszentrums von weit über 100
Shops in regelmäßigen Abständen tatenlos zusieht bzw. unterstützend hilfreich
ist, obwohl längst jede Erträglichkeit dieser Erweiterungen aus Maßgaben der
Verkehrsorganisation und der Raumordnung deutlich überschritten ist und der
Ist-Zustand der Flächenwidmung des Areals obendrein nicht dubioser und grotesker
sein könnte!
Somit ist aus meiner Sicht ein Faktum, dass die ständigen Expansionsschritte des
SCA-Betreibers spätestens mit den nunmehr vollständig bekannt gewordenen Plänen
auch den
Ortskern von Hadersdorf (Hauptstraße) in das turbulente
Verkehrsgeschehen miteinbeziehen, belasten und hohe Auswirkungen auf die Umwelt
und die Lebensqualität am westlichen Rand des Bezirkes haben werden. Und ein
ebensolches Faktum ist für mich, dass der Verkehr an der Westeinfahrt – und zwar
primär der öffentliche Busverkehr – zu den Spitzenzeiten längst nicht mehr
fahrplanmäßig abgewickelt werden kann(davon demnächst mehr). Der Plafond an
Belastung ist dabei in dem Bereich noch immer nicht erreicht, .- denn auch die
Neunutzung der Stadt des Kindes unweit der SCA wird drastische verkehrliche
Auswirkungen haben.
Herr Schaider freute sich jedenfalls abschließend, beitragen zu können, dass
sich im Auhof „was
tut“, - SPÖ, ÖVP und FPÖ
dürften sich sehr mitgefreut haben, Bedenken wurden keine geäußert. Die ÖVP
regte lediglich zweispurige Zufahrten in das neuerliche
„Nichteinkaufszentrum“ an und wollte wissen, wann der von SteuerzahlerInnen
zu spendierende Straßenneubau für die SCA, der mit den neuesten
Erweiterungen nichts zu tun hat und nur durch den letzten Ausbau schon nötig
sein soll, in Angriff genommen wird.
Ergebnis: Mit allem geht’s 2009 baulich los – für den wilden Westen des Bezirks
und ganz Wiens wird sich wahrlich "was tun", muss leider versichern
Wolfgang Krisch, 25.11.2008
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