MAN hat schon frei gemacht: Hofer übersiedelt hieher - gleich begleitet von der SCA, die jetzt zu beiden Seiten der B1 nach Darstellung des Eigentümers erweitert werden "muss", um den "Erhalt zu sichern".

Knalleffekt an der Westeinfahrt: Shopping - Center-Auhof wächst über die B1 bis an den Wienfluss“!
Die gültige Flächenwidmung wird immer grotesker, die Erklärung der ständigen Ausbaupläne immer komischer!

 

Sensationelle und folgenschwere Neuigkeiten sind aus der Penzinger Bezirksentwicklungskommission aus der Sitzung am 3.6. zu berichten:
Denn die vorab gemeldete bloße „Übersiedlung“ der Filiale des Lebensmitteldiskonters HOFER aus dem Auhof von der Adresse Schweitzer Gasse 2b quer über die Kreuzung mit der B1 an einen neuen Standort Albert Schweitzer Gasse 1 ist noch weit folgenschwerer  als schon bisher einschätzen gewesen war!

Hofer macht nämlich mit dieser Ab- und Übersiedlung seiner Filiale neben der SCA nicht nur für eine neuerliche erhebliche Erweiterung des Shopping-Centers-Auhof (SCA) reichlich Platz zur Ausdehnung des Einkaufszentrums bis an die B1 !
Das Einkaufszentrum selbst wird darüber hinaus HOFER über die Straße begleiten – und sich – neben der neuen Hofer-Filiale auf dem (bereits frei gemachten Gelände) der Firma MAN demnächst somit bis an den Wienfluss (!) auf dem Riesenareal ausweiten!


Nach meinem Dafürhalten ist spätestens jetzt entschieden Feuer am Dach,  und zwar für Wiens Stadtplanung, in erster Linie für den SPÖ-Verkehrs- und Planungsstadtrat Rudolf SCHICKER!
 

Evident ist nämlich, dass das SCA – ein Einkaufszentrum mit „über 100 Shops“ (nach Eigenwerbung) nicht nur nach wie vor rechtlich als „Betriebsgebiet“ gilt, um gesetzliche Einschränkungen für Einkaufszentren unbeachtet zu lassen! Damit dürfen für das ständig „wuchernde“ Einkaufszentrum an der Wiener Westeinfahrt wesentliche Umwelt- Verkehrs- und Raumverträglichkeitsprüfungen in einer Gesamtschau der Situation jeweils unterbleiben!
 
Dass diese aber äußerst nötig wären, hat schon vor Jahren eine völlig schlüssige Studie der MA 18 (Stadtplanung) bewiesen, die explizit vor genau jener Situation gewarnt hatte, die sich jetzt immer deutlich abzeichnet! Klarer Grund der Warnungen, für alle Kenner der Örtlichkeit völlig einsichtig : Enorme Verkehrsprobleme mit weit reichenden Auswirkungen für den gesamten Bezirkswesten bis weit hinein in Wohngebiete in Hadersdorf und Hütteldorf, nachdem besonders die einzige Erschließung des Gebietes von Norden her durch die Badgasse gänzlich ungeeignet und nicht ausbaufähig ist! ( Enorm zunehmender Verkehr aus dem Osten quer durch Hütteldorf wurde dabei gar nicht explizit untersucht!)

Diese gut begründeten Warnungen sind entweder niemals gelesen worden oder werden von Wiens StadtplanerInnen – allen voran SPÖ-Stadtrat Rudolf SCHICKER – wider alle Vernunft in den Wind geschlagen: Nicht nur, dass man weiterhin dem ständigen Ausbau des Shopping Centers gelassen zusieht und dabei selbst grobe Missachtungen von Bebauungsbestimmungen unterstützend zur Kenntnis nimmt! Man sieht bei Wiens StadtplanerInnen offenbar auch keinerlei Anlass, das Shopping-Center rechtlich endlich als das zu bestimmen, was es ist! Nämlich ein mittlerweile riesengroßes Einkaufszentrum, - und nichts sonst weniger ! Die SPÖ legt aber – selbst bei internen Debatten ohne Beisein der Öffentlichkeit  - Wert auf die Darstellung, das Einkaufszentrum sei ein „Betriebsgebiet“, - das macht nämlich den weiteren Ausbau der SCA ohne Wenn und Aber möglich.


Der zur Sitzung der Bezirksentwicklungskommission gebetene Betreiber und Eigentümer des SCA, Herr Peter SCHAIDER, versuchte die nun geplante Erweiterung mühsam wie folgt zu erklären:

Es wäre ihm am Liebsten, die SCA würde hinkünftig so bleiben, wie sie jetzt ist, allerdings sei der Fortbestand nur durch Erweiterung zu sichern, was er zuletzt mehrfach deshalb unternommen habe, „um keine Ruine entstehen zu lassen“(!!)
Es sei zwar nicht – so Antwort auf meine besorgte Nachfrage – die SCA in ihrem Bestand gleich akut gefährdet, sie müsse aber erweitert werden, obwohl es gar „nicht mehr so viele Firmen gibt“, die sich ansiedeln könnten. Aber weil in Tulln und Langenrohr so viele Verkaufsflächen jüngst entstanden seien, könne er gar nicht anders als die SCA erweitern! Die SCA sei sein Lebensinhalt, er habe 750 Arbeitsplätze geschaffen und bei der letzten Erweiterung selbst die Ampel an der öffentlichen Straßenkreuzung Albrecht-Schweitzer-Gasse –B1 vollständig aus eigener Tasche (!) bezahlt! (Aus dem SPÖ-Klub korrigierte man, dass für die Bodenmarkierungen (!) doch „der Bezirk“ hatte aufkommen können!)  
Er, Schaider,  habe jedenfalls mit Firma Hofer und MAN Vorkaufsrechte für deren Grundstücke vertraglich vereinbart, könne aber nicht sagen, wie diese Liegenschaft nun genau genutzt werden sollen. Sicher sei nur, dass er die Grundstücke erwerbe, damit dort „kein anderes Einkaufszentrum“ entstehen könne! Ansonsten sei nur gewiss – denn das verlange Hofer als Bedingung für den Verkauf der Liegenschaft, von der die derzeitige Filiale absiedelt wird – dass sich auf dem frei werdenden Grundstück kein Lebenmitteldiskonter ansiedeln dürfe.

