
Archivbild aus 2003: Der geplante HOFER
Standort dürfte nördlich der hier abgebildeten Garagen zunächst dem Wienfluss
liegen. Wie man hört, soll auch unweit davon der öffentliche Grillplatz zur
Disposition stehen !
Auhof: Für wen macht die Hofer-Filiale neben dem SCA Platz ?
Neue Hofer-Filiale in der Albert-Schweitzer-Gasse geplant
– durchsichtiges Kalkül für neuerliche SCA-Erweiterung?
Hochbrisante Neuigkeiten sind leider neuerlich aus dem wildesten Wilden Westens
Wiens, dem Auhof, zu berichten!
Nach offizieller Mitteilung der Firma Hofer an die Bezirkvorstehung
ist nämlich die Errichtung einer Hofer-Filiale auf
dem MAN-Grundstück in der Albert-Schweitzer-Gasse geplant, es finden
derzeit Abklärungen „betreffend eines
Verkehrskonzeptes“ statt.
Diese Mitteilung ist natürlich weit mehr als eine übliche
Routinemeldung über üblich-aberwitzige Konsequenzen des haarsträubenden
Verdrängungswettbewerbes von Handelsketten, der doch nur zu ständigen
Preissteigerungen zu Lasten der Verbraucher nebst Sozial- und Lohndumping für
die Angestellten in der Branche führt – und selbstverständlich das
Verkehrsaufkommen auch noch zusätzlich vermehrt!
Denn gleich über die Straße (B1) des neu in Aussicht genommenen
Standortes für die neue Hofer-Filiale besteht bereits eine gut eingeführte
Hofer-Filiale seit gar nicht langer Zeit, und zwar mit überreichlichem Platz für
das Handelstreiben samt einem Riesenparkplatz für die Kundschaft !
Sofern also die Firma Hofer bei ihren Planungen für die neue Filiale in
Steinwurfweite zur derzeitigen ( gleich anschließend in Purkersdorf steht
übrigens seit letztem Winter die nächste) die bestehende Filiale nicht irgendwie
ein Bisschen schludrig übersehen hätte, kann diese Planung nur einen einzigen
Sinn ergeben: Das großzügig bemessene Areal der
bestehenden Filiale gleich neben dem Shopping-Center-Auhof kann lukrativer für
etwas Anderes benutzt werden, Hofers Filiale würde daher nur durch eine
Übersiedlung über die Straße dort dafür reichlich Platz machen!
Und da die bestehende Hofer-Filiale nur mehr wenige Schritte von der jüngsten
x-ten Erweiterung des Shopping-Center-Auhofs kaum mehr als fugendicht, entfernt
liegt, vermute ich persönlich, dass als Ursache der neuen Planungen nichts sonst
als eine
neuerlich Erweiterung des Auhof-Centers beabsichtigt ist!
An Stelle der bestehenden ebenerdigen Hofer-Filiale wird wohl – so viel an
Prophetie riskiere ich da glatt – erweitertes Shopping möglich werden.
In diesem
Fall wäre natürlich aber nun endgültig weit weniger die hohe Bezirkspolitik in
Penzing gefordert, sondern endlich einmal die - in Sachen Auhof - besonders gut
in sich ruhende Wiener Stadtplanung!
Denn nach wie vor gilt das „Shopping-Center-Auhof“
mit dessen „weit über 100 Shops“
rechtlich keineswegs als „Einkaufszentrum“ sondern als
„Industriegebiet“,
in dem halt zufällig und im Laufe der lustigen Zeiten viele Betriebe irgendwie
nebeneinander oder übereinander zu stehen gekommen sind, was vor Jahren ein
bewusster Planer der MA 18 in Penzings Bezirksvertretung so auf den richtigen
Punkt gebracht hatte: Die SCA sei nie geplant gewesen, sondern
„gewuchert“!
(Was natürlich praktisch ist, weil solches Wuchern alle Raum-
Umweltverträglichkeits- sowie Verkehrsuntersuchungen völlig ersparen hilft! Bis
heute fehlen alle derartigen Kinkerlitzchen für das Gesamtgebiet! Auch die MA
21A legt daher nicht von ungefähr, wie die SPÖ, großen Wert auf die
präzise Benennung des „Shopping-Centers“ als
„Industriegebiet“ – denn die Flächenwidmung (!) weist eben kein
Einkaufszentrum aus, und was dort in Wirklichkeit steht, interessiert natürlich
nur einen GRÜNEN Mandatar!
Wenn nun
also tatsächlich Hofers „neue“ Filiale aus dem „Industriegebiet“ neben dem
SCA-Konglomerat über die ständig vergrößerte und dennoch überlastetet Kreuzung
der B1 (mit der Albert-Schweizer-Gasse) auf einen derzeit ungenutzten Bereich
des MAN-Areals quasi „übersiedeln“ darf, hätte Wien für die damit neuerliche
„Wucherung“ der SCA, diesmal aber in Richtung Hadersdorf einen kläglichen
Meilenstein gesetzt – bzw. einen Rubicon überschritten! (Obendrein muss erinnert
werden, dass IKEA nach wie vor auch einen Standort im Auhof sucht, - und freie
bzw. frei zu machende Immobilien gibt es im Auhof nach wie vor zuhauf!)
Ich darf
Wiens Planungsabteilungen mit dem Herrn Stadtrat an der Spitze, er ist eh auch
für Wiens Verkehr zuständig, herzlich einladen, endlich einmal Klarheit darüber
zu schaffen, wie weit man sich das Auhofsche Wuchern im Endausbau vorzustellen
gedenkt! Auch dazu herrscht nämlich Schweigen, - lediglich klar ist, dass
die SPÖ die krude ÖVP-Forderung einer U4-Verlängerung bis in den Auhof durchaus
keine (!) Absage erteilt hat und dem Betreiber der SCA um Steuergeld in
astronomischer Höhe eine neue Straße zur Ausfahrt aus seinem "Industriegebiet"
spendieren lassen möchte...
Sollte den „Fachabteilungen“ jene
Jahre alte, noch immer schlüssige, dankenswerte Studie eines damals im Bezirk ansässigen Fachmannes der MA 18 nicht
mehr auffindbar sein, die vor weiterem Ausbau des „Industriegebietes“
dringend
gewarnt hatte, bringt Bezirksrat Wolfgang Krisch das sehr verständliche Papier
gern ins Rathaus vorbei. Man müsste es dann aber halt lesen und dürfte die
geringste Ratio nicht dem üblichen Gewinnmaximieren von Privaten im Zeitalter
des Heuschrecken-Kapitalismusses nachordnen, - warnt halt einmal vorweg gern aus
neuerlich gegebenem Anlass
Wolfgang
Krisch, 2.5.2008
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