Ein Vertreter von HOFER wiederum erklärte die Übersiedlung seiner Filiale auf den neuen Standort in Steinwurfweite zum alten sozusagen mit bemerkenswerten Zwängen eigener Konzernpolitik: Die „Sichtbarkeit“ der derzeitigen Filiale sei ebenso wenig optimal wie die „Werbepräsenz“ und die Parkplatzgröße, die nur 80 Fahrzeugen Platz biete (aber ohnehin niemals ausgelastet ist; Anm. Krisch), während am neuen Standort gleich 115 Kundenautos stehen könnten!! (Für 35 Autostellplätze mehr baut man ja alle Tage gleich einmal wo eine neue Filiale, das alles kostet ja nur Peanuts, - die Probleme vor Ort und hoch überteuerte Lebensmittel trägt ohnehin die Kundschaft! Anm. Krisch)

Was Herr Schaider auf jenem weitläufigen Areal neben dem geplanten HOFER betreiben möchte, ist noch nicht gesichert, gewiss sei nur, dass er den derzeitigen „Schandfleck“ für das Gebiet „widmungsgemäß“ entwickeln möchte, es würden „sehr, sehr viele Verhandlungen laufen“ und sich „Rechtsanwälte verwirklichen“.  Klar ist allerdings, dass für nötige Aufschließungsstraßen in dem Gebiet keinerlei Steuergelder nötig würden, die Firma HOFER zahlt sogar ganze Straßen brav selbst!
Eine leichte Andeutung zukünftiger Nutzung für „verbesserten Branchenmix“ wurde aber schließlich doch gemacht: Ferrari-Lenker Schaider konnte sich z.B. einen “Autosalon“ und „Reparaturwerkstätten“ vorstellen! (In Penzing kriegt man ja ohnehin derzeit nirgendwo gescheite Sportwagen, und wer will schon für einen roten Flitzer bis nach Maranello müssen! Alsdann! Anm. Krisch)
jedenfalls wolle er er die SCA für die nächsten zwanzig Jahre erhalten, sie sei sein Lebensinhalt, obwohl er an dem Einkaufszentrum erst 2013, 2014 oder gar 2020 „Geld verdienenkönne.


Die SPÖ hatte zu all dem keine Frage parat, ÖVP und FPÖ – darunter Mandatare, die den Betreiber des Shopping-Centers amikal duzen – zeigten sich begeistert: Kollege Bezirksvorsteher-Stellvertreter Franz E. LERCH schwärmte, es sei „schön, wenn draußen, was geschieht“, Kollege Klubobmann KLINKE lobte als positiv, dass die „Entwicklung geordnet und gut weiter“ gehe. Gerügt wurden lediglich schon ärgerliche Miseren:  So beispielsweise, dass in der SCA jüngst die Vinothek geschlossen worden sei und dass schon noch Platz für eine U4-Verlängerung bleiben müsse, dann wäre auch möglich, mit der
U4 zur Beate Uhse zu fahren
Einzige Sorge von ÖVP und FPÖ darüber hinaus: Der gut frequentierte Grillplatz an der Albert-Schweitzer-Gasse, neben dem die neue Hofer-Filiale errichtet wird ( HOFER selbst ausdrücklich aber keineswegs stören würde), müsse abgeschafft werden, denn den „woimasowisonet“!

Wonach man gut gelaunt das Weite suchte! Und wenn das, für die nächste Sitzung der Verkehrskommission am 25.6. angekündigte, Verkehrsgutachten für die neue Hofer-Filiale vorliegen wird, werden neuerlich keinerlei Verkehrs- und Raumordnungsuntersuchungen für das Gesamtgebiet an der Westeinfahrt vorliegen, um auf die Auswirkungen des ständig erweiterten Einkaufszentrums zu untersuchen! (Zahlreiche Liegenschaften an der A1, allen voran der Autobahnknoten sind als Immobilien-Pretiosen für noch weiteren Ausbau einzuschätzen, bestehende Betriebsanlagen im Auhof ließen sich durch Umnutzung hoch aufwerten!)

Ich habe jedenfalls umgehend Anlass gesehen, eine derartige Studie über Antrag in der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung zu verlangen! Dass Hadersdorf und der Bezirk weit darüber hinaus immer irregulärer belastet und bald an die SCS in Vösendorf erinnern wird, kann ja nicht wirklich im öffentlichen Interesse liegen. Auch wenn die geringste Nahversorgung in Autosalons natürlich selbstverständlich für die Bevölkerung immer gesichert sein muss.

Von Ergebnissen dieses simplen Verlangens wird jedenfalls berichten können

Wolfgang Krisch, 5.6.08
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